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01.Tag - 21.04.2008 - Dubai/VAE

02.Tag - 22.04.2008 - Dubai/VAE

03.Tag - 23.04.2008 - Abu Dhabi/VAE

04.Tag - 24.04.2008 - Doha/Qatar

05.Tag - 25.04.2008 - Mina Salman/Bahrain

06.Tag - 26.04.2008 - Busher/Iran - 3-täg. Rundre

07.Tag - 27.04.2008 - Persepolis

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch die Ruinen vo

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 2.Tei

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 3.Tei

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07.Tag - 27.04.2008 - Besuch von Naqsh-e Rostam

07.Tag - 27.04.2008 - Besichtigung von Pasargadae

08.Tag - 28.04.2008 - Shiraz u. Flug nach Band. Ab

09.Tag - 29.04.2008 - Fujairah

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11.Tag - 01.05.2008 - Seetag

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13.Tag - 03.05.2008 - Seetag

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16.Tag - 06.05.2008 - Seetag

17.Tag - 07.05.2008 - Seetag

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ROUTE VON SHIRAZ NACH PERSEPOLIS UND PASARGARDAE

08:00 Uhr Fahrt nach Persepolis

Das Koran Tor in Shiraz (Darvaze-ye Qorãn):
Vor tausend Jahren entstand an der Straße nach Esfahãn dieses Stadttor. Der heutige Bau stammt allerdings aus jüngster Zeit.

Das alte Stadttor wurde beim Neubau der Straße abgebrochen und später originalgetreu rekonstruiert. In einem der oberen Räume war und ist ein Koran eingemauert. Jeder, der die Stadt betrat oder verließ, musste so unter dem Koran hindurchgehen, was Glück bringen sollte.
Auch heute noch wird in vielen Familien der folgende Brauch praktiziert: Wenn ein Mitglied der Familie auf eine lange Reise geht, halten die engsten Verwandten kurz vor seiner Abreise einen Koran über seinen/ihren Kopf, damit er/sie während der Reise geschützt ist. Neben dem Koran-Tor gibt es nette Teegärten.

SHIRAZ

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09:00 Uhr bis ca. 11:30 Uhr Besichtigung von Persepolis
Die nachfolgenden Texte, Grundrisse, Detailansichten und einige Phtos sind aus dem Buch:
Persepolis - Glänzende Hauptstadt des Perserreichs von Heidemarie Koch und Persepolis Recreated

ÜBERSICHTSPLAN VON PERSEPOLIS

LEGENDE ZUM ÜBERSICHTSPLAN

GEBÄUDEÜBERSICHT VON PERSEPOLIS

Die Geschichte

Die
Achämeniden

Bis heute weiß man nicht genau. woher die Perser eigentlich gekommen sind. Sie waren indo-europäische Nomaden, die von Zentralasien aus nach Süden gezogen sind. In der Geschichte treten sie zum ersten Mal im Jahre 843 v.Chr. in einem Bericht über Feldzüge des Assyrerkönigs
Salmanassar III.auf. Aus dem Zusammenhang geht hervor, daß die Perser zu jener Zeit am westlichen Ufer des Urmia-Sees, im heutigen Persisch-Azerbaidschan, dicht an der Grenze zur Türkei, gewohnt haben.

ZUG DER PERSER IM 8.JH.V.CHR.

Zug der Perser im 8. Jh.v.Chr. von den Ufern des Urmia-Sees bis in ihre neue Heimat in der Persis

In dem Bericht wird das Volk "Parsa" genannt. Das war der alt-persische Name sowohl für das Land wie auch für das Volk und späterhin die Hauptstadt des Reiches, die die Griechen Persepolis, "Stadt der Perser" nannten. Das Wort Parsa hat sich bis heute im Namen der Provinz Fars erhalten.
Im 9. und 8. Jahrhundert v.Chr. müssen es recht unruhige Zeiten für die Perser am Urmi-See gewesen sein. Nordwestlich von ihnen saßen die Uratäer(
Hauptstadt Tuschpa. heute Van), östlich und südlich die Meder(Hauptstadt Ekbatana, das heutige Hamadan), ebenfalls ein iranisches Volk, das schon vor den Persern in diese Gebiete eingewandert war. Im Südwesten hatten die Assyrer, ein semitisches Volk (Hauptstadt Assur, später Ninive), ein mächtiges Reich gegründet und versuchten ständig, die angrenzenden Völker zu unterjochen. Wohl deshalb zogen die Perser weiter nach Süden in das Elamische Königreich. Die Elamerwaren seit Tausenden von Jahren die östlichen Nachbarn Mesopotamiensund seiner im Laufe der Zeit wechselnden Bewohner. Ein reger Kulturaustausch fand statt, doch häufig herrschten kriegerische Auseinandersetzngen vor. So mag es den Elamern in den unsicheren Zeiten des 8. Jhs. v.Chr. durchaus recht gewesen sein, daß die Perser bei ihnen einwanderten und ihre militärischen Streitkräfte verstärkten. Der Assyrerkönig Sanheribberichtet dann auch, daß er im Jahre 691 v.Chr. gegen die vereinigten Heere von Elamern und Persern gekämpft habe.

PERSISCHE BOGENSCHÜTZEN

Persische Bogenschützen, wie sie auf den Reliefs des Nordpalastes in Ninive wiedergegeben sind (Mitte 7. Jh.v.Chr.). Auffallend sind die üppigen Federkappen, die auch die Nachkommen der Perser auf den Reliefs in Persepolis tragen; doch haben sie dort ihre ursprüngliche Fülle und Natürlichkeit eingebüßt und sind dem würdigen Hofgewand angepaßt

Schon wenige Jahre später, um 685 v.Chr. gabe es eine ganze Reihe von persischen Gurtsbesitzern im elamischen Gebiet. Wie in Susagefundene Verwaltungstäfelchen belegen, liefern mehrfach Personen mit persischem Namen ihre Steuerabgaben beim zentralen Zeughaus der Stadt ab. Um diese Zeit müssen also die Perser in jener Gegend angekommen gewesen sein, die späterhin als ihr Heimatland galt und von der aus sie das erste Weltreich der Geschichte errichten sollten.
Das Ende des Elamischen Königreiches war nicht mehr aufzuhalten, nachdem die Assyrer im Jahre 646 v.Chr. seine Hauptstadt Susa völlig zerstört hatten. Ihnen war jedoch bald darauf ein gleiches Schicksal beschieden. Nach der Zerstörung von
Ninive 612 v.Chr. durch die vereinten Heere der Meder und Babylonierversank auch dieses mächtige Reich in die Vergessenheit. Im 6. Jh. v.Chr. wird noch hin und wieder von militärischen Zusammenstößen der Elamer mit dem babylonischen Heer berichtet, doch die allgemeine polititscheLage bleibt unklar.
Der östliche Teil Elams mit der zweiten Hauptstadt
Anzan (heute Tall-e Malyan, 48 km westlich von Persepolis) muß zu dieser Zeit bereits in den Händen eines persischen Geschlechtes gewesen sein, dessen Herrscher sich "König von Anzan" nannte. Inwieweit diese von den medischen Königen, deren Gebiet bis unmittelbar an die Persis herranreichte, abhängig waren, ist bisher nicht klar. Nach den Berichten der griechischen Schriftsteller waren sie wohl als Vasallen der Meder anzusehen. Jedenfalls besiegte im Jahre 555 v.Chr. der Perserkönig Kyros, der später "der Große" genannt werden sollte, die medischen Streitkräfte bei der Festung Pathrakata, griechisch als "Pasargardai"bezeichnet. Diese Schlacht bedeutete das Ende des medischen Königreiches und den Beginn des persischen Weltreiches.

DAS PERSISCHE WELTREICH

Die Länder und Völker des Persischen Großreichs

Kyros gründete seine Hauptstadt an der Stelle, an der er den Sieg errungen hatte.
Durch die Niederwerfung des Lyderkönigs Kroisos (Krösus) 545 v. Chr. konnte Kyros weiterhin große Teile Kleinasiens seinem Herrschaftsbereich hinzufügen. Das Zusammentreffen der beiden Heere am Fluß Halys in Kapadokien (heute
Kizilirmakin der Türkei), der die Grenze zwischen Lydien und dem Mederreich darstellte, ist in der Geschichte sehr bekannt geworden. Kroisos hatte sich nämlich, ehe er aufbrach, an das berühmte Orakel in der griechischen Stadt Delphi gewandt, und die dortige Priesterin Pythia hatte ihm geweissagt: "Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören" (Herodot I 53). Daraufhin fühlte sich Kroisos seines Sieges sicher und bedachte nicht, daß es sein eigenes Reich sein könnte, das zerstört würde. 539 v.Chr. fiel auch noch Babylon in die Hände von Kyros, ein weiteres wichtiges Zentrum des Vorderen Orients, das er seinem Reich hinzufügen konnte. Auch in den Nordosten dehnte er die Besitzungen aus. Als er jedoch den Fluß Jaxartes überquerte, den heutigen Syr-Darya in Usbeskistan, um die dortigen Skythen zu überwinden, fand er den Tod. Er hinterließ ein Reich, das von der Westküste Kleinasiens bis nach Zentralasien und an die Grenzen Indiens reichte.
Sein Nachfolger wurde sein ältester Sohn
Kambyses, während der jüngere, Brdya (griechisch Smerdis), die Satrapien (Provinzen) Parthien, Chorasmien, Kermanien und Baktrien erhielt. Gleich nach seiner Thronbesteigung rüstete Kambyses zu einem Kriegszug gegen Ägypten, den wohl schon sein Vater Kyros vorgehabt hatte. Doch ehe er loszog, ließ er in aller Heimlichkleit seinen Bruder Brdya ermorden, da er befürchtete, dieser könne ihm die Herrschaft entwenden, während er selbst in weiter Ferne weilte. Ägypten und Nubien wurden eingenommen und dem persischen Reich hinzugefügt. Doch während der Abwesenheit des Kambyses riß ein Magier, also ein medischer Priester, namens Gaumatadie Macht in Persien an sich, in dem er vorgab, er sei Brdya, der jüngere Bruder des Königs. Diese Gaumata mußte also irgendwie herausgefunden haben, daß Kambyses seinen Bruder hatte umbringen lassen. Als Kambyses diese erschreckende Nachricht erhielt, machte er sich sofort auf den Heimweg. Doch sollte er Persien nicht mehr erreichen, da er unterwegs starb.
Da weder Kambyses noch Brdya Nachkommen hinterlassen hatten, beschloß Dareios, ein Neffe des Kyros, der seinen Vetter Kambyses als Speerträger nach Ägypten begleitet hatte, nach der Macht zu greifen. Als erstes mußte er den Usurpator Gaumata überwinden, der bei dem Volk sehr beliebt war, da er alle Steuern für drei Jahre ausgesetzt hatte.

DAREIOS

Das Siegesrelief in Bisotun, das König Dareios d.Gr. im Jahre 521/20 v.Chr. hoch über der Straße von Babylon nach Ekbatana anbringen ließ. Der König überragt alle durch seine Größe. Hinter ihm stehen sein Bogen- und sein Lanzenträger. Dareios stellt seinen Fuß auf den am Boden liegenden Magier Gaumata, der die Herrschaft in Persien an sich gerissen hatte. Vor ihm sind die neun aufständischen "Lügen-Könige" mit auf dem Rücken gefesselten Händen angetreten. Ein Strick um den Hals bindet sie alle aneinander. Über allen schwebt das Symbol des Gottes Ahuramazda, der König Dareios den "Ring der Herrschaft" überreicht.

Gaumata hatte sich in einer Festung bei Pasargadae versteckt. Dort wurde er von Dareios zusammen mit sechs Helfern (zwei von ihnen sind sowohl auf dem Relief in Bisotun, hinter ihm stehend, wie auch auf dem Dreios-Grab abgebildet, am 29. September 522 v.Chr. getötet.
Diese Neuigkeiten breiteten sich schnell im ganzen Reich aus, und in vielen Orten gab es Aufstände gegen den neuen Herrscher. Dareios und seine Anhänger mußten ein Jahr lang in verschiedenen Gegenden des Reiches kämpfen. Während dieser Zeit hatten sie 19 Schlachten zu bestehen und besiegten neun Rebellen, die von Dareios auf einem großen Siegesrelief am Berge Bisotun an der alten Heeres- und Handelsstraße von Babylon zur alten Mederhauptstadt Ekbatana (Hamadan) und von dort aus weiter in den Osten, zur Warnung verewigt worden sind und die er in der dazugehörigen Inschrift als "Lügen-Könige" bezeichnet. Am 28. Dezember des Jahres 521 v.Chr. war die letzte Schlacht geschlagen, und Dareios setzte sich endgültig als König des Persischen Reiches durch.

DAREIOS

König Dareios auf seinem Siegesrelief, wie er die rechte Hand anbetend zu dem Symbol des Gottes Ahuramazda erhoben hat. Auf dem Kopf trägt er eine Zinnenkrone, seine Barttracht entspricht derjenigen der assyrischen Könige

STATUE VON DAREIOS

Statue des Königs Dareios, die am Tor seines Palastes in Susa gefunden worden ist. Sie ist in Ägypten hergestellt worden und daher nicht nur Altpersisch, Elamisch und Babylonisch, sondern auch mit Hieroglyphen beschriftet. Leider ist der Kopf verloren gegangen. Er wird aber ähnlich stilisiert gewesen sein wie auf dem Relief in Bisotun

Unter seiner Herrschaft gewann es die größte Ausdehnung und reichte vom Mittelmeer im Westen bis zum Indus im Osten sowie von Kaspischen Meer im Norden bis Ägyptren und Nubien im Süden. Da Dareios nur aus einer Seitenlinie der Familie der Kyros stammte, berief er sich, um seine Legitimität zu betonen, in seinen Inschriften immer wieder auf den gemeinsamen Ahnherrn beider Familien, nämlich Hachamanisch. Ihn nannten die Griechen Achämenes, und so sprechen wir heute von der Dynastie der Achämeniden und dem Achämeniden-Reich.
Ein derart riesiges Reich konnte nur mit Hilfe einer gut organisierten und zentralisierten Verwaltung beherrscht werden. Zu jener Zeit, um 500 v.Chr., wurden die Vorgänge der Verwaltung noch immer, wie schon seit dem Ende des 4. Jhts. v.Chr., auf ungebrannten Tontäfelchen festgehalten. Durch einen glücklichen Zufall sind uns Tausende solcher Täfelchen aus dem Verwaltungsarchiv in Persepolis erhalten geblieben.

TONTÄFELCHEN

Ein Tontäfelchen aus dem Schatzhaus-Archiv in Persepolis. Es handelt sich um eine Anweisung des Vize-Hofmarschalls an den Schatzmeister, Auszahlungen in Silber an Schatzwarte und Handwerker vorzunehmen

Sie sind bei der Zerstörung durch die Soldaten Alexanders d. Gr. im Jahre 330 v.Chr. von dem verheerenden Feuer unfreiwillig gebrannt worden, während die Notizen, die man außerdem in aramäischer Schrift auf Tierhäuten (zu vergleichen ist das spätere Pergament) festgehalten hatte, auf immer verloren sind. Durch diesen interessanten Fund erhalten wir viele Hinweise, und zwar nicht nur über die Verwaltung, sondern auch über das Leben der Bewohner des Achämeniden-Reiches. Von den Zuständen im Zentrum, des Reiches kann man auch auf die anderen Gebiete schließen. Geschrieben sind diese Täfelchen in elamischer Sprache und Schrift. Dareios nutzte also die Erfahrungen und Kenntnisse der alteingesessenen Elamer, die bereits im 4. Jt. v.Chr., eine wohldurchdachte Verwaltung entwickelt hatten, in dem er sie als Schreiber und Beamte einsetzte.
Während der Regierungszeit des Dareios herrschte im Reich meist Frieden. Die Straßen waren sicher, Gesandtschaften und Kaufleute reisten von einem Teil des Landes in einen anderen, ausgestattet mit Reisepässen, mit denen sie ihre Verpflegungsrationen in den Karawanen-Stationen an den Straßen erhielten. So konnte sich der König darauf konzentrieren, seine neue Residenz großzügig und glanzvoll aufbauen zu lassen.
Es gab allerdings auch einige Aufstände, allen voran den der griechischen Städte im westlichen Kleinasien, den sogenannten
Ionischen Aufstand, im Jahre 494 v.Chr., der schließlich mit dem Sieg der Perser endete. Als jedoch Dareios versuchte, auch die Griechen im Mutterland zu unterwerfen, wurde sein Heer in der berühmten Schlacht von Marathon (Attika, östlich von Athen an der Küste) im Jahre 490 v.Chr. vernichtend geschlagen. Auch der Heereszug seines Sohnes und Nachfolgers Xerxes(486 - 465 v.Chr.) -zehn Jahre später endete in einer Katastrophe und dem Verlust der Flotte bei Salamis(Insel südlich von Athen). Nach dieser Niederlage sowie der des Landheeres in der Schlacht bei Plataä (in Böotien in der Nähe von Theben) im Jahre 479 v.Chr. wandte Xerxes seine Aufmerksamkeit eher Aufgaben im Zentrum seines Reiches zu. Vor allem begann auch er eine umfangreiche Bautätigkeit, durch die das Aussehen der Terrasse in Persepolis völlig verändert wurde.
Mit der Herrschaft
Artaxerxes I. (465 - 425/24 v.Chr.) begann der Niedergang des Achämeniden-Reiches. Aufstände, wie beispielsweise in den Provinzen Ägypten und Kleinasien, schwächten ebenso díe Macht wie Intrigen innerhalb der königlichen Familie, wobei sich nicht selten die Prinzen gegenseitig umbrachten. Die Frage der Nachfolge auf dem Thron wurde mehrfach durch Gift oder Dolch gelöst. Alexander der Große (geboren 356 v.Chr., Regierungszeit 336/35 - 323 v.Chr.) überrante mit seinem Heer das verfallende Reich und wurde nach den entscheidenden Schlachten bei Issos (Herbst 333 v.Chr.) und Gaugamela (Herbst 331 v.Chr.) der neue Herrscher des Achämeniden-Reiches.
Einerseits haben es die Achämeniden-Herrscher, allen voran Kyros und Dareios, verstanden die Kenntnisse der griechischen Baumeister und Bildhauer für ihre representativen Bauten zu nutzen. Diese kann man in Pasargadae und Persepolis immer wieder feststellen. Andererseits waren die Griechen ihrerseits sehr beeindruckt vom hohen Stand der persischen Kultur. Alexander versuchte beides, Ost und West, miteinander zu verbinden. Er heiratete eine persische Prinzessin und verheiratete bei einem großen "Siegesfest" in Susa 90 seiner Freunde und Offiziere mit persischen Fürstentöchtern. Dabei nahm er selbst - nach persischem Brauch - noch zusätzlich zwei Königstöchter zur Frau. Dennoch hatte er es nicht verhindern können, daß seine Soldaten im Siegesrausch die Bauten auf der Terrasse von Persepolis anzündeten und damit die glanzvolle Hauptstadt des Achämeniden-Reiches zerstörten (330 v.Chr.).


Persepolis in der nach-achämenidischen und sasanidischen Zeit


Alexander starb 323 v.Chr. im Alter von 33 Jahren. Das Gebiet des achämenidischen Reiches wurde unter die
Seleukiden(bekannt nach dem General Seuleukos I.). die die westlichen und nördlichen Teile erhielten, und die Ptolemäer(benannt nach Ptolemaios I.), denen die südlichen Teile mit Ägypten zufielen, aufgeteilt. In der Umgebung von Persepolis konnte sich eine lokale persische Dynastie halten, von der allerdings fast nichts bekannt ist. Es wurden lediglich einige Silbermünzen gefunden, die sehr gute Qualität zeigten, und es ist ein einziger Fensterrahmen erhalten, der von einem Gebäude dieser Zeit stammt.
Im 3 Jh. v. Chr. wurden die Seleukiden von den Persern zurückgedrängt. Diese kamen aus der bereits in achämenidischer Zeit bestehenden Provinz
"Parthia", östlich des Kaspischen Meeres gelegen; ihre Hauptstadt war Nisa (beim heutigen Aschgabad, Turkmenistan). Auch sie gehörten zu den indo-europäischen Völkern. Gelang es nach und nach, die größten Teile des Achämenidischen Reiches unter ihre Herrschaft zu bringen, und ihre Könige, aus dem Geschlecht der Arsakiden, nahmen für sich in Anspruch, legitime Nachfolger der Achämeniden zu sein. Das parthische Reich bestand von der Mitte des 3. Jhs. v. Chr. bis zum Jahre 224 n.Chr., als der letzte parthische König,Artabanos V. (213 - 224 n.Chr.), von den Sasaniden besiegt wurde. Ständig mußte das Reich gegen Feinde aus den verschiedensten Gegenden verteidigt werden; wohlbekannt sind die Kriege der Parther gegen die Römer. Hauptstadt des parthischen Großreiches war ab dem 2. Jh. v. Chr. Ktesiphonin Mesopotamien (35 km südlich von Bagdad). Am persischen Hochland scheinen die Parther weniger Interesse gehabt zu haben. So sind in Persepolis bisher keinerlei Baureste aus dieser Zeit gefunden worden.
Völlig anders war die Situation während der Herrschaft der
Sasaniden. Der Ahnherr dieser Dynastie, Sasan, Fürst und zugleich Hoher Priester des Anahita-in Istakhr, das wenige Kilometer von Persepolis entfernt liegt, nahe bei den Gräbern der Achämenidischen-Könige in Nasqh-e Rostam.
Diese Familie stammte also aus dem Zentrum des Achämenidischen-Reiches und sah sich daher als in besonderer Weise zur Herrschaft legitimiert und als direkte Nachfahren der Achämeniden an. Sasans Enkel
Ardashir besiegte den letzten parthischen König Artabanos V. im Jahre 224 n.Chr. Zwei Jahre später wurde Ardashir (dieses ist die mittel-persische Form Artaxerxes) in Ktesiphon als neuer König des Reiches gekrönt. Sein SohnShapur I. (241 - 272 n.Chr.) war besonders erfolgreich, vergrößerte das Reich und besiegte mehrfach die Römer. Diese Siege wurden auf großen Felsreliefs gefeiert.

SHAPUR I.

Zwischen zwei Gräbern, auf tieferem Niveau, ist das große Siegesrelief König Shapuirs I. angebracht

Von den 38 bekannten sasanidischen Felsreliefs finden sich 30 in der Provinz Fars, also im Umkreis von Persepolis. Diese stammen alle aus der Regierungszeit der ersten sasanidischen Könige, aus dem 3. Jh. n.Chr.


Die Entdeckung von Persepolis


In der Mitte des 7. Jhs. n.Chr. wurde das sasanidische Reich von den islamischen Ararbern besiegt. In den folgenden Jahrhunderten verschwanden alle Kenntnisse von den Persern, den Parthern und den Sasaniden in der westlichen Welt. Niemand wußte etwas von den Unternehmungen islamischer Wissenschaftler und Geographen, die den Iran erkundeten. Die Kreuzfahrer waren nur am "Heiligen Land" interessiert, nicht an den Ländern weiter im Osten. Die ersten zuverlässigen Beschreibungen von Persepolis erreichten Europa im 16. Jh. während der Regierungszeit der persischen Safaviden-Könige. Reisende Diplomaten und Kaufleute wurden immer mehr angezogen von den eindrucksvollen Ruinen. Zeichnungen wurden publiziert, und besonders das Werk von E.N. Flandin und P. Coste erregte im 19. Jh. Bewunderung.

BLICK AUF DEN APADANA

Blick auf den Apadana (Empfangssaal) von Südwesten. Im Vordergrund ragen die Säulen der West-Portikus auf, in der Mitte die im oberen Teil reicher gegliederten des Innenraumes und ganz rechts die der Ost-Portikus. Stich aus dem Jahre 1840/41

Die ersten Photographien wurden für die beiden großformatigen Bände von F.C. Andreas und E. Stolze hergestellt, die im Jahre 1882 in Berlin erschienen. Ch. Chipiez brachte in seinem 1890 herausgekommenen, illustrierten Werk phantasievolle Rekonstruktionen der Gebäude in Persepolis.

REKONSTRUKTION

Phantasievolle Rekonstruktion von Persepolis, von Norden gesehen (Ch. Chipiez)

DETAIL DES EMPFANGSSAALES

Ein Detail des Empfangssaales mit den reich gegliederten Säulen, wie sie im Inneren und im Nord-Portikus vorkommen. Wenn auch hier Ch. Chipiez seine Phantasie hat walten lassen, so gibt die Rekonstruktion doch einen guten Eindruck von den kräftigen Farben, mit denen die Bauten in Persepolis geschmückt waren.

Die wissenschaftliche Erforschung von Persepolis begann erst im 20. Jh. E. Herzfeld unternahm die ersten systematischen Ausgrabungen von 1931 bis 1934. Er wurde von dem Architekten Friedrich Krefter unterstützt, dessen exzellente Rekonstuktions-Zeichnungen Persepolis zu neuem Leben erwecken. Einige von ihnen werden auch in dem Buch "Persepolis - Glänzende Hauptstadt des Perserreichs" von Heidemarie Koch verwendet. Bei den Grabungen wurden auch die Tontäfelchen aus dem Verwaltungsarchiv Dareios' d.Gr. (522 - 486 v. Chr.) gefunden, die ganz neue Einblicke in Geschichte, Gesellschaft und Verwaltung des Achämeniden-Reiches ermöglichen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte E.-F. Schmidt die Ausgrabungen in Persepolis fort und publizierte die Ergebisse in drei großformatigen Bänden. Restauartionsarbeiten fanden von 1964 bis in die späten 70er Jahre statt. Sie standen unter der Leitung von iranischen Archäologen und den italienischen Architekten Ann Britt und Guiseppe Tilia: einige ihrer Ergebnisse wurden in zwei Bänden vorgelegt. Zur gleichen Zeit wurden die Reliefs der Ostseite des Apadana mit einem - leider sehr häßlichen und störenden - Dach versehen. Um 1980 gabe es - infolge der "Islamischen Revolutuion" - Versuche, die Ruinen von Persepolis als Zeugnisse der vorislamischen Zeit zu zerstören; die Bevölkerung der umliegenden Orte kämpfte aber dafür, daß die Monumente ihrer Geschichte erhalten blieben. Seit wenigen Jahren werden die Restaurierungen in kleinen Umfang fortgesetzt.

KLEINE RESTAURIERUNGSARBEITEN

Reste des am besten erhaltenen Löwengreifen-Kapitells aus der östlichen Vorhalle des Apadana sind wieder zusammengefügt worden. Da die Arbeiten bisher nicht beendet wurden, scheint der Löwengreif in einem Käfig zu sitzen. Deutlich erkannbar sind die fein geglätteten Partien mit Dübelloch, dei denen noch Hörner und Ohren angesetzt werden solten.

DIE FRÜHEN SASANIDISCHEN KÖNIGE

Regierungszeiten der frühen sadanidischen Könige, von denen Reliefs in der Gegend von Persepolis zu finden sind.

DIE ACHÄMENIDISCHEN KÖNIGE

Regierungszeit der Achämeniden-Könige, beginnend mit ihrem Stammvater Achämenes

Die altpersische Schrift

Viele Monumente in Persepolis tragen Innschriften in
Keilschrift. Die altpersische Schrift ist auf Anordnung Dareios' d.Gr. (522 - 486 v.Chr.) erfunden worden. Zum erstenmal ist sie auf seinem Siegesrelief in Bisotun, in der Nähe von Kermanshah an der alten Handelsstraße von Babylon nach Medien, verwendet worden.

DAS SIEGESRELIEF VON BISOTUN

Das Siegesrelief in Bisotun, das König Dareios d.Gr. im Jahre 521/20 v.Chr. hoch über der Straße von Babylon nach Ekbatana anbringen ließ. Der König überragt alle durch seine Größe. Hinter ihm stehen sein Bogen- und sein Lanzenträger. Dareios stellt seinen Fuß auf den am Boden liegenden Magier Gaumata, der die Herrschaft in Persien an sich gerissen hatte. Vor ihm sind die neun aufständischen "Lügen-Könige" mit auf dem Rücken gefesselten Händen angetreten. Ein Strick um den Hals bindet sie alle aneinander. Über allen schwebt das Symbol des Gottes Ahuramazda, der König Dareios den "Ring der Herrschaft" überreicht.

Auf dem Relief ist Dareios zu sehen, der durch seine Größe deutlich als Hauptperson hervorgehoben ist. Hinter ihm stehen sein Bogen- und sein Lanzenträger.

BOGENTRÄGER

Der Bogenträger des Königs Dareios auf dem Sieges-Relief von Bisotun. Auch er ist wohlfrisiert mit einem Bausch von Locken im Nacken, doch trägt er - im Gegensatz zum König - nur einen kurzen Bart. Ein Reif mit Blüten-Rosetten, aus Silber oder Gold, und kostbare Armreifen schmücken diesen hohen Würdenträger

Der König setzt einen Fuß auf die Brust eines vor ihm am Boden liegenden Mannes, der flehentlich die Arme zu ihm emporreckt. Dieses ist der Magier Gaumata, der die Herrschaft im Achämenidenreich an sich gerissen hatte. Neun "Lügen-Könige" - wie Dareios sie nennt - sind vor dem König aufgereiht, die Hände auf dem Rücken gefesselt und zusätzlich mit einem Strick um den Nacken aneinandergebunden. Über allem schwebt das Symbol des Gottes Ahuramazda, der den "Ring der Herrschaft" hält, um ihn dem König zu überreichen.

DAS SYMBOL DES GOTTES AHURAMAZDA

Das Symbol des Gottes Ahuramazda schwebt über der ganzen Szene. Auch er ist in ein persisches Gewand gekleidet und trägt die gleiche Barttracht wie der König (wenn auch beschädigt). Der Typ seiner Armreifen kehrt bei denen des Lanzenträgers wieder. Ahiuramazda hält den "Ring der Herrschaft", den er dem König überreicht und damit dessen Herrschaft auf Erden legitimiert. Deutlich erkennt man die verschiedenen Keilschriften. Oben links sowie vor und hinter den Flügeln ist die altpersische zu sehen

Zunächst hatte Dareios dieses Relief nur mit einer kurzen Inschrift über seinem Kopf geplant. Sie war in der Sprache und Keilschrift der Elamer geschrieben, die nunmehr ja zum Großreich der Perser gehörten. Ihre Sprache ist ganz eigenständig und noch immer schwer zu verstehen, denn die scheint keinerlei Beziehungen zu irgendeiner anderen Sprache zu haben. Es verwundert natürlich, daß der König seine Inschrift ausgerechnet in dieser schwierigen Sprache abfassen ließ. Doch die Erklärung ist ganz einfach: Im Jahre 520 v.Chr. besaßen die Perser noch keine eigene Schrift! So war auch der erste Bericht über die Ereignisse, den der König auf der rechten Seite des Reliefs nachträglich hinzufügen ließ, um die Nachwelt über seine glorreichen Taten zu informieren, in Elamisch eingemeißelt. Da auch die Babylonier zum persischen Großreich gehörten, wurde außerdem eine babylonische Übersetzung des Berichtes auf der linken Seite des Reliefs eingetragen, die Inschrift also in dieser semitischen Sprache, die ebenfalls eine Keilschrift verwendet, wiederholt. Dabei muß dem König schmerzlich deutlich geworden sein, daß er den Bericht nicht in seiner eigenen, als der persischen Sprache anbringen lassen konnte. Die Perser waren zwar nun die Herren über ein Weltreich geworden, besaßen aber noch keine eigene Schrift für ihre indo-europäische Sprache. So ordnete er an, daß eine solche schnellstens geschaffen werden sollte. Daraufhin haben sich offenbar persische, elamische und babylonische Schreiber zusammengesetzt, um eine neue Keilschrift zu erfinden. Mit dieser neuen Schrift wurde dann eine dritte Version des Berichtes unter dem Relief angebracht, nun endlich auf Persisch ("Altpersisch"). Dareios betont dieses Verdienst auch ausdrücklich in seinem Text, und er nennt die neue Schrift "arisch", "Arier", was übersetzt "edel" "frei" bedeutet, ,nannten die Perser sich auch selbst.
Diese im Jahr 520 v.Chr. "erfundene" altpersische Keilschrift war sehr viel einfacher als die der Elamer oder Babylonier, die sich bereits seit über 3000 Jahren entwickelt hatte. Sie besaß nur 34 Zeichen gegenüber etwa 200 im Elamischen und gar 600 im Babylonischen.

LISTE DER ALTPERSISCHEN ZEICHEN

Die von König Dareios d.Gr. (522 - 486 v.Chr.) eingeführte altpersische Keilschrift

Zudem wird bei ihr durch diagonale Zeichen, sog. Worttrenner, genau angegeben, wo ein Wort endet und das nächste anfängt. So gelang es 1802 G.F. Grotefeld in Göttingen die ersten persischen Zeichen zu lesen. Wenig später entzifferte - unabhängig von ihm - auch H.C. Rawlinson in Engalnd einen Großteil der persischen Keilschriftzeichen. Damit waren die Voraussetzungen gegeben, auch die anderen Keilschriften zu entziffern, denn Dareios hatte ja den selben Text auch noch auf Elamisch und Babylonisch schreiben lassen. Das Siegesmonument des Dareios in Bisotun hat also nicht nur als historisches Dokument einen unschätzbaren Wert, sondern es ermöglichte der Nachwelt auch, die Keilschriften insgesamt zu entziffern.
Die Sitte, seine repräsentativen Inschriften in den drei - völlig unterschiedlichen - Hauptsprachen des persischen Großreiches abzufassen, behielt Dareios d.Gr. - und ebenso seine Nachfolger bis zu
Artaxerxes II. (405/04 - 359/58 v.Chr.) - auch bei allen späteren Inschriften bei. So kann man auf den Bauten in Persepolis immer mehrere Felder finden, die den Text in Altpersisch, in Elamisch und in Babylonisch wiedergeben. Dabei ist der Inhalt in der Regel gleich, nur bei der von Dareios an der Südmauer angebrachten Inschrift unterscheiden sich die einzelnen Versionen.
Für die Verwaltung und damit für die Abrechnungen auf den Tontäfelchen wurden die altpersische Sprache und Keilschrift nicht übernommen. Man blieb zunächst bei der elamischen Sprache und Keilschrift. Elamer waren also weiterhin als Beamte tätig. Doch finden sich mitunter mit Tinte geschriebene Notizen in Aramäisch auf den Täfelchen. Auch werden babylonische Schreiber, die "auf Haut" schreiben, als wohl einer Vorform des Pergaments, in Stabe des Hofmarschalls genannt. Texte, die auf diesem Material festgehalten waren, haben sich uns aus dem Zentrum des Reiches nicht erhalten. Doch ist man offenbar um die Mitte des 5. Jhs. v.Chr. dazu übergegangen, die Verwaltung völlig umzustellen. Um diese Zeit verschwinden die Tontäfelchen, die bei einer umfassenden Anwendung doch sehr unhandlich, schwer und brüchig waren. Stattdessen wurde das Aramäische, eine semitische Sprache, die nicht nur von den Babyloniern beherrscht, sondern auch in weiten Bereichen des heutigen Syrien und Palästina gesprochen wurde, die neue Verwaltungssprache des persischen Großreiches. Man spricht daher auch von dem Reichs-Aramäischen. Diese Schrift, die eine Vorstufe der mittelpersischen, neupersischen und auch der arabischen und hebräischen Schrift darstellt, war im Gebrauch doch sehr viel einfacher als die komplizierten Keilschriften. Auch das Material, die Häute, auf denen geschrieben wurde, war leichter zu handhaben, zu transportieren und aufzubewahren. Für die Historiker ist dieser Wechsel allerdings zu beklagen, da die Urkunden - bis auf wenige Ausnahmen - nicht erhalten sind.



Die Terrasse von Persepolis - Der Plan des Königs Dareios


Nachdem Dareios d.Gr. (522 - 486 v.Chr.) verschiedene Aufstände und Revolten niedergeschlagen und seine Macht gesichert hatte, setzte er zunächst die Bautätigkeit in Pasargadae fort, in der von seinem Onkel Kyros d.Gr. (555 - 530 v.Chr.) gegründeten Hauptstadt des Achämeniden-Reiches. Dann begann er, einen neuen Palast in der alten elamischen Stadt Susa zu errichten. Ein Palast an dieser Stelle war von höchster politischer Bedeutung und sollte die Macht des neuen Königs demonstrieren. Um die Untertanen zu beeindrucken, wurde ein großes Gebäude errichtet, und zwar mit Steinsäulen, die in jener Gegend vor dem ganz ungewöhnlich waren, sowie mit reichem Schmuck. Luxusgüter wurden aus allen Teilen des Reiches dafür zusammengetragen. König Dareios selbst berichtet darüber in seiner "Burgbau-Inschrift" (DSf). Dort erwähnte er nicht nur die Materialien sondern auch die Handwerker, die an diesem Vorhaben beteiligt waren:

Das Gold wurde von Sardes und Baktrien gebracht, das hier verarbeitet wurde. Der kostbare Lapislazuli und Karneol, die hier verarbeitet wurden, wurden von der Sogdiana gebracht. Der kostbare Türkis wurde von Chorasmien gebracht, der hier verarbeitet wurde. Silber und Elfenbein wurden von Ägypten gebracht. Die Ornamente, mit denen die Wände geschmückt wurden, wurden von Ionien gebracht. Elfenbein, das hier verarbeitet wurde, wurde von Äthiopien und von Indien und von Arachosien gebracht. Die Steinsäulen, die hier verarbeitet wurden - aus einem Dorf namens Abiradush in Elam, von dort wurden sie gebracht.
Die Steinmetzen, die den Stein bearbeiteten, das waren Ionier und Lydier. Die Goldschmiede, die das Gold bearbeiteten, das waren Meder und Ägypter. Die Männer, die das Holz bearbeiteten, das waren Lyder und Ägypter. Die Männer, die die Ziegelsteine bearbeiteten, das waren Babylonier. Die Männer, die die Wände schmückten, das waren Meder und Ägypter.

Dieses Gebäude, auf das sich die Inschrift bezieht, wurde zur Zeit Artaxerxes I. (465 - 425/24 v.Chr.) durch ein großes Feuer zerstört, so daß nur wenig übriggeblieben ist, was uns einen Eindruck von dem einstigen Glanz geben kann.




AUS DEM PALAST VON SUSA

Glasiertes Kachelfeld vom Palast des Dareios in Susa (jetzt im Louvre in Paris), das zeigen kann,, mit welchen Farben auch der Apadana in Persepolis einst geschmückt war. Die hockenden Sphingen mit ihrem Federpolos begegnen auch auf den Reliefs in Persepolis des öfteren. Hier schwebt über ihnen eine geflügelte Sonnenscheibe, die wohl das Symbol für den Himmel sein soll.

Doch ist die Beschreibung über seinen Bau auch in anderer Hinsicht wichtig: Sie kann uns nicht nur einen Eiundruck geben, wie strahlend der Palast in Susa einstmals ausgesehen hat, sondern sie vermag auch deutlich zu machen, wer alles in dem weiten großen Bauvorhaben in Persepolis mitgewirkt haben wird und welche Materialien dort zusammengebracht und verwendet worden sind, obwohl uns zu Persepolis derartige Quellen fehlen.
Im Gegensatz zu Pasargadae und Susa war Persepolis eine völlig neue Schöpfung des Dareios. Im Herzen des persischen Kernlandes und in der Nähe des Ortes, an dem der entscheidende Sieg zur Sicherung seiner Herrschaft stattgefunden hatte, plante er eine Residenz, die das Zentrum des Großreiches und das Symbol seiner Herrschaft werden sollte. Am Abhang des Berges Kuh-e Rahmat des "Berges des Erbarmens", wurde eine große Terrasse errichtet, 300 m breit und 455 m lang. Der anstehende Felsen reichte nicht aus, so daß große Teile hinzugefügt werden mußten, die mit Ziegelwerk und großen, polygonalen Steinblöcken abgestützt wurden. Die eindrucksvolle Wand der Fassade, die die Terrasse umgibt, erhebt sich an der südlichen und westlichen Seite bis zu 15 m hoch.


BLICK AUF DIE TERRASSE

Die große Stützmauer im Westen der Terrasse von Persepolis

Überragt wird sie von dem großen Audienzgebäudem das von den Persern "Apadana" genannt wurde.
Der Apadana war das wichtigste Gebäude auf der Terrasse. Mehr oder weniger in der Mitte der Westseite liegt er direkt über der Mauer.


PLAN DER TERRASSE MIT APADANA

Nach dem Plan des Dareios waren nur drei Gebäude auf der Terrasse von Persepolis vorgesehen: der große Empfangssaal (Apadana), der Palast für kleinere offizielle Empfänge und das Schatzhaus mit der Verwaltung. Die übrige Fläöche sollte vermutlich mit Grünanlagen bedeckt werden, bzw. im Osten des Empfangssaales genügend Platz sein, daß sich dort die Würdenträger ders ganzen Reiches und ihr Gefolge versammeln konnte. Der Zugang war von Süden aus vorgesehen. Auf der tiefergelegenen Plattfrom der Terrasse stand das Schatzhaus mit der Verwaltung. Die repräsentativen Bauten lagen also auf dem obersten Niveau. Dort hinaiuf müssen Terppen geführt haben, von denen noch Spuren im Felsen zu sehen sind. Oben wird ein großes Tor zum Apadana hin geführt haben. Der Dareios-Palast sollte vermutlich über eine nach Westen verlaufende, symmetrisch angeordnete Treppe erreicht werden. Denkbar wäre auch eine seitliche Tür im Torgebäude, was aber keine recht befriedigende Lösung darstellt.

So konnte er von Ankommenden schon von weither über die Ebene hin erblickt werden. Nichts stört diesen Blick, denn der ursprüngliche Eingang zu Terrasse lag seitlich der Fassade im Süden. Dort führt eine Treppe auf die Terrasse hinauf. In ihrer Nähe hat Dareios eine große Inschrift in Altpersisch, Elamisch und Babylonisch anbringen lassen. In der elamischen Version betont der König:

... an dieser Stelle war vorher keine Festung gebaut, nach dem Willen Ahuramazda baute ich diese Festung.... und ich baute sie haltbar und schön und fest, so, wie ich es wollte.

Diese Inschrift konnte von jedem Besucher gelesen werden, der am Fuße der Terrasse ankam und die Treppen hinaufgehen wollte.
War man die Stufen hinaufgestiegen, so befand man sich auf der Terrasse. Zur rechten Seite lag das Schatzhaus mit seinen dicken Wänden. Dieses ahtte den meisten Publikumsverkehr und war daher auf direktem Wege leichtr zu erreichen.





GRUNDRISS DES SCHATZHAUSES

Grundriß der 1. Phase des Schatzhauses, zu dem Plan des Dareios d:Gr. gehörend

Zu den Repräsentationsbauten, dem Dareios-Palast und dem Apadana, mußten diejenigen, denen der Zugang erlaubt war, noch weiter hinaufsteigen. Anarbeitungen im anstehenden Felsen genau in Fortsetzung der Süd-Treppe lassen vermuten, daß dort weitere Treppen auf das Niveau der oberen Terrasse hinaufführten. Vielleicht sollte zur Linken eine direkt zum Dareios-Palast hinleiten. Zwischen den Treppenläufen sollte der Felsen mit einer Scheinfassade mit Fensternischen und Gebälk geschmückt werden, die begonnen, aber niemals zur Vollendung gelangt ist. Doch haben sich am Felsen weiter oben, entlang des Verlaufs der mutmaßlichen Treppe, Felder mit Reliefs erhalten, die persische Wachsoldaten zeigen, vergleichbar den Reihen von Wachsoldaten an den Innenseiten der Apadanatreppen, also mit einem Motiv, das speziell für den Schmuck von Treppengeländern verwendet worden ist.
Vergleicht man die Zugänge der achämenidischen Paläste in Pasargadae und Susa, so möchte man annehmen, daß auch hier in Persepolis ein Eingangstor vorgesehen war. Dieses mag am oberen Abschluß der Treppenanlage geplant gewesen sein, so daß die Situation der späteren, von Xerxes erbauten Treppe im Nordwesten der Terrasse ähnlich war. Es ist sogar denkbar, daß er für den Torbau das von Dareios geplante und möglicherweise noch nicht fertiggestellte Tor wiederverwendet hat.
Hatte ein Besucher, der die Treppenanlagen bis zur obersten Plattform hinaufgestiegen war, das vermutlich dort befindliche Eingangstor durchschritten, ragte vor ihm der Apadana auf, und der Weg führte weiter zu der großen freien Fläche an seiner Ostseite. Diese war die Hauptansichtsseite des großen Empfangssaales und dementsprechend besonders reich ausgestattet. Hier finden sich die am schönsten ausgeführten Säulen. Ihre Kapitelle sind aus Löwengreifen gebildet, die nur hier vorkommen. Der gesamte Sockel des Gebäudes ist mit Reliefs geschmückt. Ihre Darstellungen zeigen deutlich die Funktion des Gebäudes: In der Mitte der Treppenanlage thronte der König, mit dem Kronprinzen zu seiner Seite - dieses Relief befindet sich jetzt im Schatzhaus, - und empfing die Abgeordneten der Völker seines Reiches.




RELIEF IM SCHATZHAUS

Das zentrale Relief der Osttreppe des Apadana: der König thront in Seitenansicht genau in der Mitte, an der hervorgehobensten Stelle der Treppenanlage, den von Süden her Kommenden zugekehrt. Vor ihm, durch zwei Weihrauschständer abgeschirmt, verbeugt sich der Hofmarschall und verkündet vermutlich gerade dem Herrscher daß die Abgeordneten der Völker des Reiches angetreten sind.

Sie schreiten auf ihn zu , um ihm ihre Gaben zu überbringen. Im Rücken des Königs stehen alle diejenigen, die seine Macht stützen, die Soldaten und persischen Würdenträger. Auf diesen Reliefs ist somit das politische Programm des Königs Dareios wiedergegeben und das Bauwerk als Staatsgebäude im wahrsten Sinne des Wortes charakterisiert. Ein ankommender Besucher wurde in dieses Programm mit einbezogen, indem er parallel zu den Vertretern der Völker des Reiches auf den König zuschritt, der ihn im Zentrum der Anlage erwartete.
Als dieses Programm entworfen wurde, scheint sich der Apadana bereits im Bau befunden zu haben, denn das Architektenehepaar Tilia, das in Persepolis Restaurierungsarbeiten durchführte, stellte fest, daß sich hinter den Reliefs eine frühere Wand befindet, die nicht fertiggestellt worden ist. Sie könnte von einem früheren Bauzustand stammen, bei dem noch keine Reliefs geplant waren. Da zwischen dieser Wand und den Reliefs ein Freiraum gelassen wurde, wäre aber auch denkbar, daß der Zwischenraum bewußt angelegt worden ist, um die Bildwand so vor Feuchtigkeit zu schützen. Jedenfalls machen erst diese Reliefs den Sinn des Gebäudes deutlich.
Die Anordnung der einzelnen Völker entspricht mehr oder weniger derjenigen auf dem Grab des Dareios in Naqsh-e Rostam. Das gibt uns einen Hinweis für eine zeitliche Einordnung der Bauplanung um 500 v.Chr. Zudem ist den Verwaltungstäfelchen aus dem Archiv des Königs Dareios, die in einem Turm der Befestigungsmauer in Persepolis gefunden worden sind, zu entnehmen, daß im Jahre 499 v.Chr. tausende zusätzliche Arbeiter nach Persepolis geholt worden waren. Und in eben diesem Jahr hielt sich der Hofmarschall
Farnaka fast das ganze Jahr dort auf, während er sonst immer in der Nähe des Königs weilte. Dem allen können wir entnehmen, daß es dem Herrscher offenbar am Herzen lag, die dortigen Arbeiten voranzutreiben.
Dareios hatte nur drei Gebäude auf der gesamten Terrasse geplant: den Apadana, den Palast und das Schatzhaus, als viertes kann noch ein Eingangstor angenommen werden. Die übrige Fläche war wohl mit Grünanlagen versehen, auf die noch heute Wasserkanäle hinweisen. Die Bedeutung solcher Gärten für die Achämeniden zeigen schon die Paläste in Pasargadae. Alle Gebäude auf der Terrasse dienten offiziellen Anläßen, während der König selbst als Privatmann vermutlich in einem Palast in der Ebene vor der Terrasse lebte. Dort, an ihrem Fuße, sind Reste mehrerer Gebäude ausgegraben worden, die allerdings bisher nicht publiziert sind. Einige von ihnen kann man im Süden und Nordwesten der Terrasse erkennen.
Dieser ursprüngliche Plan des Dareios wurde dann von Xerxes (486 - 465 v.Chr.) vollständig verändert. Zunächst führte er die Bauvorhaben seines Vaters, die noch nicht vollendet waren, weiter fort. Doch wollte er dann selbst weitere ausgedehnte Gebäude hinzufügen.




BLICK AUF DIE SÜDSEITE DER TERRASSE

Blick von Südosten aiuf die Südseite der Terrasse, bei dem deutlich die Höhenunterschiede und die Tiefenerstreckung des untersten Niveaus auf der Terrasse bis hin zu der durch Nischen gegliederten Felswand zu erkennen sind. Der wiederhergestellte Bau im Mittelgrund ist der sog. Haremsbau des Xerxes. Er überdeckt teilweise die früheste Phase des Schatzhauses, vom dem nur noch die Grundmauern und Säulenbasen vorn rechts zu sehen sind.

Für seinen Palast mit den sog. Haremsgebäuden fand sich Platz nur im südlichen Teil der Terrasse, zwischen Dareios-Palast und dem Schatzhaus. Daher mußte der südliche Zugang geschlossen werden. Die Lücke in der Mauer wurde mit großen, unregelmäßigen Steinblöcken gefüllt, die sich noch heute deutlich von der anschließenden glatten Fläche abheben. Ein neuer Eingang mit einem prächtigen Torgebäude wurde im Nordwesten der Terrasse an die Mauer angefügt. Er wird bis heute von jedem Besucher benutzt.
Aber durch die Verlegung des Einganges änderte sich auch die Situation auf der Terrasse. Steigt man die neue Treppe hinauf und durchschreitet das Eingangstor, so gelangt man ins Leere: Die Hauptachse des Tores, die durch die Stiere auf der einen und die menschenköpfigen Stiere auf der gegenüberliegenden Seite deutlich gekennzeichnet ist, führt geradeaus, während die Hauptgebäude zu Rechten liegen.




BLICK DURCH DAS SÜDLICHE TÜR

Blick durch die südliche Tür auf die Nordseite des Apadana (Zeichnung F. Krefter)

NORDSEITE DES APADANA

Die Nordseite des Apadana mit den spiegelbildlich von der Ostseite kopierten Reliefs. In der Mitte befindet sich jetzt das von Xerxes im Austausch eingesetzte Relief mit Wachsoldaten, während das ursprüngliche Original im Museum von Teheran aufbewahrt wird

Erst in einer sehr viel späteren Phase, insbesondere nachdem eine trennende Ziegelmauer (A im Gesamtplan) errichtet worden war, wurde der Besucher geradeaus nach Osten und von dort weiter nach Süden zu dem Hundert-Säulen-Saal und dem niemals fertiggestellten Tor geleitet.
Diese Situation spricht dafür, daß Xerxes hier ein Tor umgesetzt und wiederbenutzt hat, das eigentlich von seinem Vater für den Zugang im Süden vorgesehen war. Dort wäre ein reperäsentativer Eingang, der geradeaus führte, genau passend gewesen. Xerxes fügte vielleicht lediglich seine eigenen Inschriften an den Innenwänden des Tores hinzu, nachdem er versetzt worden war.
Der Besucher, der nunmehr durch dieses Tor ging, mußte sich nach rechts wenden, und dann sah er als erstes die Nordseite des Apadana. Die Reliefs, die Dareios hatte ausführen lassen, befanden sich, von dieser Stelle aus gesehen, sozusagen um die Ecke herum an der Ostseite, und die Person, die dorthin weiterging, wandte dem im Zentrum der Fassade thronenden König den Rücken zu. Das war ein unhaltbarer Zustand! Deshalb entschloß sich Xerxes, das gesamte Programm von der Ostseite seitenverkehrt auf die Nordseite kopieren zu lassen. An mehreren Stellen kann man sehen, daß dieses Vorhaben in großer Eile ausgeführt wurde. Die Proportionen der Figuren und das gesamte Relief sind auf der Nordseite sehr viel schlechter ausgearbeitet.




GESANDTSCHAFT DER DRANGIANER UND ARCHOSIER

Die Gesandtschaft der Drangianer und Arachosier aus dem Osten des Reiches bringt unter anderem ein Kamel. Hier kann man deutlich sehen, wie sehr viel feiner und plastischer die Ausführung der Reliefs der Ost-Treppe gegenüber denen der Nord-Treppe

Feinere Einzeichnungen fehlen an vielen Stellen. Einige der trennenden Bäume oder Rosetten auf den Rändern sind nicht fertiggestellt. Diese Details fielen allerdings damals nicht so ins Auge, da die Reliefs mit kräftigen Farben bemalt waren.
Die Nordseite wurde zur neuen Hauptansichts- und Eingangsseite des Apadana. Sie mußte also auch eine Eingangshalle (Portikus) oberhalb der Treppenanlage erhalten. Um sie hervorzuheben und zu betonen, wählte Xerxes für ihre Säulen eine Mischform mit reich gestalteten Voluten- und Stierkapitellen, wie sie im Innenraum vorkamen, und zusätzlich glockenförmige Basen, wie sie auf der Westseite des Apadana zu finden sind. Somit schuf er seine sehr reich und üppig aussehende Fassade; doch die bewußten Unterschiede zwischen Außen- und Lnnensäulen entfielen, und das wohlüberlegte Programm der Reliefs, durch die der unter Dareios geplante Bau ausgezeichnet ist, verlor seine Bedeutung.
Zunächst hatte Xerxes auch das Mittelrelief der Treppen kopieren lassen (die Platte ist gut erhalten und gleich nach den Ausgrabungen in den 30er Jahren des 20. Jhs. in das National-Museum in Teheran gebracht worden, doch nach einiger Zeit fand er es wohl seinem Status nicht mehr angemessen, daß er auf dem Relief noch immer als Kronprinz hinter dem Thron seines Vaters stand. War er nicht selber seit vielen Jahren Großkönig?
Und so beschloß er, die zentralen Reliefs der Treppenanlagen durch neutrale Darstellungen mit Wachsoldaten zu ersetzen. Vier zu jeder Seite stehen einander gegenüber. Doch wollte er die beiden Mittel-Reliefs auch nicht zerstören, sondern versetzte sie an einen weniger auffälligen Platz, nämlich in den inneren Hof des Schatzhauses, in den nur wenige Bevorzugte eintreten durften. Dort wurden sie bei den Ausgrabungen noch an Ort und Stelle vorgefunden und erhielten nach ihrem Fundort die Bezeiichnung "Schatzhaus-Reliefs". Erst das Ehepaar Tilia fand heraus, an welcher Stelle sie vordem angebracht waren.

Daß es in der Tat Xerxes war, der diese Veränderungen vorgenommen hat, beweisen die Reliefs im "Hundert-Säulen-Saal". Dieses Gebäude hatte er als neue Empfangshalle genau gegenüber dem Apadana, an dessen Ostseite, errichten lassen. Anscheinend wollte er es seinem Vater gleichtun und ebenfalls prachtvolle Bauten errichten, ja diese vielleicht noch übertreffen. Wie der heutige Name schon besagt, stützten im Innern 100 Säulen das Dach. Zudem schmückten zahlreiche Reliefs, die von Dareios geschaffene Vorbilder aufnahmen, Türen und Nischen der großen Halle. Es muß also ein sehr beeindruckendes Gebäude gewesen sein. In den nördlichen und südlichen Türdurchgängen ist der König auf dem Thron sitzend wiedergegeben. Doch in diesen Fällen ohne Kronprinz! Seine Stelle hat ein Diener mit Fliegenwedel eingenommen.


DER KÖNIG AUF SEINEM THRON

Der König auf seinem Thron, nur von einem Diener mit Fliegenwedel begleitet (Südtür des "Hundert-Säulen-Saales"). Abgeordnete der Völker des Reiches stützen ein hockerartiges Gestell, auf dem diese Szene wiedergegeben ist. Hier sind in dem Entwurf des Xerxes Elemente der zentralen Apadana-Reliefs und der Grabfassade ausgewählt und in neuer Weise zusammengefügt worden

Hier sehen wir deutlich, daß nunmehr Xerxes selbst auf dem Thron sitzt!
Der "Hundert-Säulen-Saal" wurde von Xerxes' Sohn und Nachfolger Artaxerxes I. (465 - 425/24 v.Chr.) fertiggestellt. Danach fügte dieser noch das sog. Tripylon (oder Zentralgebäude) zwischen Apadana und "Hundert-Säulen-Saal" hinzu, um die Lücke zwischen diesen beiden Bauten zu schließen und einen Übergang vom rein offiziellen Teil zu den eher privaten Gebäuden zu schaffen. Das Tripylon schmückte er ebenfalls reich mit Reliefs und darunter findet sich auch die Szene mit dem thronenden König und dem hinter ihm stehenden Kronprinzen wieder. Artaxerxes hatte offenbar keinerlei Ressentiments mehr gegenüber diesem Motiv. Er dokumentierte im Gegenteil mit dem Hinweis auf seinen Nachfolger die Stärke der herrschenden Dynastie.
Unter der Regierung des Artaxerxes erhielt die Terrasse mehr oder weniger ihr endgültiges Aussehen. Später wurde nur noch wenig geändert oder hinzugebaut.
Artaxerxes III. (359/58 - 338/37 v.Chr.) fügte die westliche Treppe an den Dareios-Palast an und baute einen weiteren Palast an der Südseite des Apadana, von dem nur geringe Reste übriggeblieben sind. Obwohl die Gebäude auf der Terrasse während der gesamten Achämenidenzeit in Gebrauch waren und teilweise wohl auch noch nach der Zerstörung durch Alexander d.Gr. im Jahre 331 v.Chr., vielleicht sogar bis in sasanidische Zeit, können keine späteren Bauten mehr nachgewiesen werden. Ungewiß ist, zu welchem Zeitpunkt das Tor aller Länder und der Hundert-Säulen-Saal mit einer Lehmziegelmauer verbunden worden sind (A im Gesamtplan),wodurch die nordöstlichen Bauwerke der Terrasse vom Apadana und den nach Süden angrenzenden Gebäuden abgetrennt wurden. Vielleicht geschah dies im Zusammenhang mit dem Bau eines weiteren monumentalen Tores vor der Fassade des Hundert-Säulen-Saales, das niemals fertiggestellt worden ist.