Sie sind hier:

1. Kreuzfahrt 1998/99 von Bali nach Sydney

2. Kreuzfahrt 2000 durch die Karibik

3. Kreuzfahrt 2002 Pineapple Route - Karibik

4.Kreuzfahrt 2003 Jenseits von Afrika m.MS Astoria

5. Kreuzfahrt 2003 Kanaren/Madeira

6. Kreuzfahrt 2005 Traumhafte Südseeinseln

7. Kreuzfahrt 2006 von Down Under nach Far East

8. Kreuzfahrt 2007 Fernost Kaleidoskop

Vorprogramm 2008 Rundr. d. die Arabischen Emirate

9. Kreuzfahrt 2008 1001 Nacht erleben

01.Tag - 21.04.2008 - Dubai/VAE

02.Tag - 22.04.2008 - Dubai/VAE

03.Tag - 23.04.2008 - Abu Dhabi/VAE

04.Tag - 24.04.2008 - Doha/Qatar

05.Tag - 25.04.2008 - Mina Salman/Bahrain

06.Tag - 26.04.2008 - Busher/Iran - 3-täg. Rundre

07.Tag - 27.04.2008 - Persepolis

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch die Ruinen vo

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 2.Tei

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 3.Tei

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 4.Tei

07.Tag - 27.04.2007 - Besuch von Naqsh-e Rajab

07.Tag - 27.04.2008 - Besuch von Naqsh-e Rostam

07.Tag - 27.04.2008 - Besichtigung von Pasargadae

08.Tag - 28.04.2008 - Shiraz u. Flug nach Band. Ab

09.Tag - 29.04.2008 - Fujairah

10.Tag - 30.04.2008 - Muscat/Oman

11.Tag - 01.05.2008 - Seetag

12.Tag - 02.05.2008 - Salalah

13.Tag - 03.05.2008 - Seetag

14.Tag - 04.05.2008 - Aden/Sana'a-Jemen

15.Tag - 05.05.2008 - Sana'a u. Fahrt n. Hudäidah

16.Tag - 06.05.2008 - Seetag

17.Tag - 07.05.2008 - Seetag

18.Tag - 08.05.2008 - Petra/Jordanien

9. Kreuzfahrt 2008 1001 Nacht - Fortsetzung

10. Kreuzfahrt 2009 Südamerika

11. Kreuzfahrt 2009 Mittelmeer

12. Kreuzfahrt 2009 Transatlantik

13. Kreuzfahrt 2009 Westliche Karibik

14. Kreuzfahrt 2010 Alaska

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Kontakt

Impressum

Der Palast Artaxerxes III. (359/58 - 228/37 v. Chr.) Palast G (Nr. 4.8 im Grundriss)

PALAST DES ARTAXERXES III.

Plan von Palast G (nach F. Krefter)

Dieses Gebäude liegt zwischen der Südseite des Apadana und dem Palst des Xerxes. Zu sehen ist nur ein Erdhügel, der noch nicht ausgegraben worden ist.

PALAST VON ARTAXERXES III.

Vom Berghang im Osten der Terrasse blickt man über den "Hundert Säulen-Saal" und das Tripylon hinweg auf einen rechteckigen Erdhügel, der die Stelle des Palastes G kennzeichnet. Rechts dahinter liegt der Dareios-Palast.

Aus diesem Grunde kann man auch nicht sagen, wann der Bau errichtet worden ist. Die Lage ist allerdings recht ungünstig, und es ist daher zu vermuten, daß hier ein weiterer Palast errichtet worden ist, als der Platz auf der Terrasse schon recht eng geworden war. Deshalb hat man vorgeschlagen, daß dort der Palast Artaxerxes III. gestanden habe. Dann müßten die Reliefs, die bei dem nach-achämenidischen Gebäude an der Stelle des Palastes H (Artaxerxes I.) wiederverwendet worden sind, einstmals die Fassade dieses Palastes geschmückt haben. Reste einer Treppenanlage mit Reliefs, auf denen Bedienstete zu sehen sind, die die Stufen hinaufsteigen, sind noch an Ort und Stelle verblieben.

BEDIENSTETE

Dienerfiguren, die Speisen eine Treppe hinauftragen, gehören zu einem Gebäude, das im Süden des Apadana stand und noch nicht ausgegraben worden ist. Es könnte sich hierbei um Teile einer Treppenanlage handeln, die zu einem Palast Artaxerxes III. hinaufführte.

Hier hat man auch zwei Blöcke in Wiederverwendung gefunden, die einstmals zu dem Baldachin gehörten, der den König auf dem sog. Schatzhausrelief beschirmte. Einer von ihnen ist heute im National-Museum in teheran zu sehen.


Der Palast D (Nr. 4.9 im Grundriss)

Dieses Gebäude liegt zwischen dem Xerxes-Palast und dem auf niedrigerem Niveau befindlichen "Harem"

PALAST D

Plan des sog. Palastes D

Die Reste sind allerdings so gering, daß man nicht einmal seinen Plan zuverlässig rekonstruieren kann. Eine Zuwesiung zu einem bestimmten Herrscher ist auch nicht möglich. Zu diesem Gebäude gehörte vermutlich eine L-förmige Steinplatte die als Basis für eine Stierstatue gedient haben könnte, die in der Nähe gefunden wurde. Die beiden fast lebensgroßen Rinderstatuen, die sich heute im Museum befinden, könnten also den Eingang dieses Gebäudes flankiert haben.
Etwa an dieser Stelle könnte das ursprüngliche Eingangstor ("Tor aller Länder") der Planung unter König Dareios gestanden haben, das unter Xerxes an seine neue - und jetzige - Stelle versetzt worden ist. Denn wenn man annimmt, daß die schrägen Vertiefungen am darunterliegenden Felsabsatz ungefähr den Verlauf der Treppe kennzeichnen, so würde sie etwa in dieser Höhe das weiter oben liegende Niveau der Terrasse erreichen.



Das Tripylon (Zentralgebäude) (Nr. 4.10 im Grundriss)

TRIPYLON

Plan des Tripylon (nach F. Krefter)

Dieses Gebäude ist vermutlich von Artaxerxes I. (465 - 425/24 v. Chr.) errichtet worden, nachdem der "Hundert-Säulen-Saal", den sein Vater Xerxes begonnen hatte, vollendet war. Durch diesen Bau war der freie Platz vor dem Apadana sehr eingeschränkt worden und erschien korridorartig verengt. Das Tripylon sollte beide Bauten miteinander verbinden und für das Auge des Besuchers als architektonischer Schlußstein dienen. Dem von Norden Ankommenden erschien hier der Zwischenraum zwischen den beiden großen Empfangssälen nunmehr als abgeschlossene Einheit. Andererseits diente das Tripylon als Knotenpunkt und Verteiler zu den verschiedenen Gebäuden sowie als Übergang vom rein offiziellen Bezirk mit Apadana und "Hundet-Säulen-Saal" in den abgelegenen Teil mit den Palästen im Süden und - durch eine dritte Tür durch einen schmalen Seitenraum nach Osten hinab - auf das niedrigere Niveau des "Harem".
Wegen seiner drei Türen wird der Bau meist als Pripylon bezeichnet.

DIE DREI TÜREN

Das Tripylon von Süd-Westen gesehen. Links die nördliche Tür, die zum Apadana führt, rechts die östliche Tür mit den Reliefs des thronenden Königs, durch die man hinab zu den Haremsgebäuden gelangen konnte; vorn in der Mitte ist nur noch ein Türgewände der südlichen Tür zu den Palästen hin erhalten. Deutlich erkannt man die rohbelassenen Rückseiten der Türgwände, in die die Lehmziegelwände eingefügt waren

Seine schönste Fassade richtet sich zum Apadana hin. Der Sockel ist an beiden Nebenseiten mit Reliefs geschmückt, die Wachsoldaten nahezu in Lebensgröße zeigen. Die Fassade der unteren Treppenläufe zeigt zwei zur Mitte hin ausgerichtete Löwe-Stier-Kampfgruppen. Lange Reihen von persischen Würdenträgern, deren Vorbilder sich an den Apadana-Treppen im Rücken des Königs befinden, steigen die Treppenstufen hinauf.

PERSISCHE WÜRDENTRÄGER

Lange Reihen von Würdenträgern sind an den Treppeewangen des Tripylon wiedergegeben. Ihre Vorbilder finden sich, nicht weit entfernt, auf den Reliefs der Apadana-Treppen. Doch sieht man hier schon einen großen Unterschied in der Ausführung: Beispielsweise sind die Blüten in ihren Händen nur noch ganz kursorisch in Umrißen gemeißelt, jede Biinnenzeichnung fehlt. Diese große Arbeit war allerdings früher nicht so auffällig, da alle Reliefs noch bemalt wurden.

An der Innenseite des Treppenabsatzes auf der rechten Seite ist eine Gruppe von zwei Persern wiedergegeben, von denen einer eine Zinnenkrone aufgesetzt hat.

ADLIGER MIT ZINNENKRONE

Ein persischer Adliger mit Zinnenkrone von der Treppe des Tripylons. Auch bei ihm kann man sehen, daß die Qualität der Ausführung hinter den Apadana-Treppen-Reliefs zurückbleibt. Allein die Wiedergabe der Buckel-Löckchen in Haar und Bart machen das deutlich

Die zwei Säulen der Portiken, sowohl im Norden wie im Süden des Torgebäudes, trugen Kapitelle, die mit männlichen bärtigen Sphingen geschmückt waren.

MÄNNLICHE BÄRTIGE SPHINGEN VOM TRIPYLON

Perseüolis Recreated

Einige kleinere Fragmente von ihnen liegen neben vielen anderen Bruchstücken im Inneren des Tripylons, Ein fast vollständig erhaltenes Exemplar wird im National-Museum in Teheran aufbewahrt.

MÄNNLICH BÄRTIGE SPHINGEN VOM TRIPYLON

Dort ist auch die gesamte Treppenanlage ausgestellt, die einst vom Tripylon nach Süden zu dem Hof führte, der östlich vor dem Eingang zum Xerxes-Palast liegt.
Die Reliefs der Nord- und Südtür des Tripylons sind nach denen des Dareios-Palastes kopiert worden und zeigen den König, wie er gerade das Gebäude verläßt, begleitet von den Dienern mit Sonnenschirm, Fliegenwedel und Handtuch. Auf beiden Gewänden der Osttür ist der Herrscher auf seinem Thron zu sehen, der von den Völkern des Reiches gestützt wird. Dieses Motiv ist von den Südtüren des Hundert-Säulen-Saales übernommen worden.

DAS TRIPYLON

Persepolis Recreated

Doch im Unterschied zu ihnen erscheint beim Tripylon wiederum der Kronprinz hinter dem Thron seines Vaters. Anscheinend hatte Ataxerxes keine Vorbehalte gegen diese Darstellung. Oben darüber schwebt das Symbol des Gottes Ahuramazdas. Spuren er einstigen Bemalung sind noch erhalten, und sie halfen A. B. und G. Tilia bei der Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens dieses Symbols.

SYMBOL DES GOTTES AHURAMZDAS

Das Ahuramzda-Symbol, das auf beiden Seiten der Ost-Tür des Tripylons über dem thronenden König schwebt. An diesem Relief konnten noch Reste der Bemalung festgestellt werden, aufgrund derer das einstige Aussehen rekonstruiert werden konnte. Leuchtende Farben und Goldfassungen zierten einstmals das Ahuramzda-Symbol und auch alle anderen Reliefs in Persepolis (Rekonstruktion G.Tilia)

Der sogenannte Harem und das Museum (Nr. 4.11 im Grundriss)

GRUNDRISS DES HAREMS

Plan des sog. Harems-Gebäude, die zum Palast des Xerxes gehörten (nach F. Krefter)

Der Hauptflügel dieses Gebäudes ist nord-südlich ausgerichtet und erstreckt sich von der Höhe des Tripylons, allerdings mit einem erheblichen Nieveau-Unterschied, bis zur Südmauer der Terrasse. Dort schließt nach Westen hin im rechten Winkel ein weiterer Flügel an, der zu Füßen des Palastes D und des Xerxes-Palastes liegt. In der Süd-West-Ecke des Hauptgebäudes ist ein Grundstein entdeckt worden, der eine alt-persische Inschrift trägt. Er ist heute im Museum in Persepolis rechts neben der Eingangstür ausgestellt. Insgesamt sind vier sich entsprechende Exemplare dieser Inschrift sowie eine babylonische Version an verschiedenen Stellen des Gebäudes gefunden worden. Sie sind als "Harems-Texte" bekannt:
Der Große Gott ist Ahuramazda, der diese Erde geschaffen hat, der jenen Himmel geschaffen hat, der den Menschen geschaffen hat, der die Freude geschaffen hat für den Menschen, der Xerxes zum König gemacht hat, einen von vielen zum König, einen von vielen zum Herrscher.
Ich bin Xerxes, der Großkönig, König der Könige, König der Länder mit allen Arten von Menschen, König auf dieser großen Erde auch fernhin, König Dareios' Sohn, ein Achämenide.
Es kündet Xerxes, der König: mein Vater war Dareios, Dareios' Vater war einer namens Hystaspes, Hystaspes' Vater war einer namens Arsames; Hystaspes wie auch Arsames waren beide noch am Leben, als Ahuramzda - so war es sein Wille - Dareios, meinen Vater, ihn zum König auf dieser Erde machte. Als Dareios König wurde, hat er viel Außergewöhnliches gebaut.
Es kündet Xerxes der König: Es gab andere Söhne des Dareios - so war es der Wille Ahuramazdas - (aber) Dareios mein Vater, machte mich zum größten nach ihm selbst. Als mein Vater den Thron verließ, nach dem Willen Ahuramazdas wurde ich König an meines Vaters Stelle. Als ich König wurde, baute ich viel Außergewöhnliches. Was von meinem Vater gebaut worden war, das beschütze ich und füge anderes Werk hinzu. Das sowohl, was ich machte, und das, was mein Vater machte, all das wurde nach dem Willen Ahuramazdas getan.
Es kündet Xerxes, der König: Mich möge Ahuramazda beschützen und mein Königreich! Und was von mir gemacht wurde und was von meinem Vater gemacht wurde, das auch möge Ahuramazda beschützen!
Der Nordteil des Hauptflügels, unmittelbar unterhalb des Tripylons gelegen, ist als Bereich für das Harems-Personal angesprochen worden. Er ist sehr schlecht erhalten. Es ließ sich aber feststellen, daß die Fußböden der dortigen Räume nur aus gestampftem Lehm über einer etwa 30 cm dicken Lage aus Steinen und Erde bestanden haben. Die Osttreppe des Tripylons, das wahrscheinlich erst unter Artaxerxes I. (456 - 425/24 v. Chr.) errichtet worden ist, führte direkt in dieses Gebäude hinein. Es ist daher fraglich, ob dieser Teil bereits zum ursprünglichen Plan des Xerxes gehörte oder erst später als Erweiterung hinzugefügt worden ist.
Der langgestreckte südliche Teil des Hauptflügels ist wieder aufgebaut worden, um Verwaltung und Magzine des Museums unterzubringen und eine gewisse Vorstellung vom ursprünglichen Aussehen eines Gebäudes der achämeniodischen Zeit geben zu können. Die gleichartigen Zimmer im Süden, die als Haremsräume angesehen werden, sind für Besucher nicht zugänglich. Der Gebäudeteil mit großer Halle und Portikus, der im Norden von ihnen liegt, dient jetzt als Museum. Dort kann man einen vorzüglichen Eindruck gewinnen, wie die Paläste und anderen Gebäude vor ihrer Zerstörung ausgesehen haben. Besonders schön ist der polierte rote Fußboden, der nach achämenidischen Vorbildern rekonstruiert worden ist (über dem Niveau des ursprünglichen Bodens, der an zwei Stellen durch Glasscheiben zu sehen ist). Die alten, fein gearbeiteten , glockenförmigen Basen haben sich erhalten, aber keinerlei Reste von Säulen oder Kapitellen. Sie bestanden wahrscheinlich aus Holz und sind verbrannt. Die ursprünglichen Tür- und Fensterrahmungen stammen aus der Erbauungszzeit unter König Xerxes. Die Reliefs in den Türgewänden sind wiederum nach denjeinigen des Dareios-Palastes kopiert und zeigen in der Nord- und Südtür den König und seine Diener. Sie sind sehr gut erhalten und tragen auch die Vorzeichnungen für die Blumenmotive und Löwenborten auf dem Gewand des Königs. Doch war hier, anders als beim Dareios-Palast, kein Schmuck aus Metall hinzugefügt, und es gibt keine Inschriften. Die Gewände der Westtür bilden einen königlichen Helden ab, der einen Löwen besiegt, die der Osttür den Kampf gegen ein Löwengreifen-Monster mit Skorpionschwanz. Die Portikus öffnet sich nach Norden. An ihren Seiten liegen schmale Räume, deren Türgewände mit den Reliefs von jeweils zwei Soldaten geschmückt sind. Diese Räume waren also offensichtlich für die Wachen des Palastes bestimmt.
Im Hof vor dem heutigen Museum stehen ein gut erhaltenes, großes Stier-Kapitell, das aus dem Hauptsaal des Apadana stammt, und einige weitere Säulenbasen.


Ausstellungsstücke im Museum:

Beim betreten der Haupthalle trifft man als erstes auf die Statue eines Hundes aus schwarzem Stein.



EIN HUND

Hundestatue im Museum in Persepolis. Sie ist nicht fertiggestellt; noch sind die komplizierten Arbeiten, wie das Freistellen der Beine, nicht ausgeführt. Auch im Nacken sitzt noch ein dicker Knubbel, der eigentlich abgemißelt werden sollte. Dennoch kann man schon die lebendige Wiedergabe des Tieres erkennen, da sich geradezu aus dem Stein herauszulösen scheint

Sie ist unfertig, die Oberfläche sollte noch glattgemeißélt werden; Details des Kopfes und der Pfoten fehlen ebenso wie die abschließende Politur (zwei sehr gut polierte, fragmentische Statuen von Hunden sind im Museum in Teheran zu sehen.) Es ist davon auszugehen, daß viele Gebäude sowohl oben auf der Terrasse wie unten in der Ebene einstmals mit Tierskulpturen geschmückt waren, die zu beiden Seiten der Eingänge aufgestellt waren; doch nur in Ausnahmen sind sie noch in situ gefunden worden oder durch Einlassungen im Fußboden nachzuweisen. Der fragmentierte Kopf einer männlichen Sphinx besteht aus tiefschwarzem Stein und stammt wahrscheinlich von einem Kapitell der Portikus des "Hundert-Säulen-Saales". Hier ist die Politur der Oberfläche gut erhalten und gibt einen vorzüglichen Eindruck davon, wie glänzend die Skulpturen einstmals ausgesehen haben. Rechts daneben ist ein kissenartiger Stein mit einer Keil-Inschrift ausgestellt. Es handelt sich hierbei um die oben zitierte "Harems-Inschrift". Links des Sphinx-Kapitells ist eine weitere Inschrift von Xerxes, in der er den Text vom Grab des Dareios übernimmt zu finden.
In dem Nebenraum zur rechten Seite sind Funde aus den nahegelegenen prähistorischen Siedlungshügeln
Tall-e Bakun(5./4. Jt. v. Chr.), Tall-e Shoga (3. Jt. v. Chr.), Tall-e Teimuran (3. Jt. v. Chr.) sowie dem alten Siedlungshügel in Pasargadae in Vitrinen zu sehen. In einer mit Glas abgedeckten Öffnung im Fußboden kann man auf einen tiefer gelegenen, typisch achämenidischen, roten Fußboden blicken. Er gehörte zur ersten Phase des Schatzhauses, das dann von Xerxes beschnitten wurde, um Platz fürr seine Palastbauten zu gewinnen. An der Wand links ist eine sasanidische Inschrift aus Sar Mashad bei Kazerunkopiert. Sie ist ebenfalls von dem Hohen Priester Karder verfaßt worden. In einem südlich an diesen Seitenraum anschließenden kleineren Raum findet sich eine grobe Kopie des Torreliefs von Pasargadae.
Zwischen den Südtüren der Haupthalle stehen zwei Beispiele von nahezu lebensgroßern Rinderskulpturen in meiszterlicher Ausführung.




RINDERSKULPTUREN

Zwei lebensgroße Rinderskulpturen schmückten wohl einstmals das neben dem Xerxes-Palast liegende Gebäude (Palast D)

Leider fehlen die Köpfe. Am Bruchrand sind noch Reste feiner Halsbänder zu erkennen. Diese Statuen werden vom Eingang des Palastes D stammen. Durch die Tür rechts der Rinder kann man einen Blick auf eine weitere Tierskulptur werfen, eine Ziege oder einen Steinbock, der zusammen mit Resten eines zweiten im Vestibül des nordöstlichen Turmes des Apadana gefunden worden ist. Dieser mit Fundstücken vollgestopfte Raum kann nicht betreten werden.
Viele kleinere Objekte, die vorwiegend aus dem Schatzhaus stammen, sind in den Vitrinen ausgestellt. Besonders kostbare Stücke sind in das National-Museum in Teheran gebracht worden.
In dem Raum, der im Osten an die zentrale Halle anschließt, sind islamische Funde aus
Istakhrausgestellt.
Ehe man das M useum verläßt, sieht man rechts des Ausgangs eine Basis aus schwarzem Stein, auf der nur noch vier Tatzen erhalten sind. Sie gehören wohl zu dem Pendant des Hundes im National-Museum.
Beim Verlassen des Gebäudes sieht man zur Linken, in einem ehemaligen Wachraum, einen kleinen Buchladen. Vor ihm, unter dem westlichen Fenster der Portikus, sinmd mit einiger Mühe Ritzzeichnungen auf den Steinwöänden zu erkennen.



RITZZEICHNUNGEN

Ritzzeichnungen auf der Rückwand der Portikus des sog. Harems. Der Reiter links, der einen "Ring der Herrschaft" in der Hand hält, und der Reiter ganz rechts trugen eine Kopfbedeckung mit Mond-Emblem, wie sie von Münzen Ardashirs I. (224 - 241 n. Chr.) bekannt sind.

Dort sind Reiter in typisch sasanidischer Aufmachung wiedergegeben. Einer von ihnen trägt eine hohe, gerundete Kappe, die mit einem Mond verziert ist. Eine vergleichbare Kappe trägt auch der erste Sasanidenkönig Ardashir I. (224 - 241 n. Chr.) auf seinen Münzen. Somit wird man diese Zeichnung ebenso wie eine zweite mit einem stehenden Prinzen auf der Südwand der östlichen Seite der Portikus in frühsasanidische Zeit datieren dürfen.
Nach Verlassen des Museums wendet man sich nach rechts zu seiner Ostseite. Dort befinden sich an der Längsseite des Gebäudes Nischen und schmale Korridore. Es sind verschiedene Fragmente von figürlichen und dekorativen Reliefs und Kapitellen zu finden. An den Wänden sind zwei Felder aus den glasierten Ziegeln, die einstmals die Ecktürme und die Südseite des Apadana schmückten, angebracht; ihren ursprünglichen Glanz haben sie eingebüßt, doch können sie eine Vorstellung von den Ornamenten und den Farben geben, auch wenn man sich diese einstmals viel leuchtender vorstellen muß.
Die Ruinen des Schatzhauses erstrecken sich parallel zu dem Weg zwischen den beiden Gebäuden und weiter, bis wir eine moderne Trepe erreichen, die nach rechts unten an die Südseite der Terrassenmauer führt.


Die südlichen Mauern der Terrasse und die Inschriften (Nr. 4.12 im Grundriß)

Ein kleines Schutzdach kennzeichnet die Stelle, an der sich die Inschriften des Dareios befinden. In vier Kolumnen sind sie in die Südmauer der Terrasse gemeißelt, zwei von ihnen in Altpersisch, eine in Elamisch und eine in Babylonisch. In der ersten Kolumne steht:
Der große Ahuramazda, der größte der Götter - er schuf König Dareios, er gab ihm die Königsherrschaft, nach dem Willen Ahuramazdas ist Dareios König. Es kündet Dareios, der König: Dieses Land Persien, das mir Ahuramazda gegeben hat, das schön ist, mit guten Pferden und guten Menschen - nach dem Willen Ahuramazdas und meinem, Dareios', des Königs - fürchtet sich vor niemandem.
Es kündet Dareios, der König: Möge Ahuramazda mich unterstützen zusammen mit "Allen Göttern" und möge Ahuramzda dieses Land beschützen vor einem feindlichen Heer, vor Hungersnot, vor der Lüge. Über dieses Land möge kein feindliches Heer kommen, noch Hungersnot, noch Lüge. Um diese Gunst bitte ich Ahuramzda zusammen mit "Allen Göttern".
In der zweiten Kolumne steht:
Ich bin Dareios, der Großkönig, König der Könige, König vieler Länder, des Hystaspes Sohn, ein Achämenide.
Es kündet Dareios der König: Nach dem Willen Ahuramazdas sind dieses die Länder, die ich in meinen Besitz gebracht habe mit diesem persischen Heer, die sich vor mir fürchten und mir Tribut bringen: Elam, Medien, Babylonien, Arabien, Assyrien, Ägypten, Armenien, Kappadokien, Lydien, die Ionier, die des Festlandes und die am Meer, und die Länder jenseits des Meeres, Sagartien, Parthien, Drangiana, Areia, Baktrien, Sogdien, Chorasmien, Sattagydien, Arachosien, Indien, Gandara, die Skythen, Maka . Es kündet Dareios, der König: Wenn du so denken solltest: "Ich möchte mich vor niemanden fürchten!" dann schütze dieses persische Volk! Wenn das persische Volk beschützt sein wird, (bedeutet das) weithin ungestörtes Glück - auch dieses möge Ahura auf dieses königliche Haus herniedersenden.
Diese sind vermutlich die ersten Inschriften, die in Persepolis geschrieben worden sind. Sie befanden sich neben dem ursprünglichen Zugang zur Terrasse, der nur wenige Schritte entfernt lag. Dort ist ein Rücksprung in der dann weiter nach Westen verlaufenden Mauer. Es ist deutlich zu sehen, daß in diesem Teil die Steinblöcke der Terrassenmauer weniger sorgfältig gearbeitet sind.




TERRASSENMAUER

Die Südseite der Terrasse von Persepolis. Deutlich erkennt man einen Abschnitt in der Mauer, von dem Rücksprung ausgehend nach links, der mit unregelmäßigen Blöcken, die nur teilweise geglättet sind und mitunter noch die Hebebossen tragen, zugesetzt ist. Eine klare Linie trennt diesen Teil von der glatten Mauer links. Hier hat sich also der ursprüngliche Zugang zur Terrasse befunden, der dann unter Xerxes zugemauertworden ist. Da der neue Eingang im Nord-Wetsen weit entfernt lag, kann nun kein Besucher mehr in diesen Teil. Daher brauchte man sich mit der Mauer auch keine Mühe zu geben.

In 26 m Entfernung von der Ecke, verläuft eine klare Trennungslinie zwischen den unregelmäßig geschnittenen und wiederverwendeten Blöcken und dem sauber gearbeiteten Mauerwerk der anschließenden Mauer. Bei Untersuchungen ihrer Oberseite ist ein 7,36 m tiefer und 18,25 m breiter Rücksprung zutage gekommen, der von sauber geschnittenen Steinen eingefaßt ist. Er gibt somit deutlich die Breite der ursprünglich dort befindlichen Treppe an, auch wenn ihre Form nicht mehr näher bestimmt werden kann.
Geht man denselben Weg zurück bis zur hinteren Ecke des Harems/Museums-Gebäudes, so liegt zur Rechten das Schatzhaus.




Das Schatzhaus (Nr. 4.13 im Grundriss)

DAS SCHATZHAUS

Blick vom Berghang im Nordosten auf die Räume des Schatzhauses. Das restaurierte Gebäude im Zentrum ist der sog. Harem, das heutige Museum. Rechts hinten ragen die Türen und Fensterumrahmungen des Xerxes-Palastes auf. Vorne links bleib ein Stück Lehmziegelmauer erhalten, das von einem metallenen Schutzdach überdeckt ist. Dort befindet sich das "Schatzhaus-Relief". Unter dem weißen Schutzdach im rechten Teil haben sich noch Reste des roten Fußbodens gefunden. Dieser Raum gehört zur 3. Phase und ist von Xerxes angebaut worden.

Das Schatzhaus gehörte schon zum Plan des Dareios. Da in ihm die kostbaren Geschenke und Tribute der Satrapien abgegeben wurden und dort wohl auch die zentrale Verwaltung des Reiches untergebracht war, hatte es den meisten Publikumsverkehr. Es lag deshalb dem ursprünglichen Eingang zum gesamten Bezirk der Terrasse am nächsten, und zwar auf dem tieferen Areal, während die Representationsgebäude auf dem höheren Niveau darüber hinausragten. Als dann Xerxes mit seinen ausgedehnten Bauaktivitäten auf der Terrasse begann, hatte auch das Schatzhaus darunter zu leiden: Seine westlichen Teile wurden abgeschnitten und stattdessen nach Norden eine Erweiterung angebaut. Doch konnten die Ausgräber unter E. F. Schmidt die verlorenen Teile rekonstruieren. Ein Stück des ursprünglichen Fußbodens ist noch im "Harem" zu sehen. Insgesamt können drei Bauphasen unterschieden werden.

DIE DREI PHASEN

Die drei Phasen des Schatzhauses: 1 uns 2 unter Dareios d.Gr.. 3 unter Xerxes, wobei 1 und 2 im westlichen Teil beschnitten wurden

1. Phase:

DIE !. PHASE

Grundriss der 1. Phase des Schatzhauses, zu dem Plan des Dareios d. Gr. gehörend

Von außen muß das Schatzhaus wie eine unzugängliche Festung - als Aufbewahrungsort des Staatsschatzes - gewirkt haben. Dicke, fensterlose Lehmziegelmauern, einstmals etwa 11 m hoch, umschlossen das ganze Gebäude (120,70 m x 61,90 m).

AUSSENANSICHT DES SCHATZHAUSES

Persepolis Recreated

An ihrer Innenseite erstreckten sich langgezogene, schmale Räume, die ihrerseits zum Innern hin dicke Wände besaßen. Dadurch entstand ein äußerst stabiler Umfassungsbereich für die großen Hallen, in denen die Schätze verwahrt wurden. Die Aussenfassade war mit abgetreppten Nischen und vorspringenden Pfeilern versehen, beide jeweils 2 m breit. Die Pfeiler waren mit pfeilförmigen Vertiefungen geschmückt. Dadurch erschien das Gebäude zwar massiv, aber doch nicht zu abweisend.
Der einzige Eingang des Schatzhauses lag im Westen, in der Nähe des ursprünglichen Zuganges zur Terrasse. Zunächst betrat man einen kleinen Raum (Nr. 1 im Grundriss). Dort wurde jeder Ankommende vermutlich erst einmal von den Wachen in Augenschein genommen und überprüft. Eine weitere Tür führte dann in einen Korridor, zu dessen Seiten rechts und links zwei gleich große Räume mit je vier Säulen lagen. (Nr. 2 und 3 im Grundriss). Alle Säulen des Schatzhauses waren aus Holz gefertigt, lediglich ihre Basen warenm aus Stein.Deswegen sieht man heute auch nur noch diese Basen, wenn man auf die Überreste des Schatzhauses blickt.

DIE ÜBERRESTE DES SCHATZHAUSES

Persepolis Recreated

Die Säulen bestanden aus etwa 35 - 40 cm dicken Baumstämmen, um die Zweige gewunden waren, die dann mit einer 8 -10 cm dicken Lehmschicht verstrichen wurden. So erreichten sie einen Durchmesser von etwa 60 cm. Die Lehmschicht war mit weißen, roten und blauen Mustern bemalt. Nur wenige Überreste dieser Säulen sind gefunden worden, doch konnte man aus diesen Stücken ihren Aufbau und ihr Aussehen rekonstruieren.

EINE REKONSTRUKTION DES SCHATZHAUSES

Persepolis Recreated

AUFBAU DER SÄULEN IM SCHATZHAUS

Rekonstruktion der Holzsäulen im Schatzhaus: um einenm Baumstamm in der Mitte wurden Zweige gewunden und dann alles mit Stuck verputzt; auf die weiße Oberfläche wurden Muster in kräftigen Farben aufgetragen

Die beiden genannte Räume (Nr. 2 und 3) dienten vermutlich als Büros der Beamten, die den Publikumsverkehr abzufertigen hatten. Hier werden die Boten mit Briefen und Abrechnungen aus der ganzen Persis angekommen sein, hier trafen die Sendungen von Tributen und Steuern aller Arten aus dem gesamten Großreich ein. Sie mußten zunächst kontrolliert und verbucht werden, ehe sie dann im Schatzhaus gelagert werden konnten. Dazu dienten die großen Hallen zu beiden Seiten des langen Korridors. Diejenigen im Norden (Nr. 4 und 5 im Grundriss) hatten 36 Säulen, die im Süden (Nr. 6 und 7 im Grundriss) nur 24, zusätzlich aber tiefe Nischen für Regale. In diesen, können wir uns vorstellen, wurden dann die kostbaren Gefäße aus Silber, Gold oder Glas oder die mit Goldfäden und Perlen bestickten Gewänder aufbewahrt. Diese Lagerräume konnte man nicht direkt von dem Korridor aus betreten. Der Gang führte vielmehr geradeaus in einen inneren Hof mit Portiken an allen vier Seiten (Nr. 8 im Grundriss). Zu beiden Seiten der westlichen Portikus gab es je einen kleinen Raum, vermutlich mit einer weiteren Kontrollstelle, und erst von diesem aus konnte man in die Lagerhallen gelangen. Sicher war es nur wenigen vertrauenswürdigen Beamten erlaubt, in diesen inneren Hof vorzudringen.
Große Räume hinter den drei anderen Portiken dienten wohl der zentralen Verwaltung. Die Türen bestanden aus Holz und waren mit Bronzeplatten verziert. Fabeltiere und Rosettenbänder, teilweise vergoldet, waren auf ihnen befestigt; denn viele kleine Fragmente, insbesondere von Flügeln, die zu Vögeln oder auch zum Ahuramazda-Symbol gehört haben werden, sind überall im Schatzhaus gefunden worden.
Die Ost-Portikus hatte wie die im Westen an jeder Seite zwei kleine Vorräume. Durch den nördlichen gelangte man in zwei weitere Räume. Der größere mit sechs Säulen und einer Grundfläche von 140 qm (Nr. 10 im Grundriss) liegt direkt nach Norden. Im Hintergrund führt eine Tür in zwei kleine angrenzende Räume. Von demselben Vorzimmer aus kann man auch den großen Raum im Osten betreten (Nr. 11 im Grundriß). Sein Dach trugen fünf in einer Reihe stehende Säulen. Auch er verfügte über zwei Nebenräume. Der Raum im Süden hatte ein eigenes Vorzimmer (Nr. 12 im Grundriß). Er ist fast quadratisch und hatte vier Säulen. Zwei Türen führten in Nebenräume. Wir können uns vorstellen, daß in diesen hervorgehobenen Gemächern die obersten Beamten ihren Sitz hatten, vielleicht der "Hofmarschall" in dem größten Raum im Norden, der "Vizemarschall" ihm gegenüber im Süden, und zwischen beiden die "Hofkanzlei", die nur für diese beiden Beamten tätig war. Die Seitenräume könnten dann zum Aufbewahren der Verwaltungstäfelchen gedient haben, waren also das Archiv für die laufenden Vorgänge. Weitere Ablage-Möglichkeiten boten die Räume im Süden des Hofers (Nr.13 im Grundriß). Dort noch im Boden gefundene Vertiefungen mögen von Regalen stammen, die an den Wänden befestigt waren.
Ein weiterer großer Raum mit fünf Säulen, seperatem Eingangsraum und Nebenräumen liegt im Norden des Hofes (Nr. 9 im Grundriß). Der könnte der Dienstsitz des "Hofschatzmeisters" gewesen sein. Wir können uns also vorstellen, daß um diesen Hof herum die wichtigsten Beamten der Verwaltung ihre Dienstzimmer gehabt haben. Eine Tür im Osten der Nord-Portikus führt in einen Korridor, von dem aus man über zwei Rampen in der Ecke des Gebäudes auf das Dach oder in ein Obergeschoß gelangen konnte.


2. Phase:

Noch unter der Regierung ds Dareios ist das Schatzhaus nach Norden hin auf nahezu das Doppelte seiner Größe erweitert worden (Phase 2 im Plan). Eine große Halle mit 121 Säulen wurde angefügt, von denen nach den späteren Änderungen des Xerxes noch 99 übrigblieben (Nr. 14 im Grundriss).

DIE 2. UND 3. PHASE DES SCHATZHAUSES

Grundriß der 3. Phase des Schatzhauses, nachdem die westlichen Teile der beiden vorangegangenen Phasen beschnitten und der nördliche Teil stark erweitert wurde

Außerdem kam ein zweiter Hof hinzu (Nr. 15 im Grundriss), an dessen nördlicher Seite ein großer Raum mit 10 Säulen lag (Nr. 16 im Grundriß). Auch er konnte nur durch einen kleinen Vorraum betreten werden. Es scheint, daß der Hofschatzmeister mehr Platz für sein Büro benötigte und daher in den neuen Anbau umzog. Denn genau in diesem Raum kamen die Täfelchen zutage, die nach ihrem Fundort "Schatzhaus-Täfelchen" genannt werden. Auf ihnen sind Zahlungen in Silber an Arbeiter verbucht, die vom Schatzmeister angeordnet waren. Diese Täfelchen sind während eines Brandes von einem darüberliegenden Raum, in dem sie gelagert waren, herabgestürzt. So können wir zumindest hier davon ausgehen, daß das Gebäude ein Obergeschoß besaß. Durch das Feuer sind die Lehmtäfelchen unbeabsichtigt gebrannt worden und haben sich so bis heute erhalten. Normalerweise sind sie nur an der Sonne getrocknet worden, und sind daher, ebenso wie alle Lehmziegelmauern, für uns verloren.


3. Phase

Wie bereits mehrfach gesagt wurde, hat sich das Aussehen der gesamten Terrasse unter Xerxes vollständig geändert. Die westlichen Teile des Schatzhauses wurden niedergelegt, um Raum für die neuen Harems-Gebäude zu schaffen. Stattdessen wurde eine weitere große Halle nach Norden angefügt (Nr. 17 im Grundriß). Nur ganz schmale Straßen trennen das Schatzhaus von den Harems-Gebäuden im Westen und dem "Hundert-Säulen-Saal" im Norden. Von diesen Seiten kann man aber nicht ins Schatzhaus gelangen. Da auch der ursprüngliche Eingang zum Schatzhaus bei den Umbauarbeiten weggefallen war, mußte ein neuer auf der Ostseite des Gebäudes geschaffen werden (Nr. 18 im Grundriß). Wenn man jetzt von außerhalb zum Schatzhaus gehen wollte, mußte man das Terrassengelände durch einen stark befestigten Eingang an der Süd-Ost-Ecke der Mauer betreten. Dieser dürfte auch der Zugang für alle Bediensteten und Lieferanten gewesen sein.
Der neue Ost-Eingang des Schatzhauses führte wiederum durch einen Wach- und Kontrollraum (Nr. 18 im Grundriß). Durch ein weiteres Gelass gelangte man in den Hof (Nr. 15 im Grundriß), der damit zum repräsentativen Zentrum der neuen Anlage wurde. In seiner östlichen und südlichen Portikus wurden die von Xerxes abgenommenen Mittelreliefs der Apadana-Treppen angebracht. das Original-Relief der Ostseite ist dort noch immer zu sehen, während das von der Nordseite jetzt im Museum in Teheran ist.
Die zentrale Tür der westlichen Portikus und die nördliche Tür der östlichen Portikus waren von Tierstatuen flankiert. Nur die Vertiefungen für ihre Basen haben sich erhalten, doch lassen sie vermuten, daß die Tiere etwa Lebensgröße gehabt haben. Wie solche Tiere aussahen, zeigen Beispiele im Museum. Die Türen selbst waren reich geschmückt. Reste von gemalten Mustern sind hier gefunden worden. Leuchtend blaue Bänder mit einem roten Streifen, auf dem weiße Rosetten mit einem blauen Mittelpunkt saßen, faßten sie ein.
Von all den Schätzen, die einstmals in der großen Halle gelagert wurden, sind nur wenige Stücke noch erhalten. Bereits die Soldaten Alexanders d. Gr. plünderten das Schatzhaus im Jahre 330 v. Chr. und ihen folgten Generationen von Schatzjägern. Doch in den nördlichen Teilen des Gebäudes, die unter einer dicken Schicht an Schutt und zusammengestürztem Lehmziegelmauerwerk verborgen waren, fanden die Ausgräber noch etliche Stücke, die uns einen Eindruck geben können von den verschiedensten Arten an Kostbarkeiten, die hier gelagert worden waren. Einige dieser Funde sind jetzt im Museum in Persepolis ausgestellt. Noch eindrucksvollere Stücke finden sich im Museum von Teheran. Nicht nur die großen Hallen waren mit Statuen, kostbaren Steingefäßen, Lapislazuli-Werken und dergleichen mehr angefüllt, sondern sie waren auch in den Korridoren aufgestapelt, und in spät-achämenidischer Zeit hatte man sogar die Portiken um den zentralen Hof der ersten Phase zugemauert und als Vorratslager genutzt. Zu jener Zeit muß die Verwaltung anderswo untergebracht gewesen sein. Entweder war sie in ein ganz anderes Gebäude verlegt worden , oder sie war in das Obergeschoß umgezogen. Auf das Vorhandensein eines solchen weisen Treppen, die in der Nordwand hinaufführen, und die Reste zusammengestürzter Wände und kleinere Säulenbasen mit einem Durchmesser von 41 bis 42 cm.


Das "Schatzhaus-Relief"

Eines der wichtigsten Beispiele früh-achämenidischer Kunst befindet sich noch heute im Hof des ersten Erweiterungsbaues und wird nur notdürftig durch ein kleines Dach geschützt. (Nr. 15 und 21 im Grundriss).
Gewöhnlich wird es nach seinem Fundplatz als "Schatzhaus-Relief" bezeichnet. Erst bei den Restaurierungsarbeiten den 60 - 70er Jahre konnte das italienische Architektenehepaar Tilia herausfinden, an welcher Stelle das Originalrelief und sein Gegenstück, das sich heute im Museum von Teheran befindet, einstmals gesessen haben. Das Stück in Persepolis war das Zentrum der östlichen Treppenanlage des Apadana. Somit gehörte es zu dem ursprünglichen Plan des Königs Dareios (522 - 486 v. Chr.): ja es ist sogar das Zentrale, nach machtpolitischen Prinzipien konzipierte Herrscher- und Staatsbild, nur mit ihm hatte das wohlüberlegte Programm der Reliefs seinen Sinn. Der König blickt nach links, also an seinem originalen Aufstellungsplatz in die Richtung der herbeikommenden Völker und somit auch in die Richtung eines jeden Besuchers, der die Terrasse durch ihren ursprünglichen Eingang im Süden betreten hatte.
Der König sitzt auf einem Thron, die Füße hat er auf eine Fußbank gestellt.

DER KÖNIG AUF DEM THRON

König Dareios auf dem Thron. In der Rechten hält er ein langes Szepter, in der Linken eine Blüte mit zwei Knospen,. Sein Thron sieht kostbar gedrechselt aus und ruht auf Löwentatzen, während die Fußbank auf Rinderfüßen steht.

Rang und Bedeutung des Herrschers werden allein schon durch die Größe angezeigt. Obwohl er als einziger sitzt, ist er dennoch größer als alle anderen dargestellten Personen. Sein Haar ist in der üblichen achämenidischen Art mit fein ausgeführten Buckellöckchen wiedergegeben. Der wohlfrisierte Bart ist nach der Mode der assyrischen Könige eingeteilt in Reihen von Buckellöckchen und dazwischen breite gewellte Streifen. Nur der König und der Kronprinz durften solch einen langen Bart tragen. Die hohe Kappe, die jetzt ganz glatt aussieht, wird einst - wie eine Krone - reich geschmückt gewesen sein. Auf den Reliefs im Dareios - Palast kann man noch feststellen, daß sie mit anderem Material verkleidet war, vermutlich mit Goldblech. Hier könnte der Schmuck auch nur in Malerei angegeben gewesen sein. Denn wir müssen uns daran erinnern, daß auch dieses Relief, ebenso wie alle anderen, einst mit leuchtenden Farben bemalt gewesen ist.
Der König trägt das persische Hofgewand mit den weiten Ärmeln. Wie wir durch die Vorzeichnungen in den Palästen und im sog. Harem wissen, bestan d das Gewand aus drei verschiedenen Stoffen, von denen zwei mit konzentrischen Kreisen und Blüten geschmückt waren. Eingefaßt waren die einzelnen Partien durch Borten mit schreitenden Löwen. Die Schuhe des Herrschers müssen aus sehr weichem Leder gewesen sein, so daß er einfach in sie hineinschlüpfen konnte. Sie zeigen keinerlei Schnallen und Bänder. Nur der König und der Kronprinz tragen diese feinen Schuhe. In der Rechten hält der König ein langes Szeptermit einem Knopf am oberen Ende, vermutlich alles aus Gold bestehend. In der linken Hand trägt er eine Lotosblüte mit zwei Knospen. König und Kronprinz siund die einzigen, die auf den Reliefs in Persepolis Blüten mit zwei zusätzlichen Knospen haben.

BLÜTE MIT ZWEI KNOSPEN

Der König hält eine große Blüte mit zwei Knospen in seiner Linken

Der Thron ist sehr fein gestaltet, seine Füße scheinen gedrechselt zu sein. Sie enden unten in Löwentatzen, während die der Fußbank als Rinderfüße ausgearbeitet sind.

DER KÖNIG AUF SEINEM THRON

Sie müssen ein besondere symbolische Bedeutung gehabt haben. Man ist gleich an die Darstellungen mit den Löwe-Stier-Kampfgruppen erinnert, die uns so oft auf den Reliefs begegnen. Die Tierfüße an den Möbelstücken berühren nicht den Boden, sondern sind noch auf weitere Füße gesetzt, die mit herabhängenden Blattkränzen geschmückt sind. Farbspuren ließen erkennen, daß die Blätter abwechselnd rot und blau bemalt waren, also wohl Einlegearbeiten aus Karneol und Lapislazuli wiedergaben, wie sie beim Original des königlichen Thrones vorhanden gewesen sein werden.
Der König sitzt auf einem Kissen, unter dem noch ein rechteckiges Feld, wie eine Decke, seitlich vom Thron herabhängt. Aufgrund von Spuren gemalter Ornamente auf Darstellungen im Hindert-Säulen-Saalö konnten die Tilias feststellen, daß es sich hierbei um einen reich geschmückten Teppich gehandelt haben wird.

EIN TEPPICH

Der König auf dem Thron sitzt auf einem Kissen. Doch unter diesem hängt noch ein Rechteck herab. Aufgrund der Vorzeichnungen verschiedener Reliefs auf denen dieses Motiv vorkommt, konnte das Muster, das dieses Rechteck schmückte, rekonstruiert werden. (Zeichnung G. Tilia) Daraus geht hervor, daß es sich offenbar um einen Teppich handelt, der über den Sitz gelegt war

Denn die Ornamente erinnern stark anm einen originalen achämenidischen Teppich, der in einem völlig vereisten Grab - und daher gut erhalten - in Pazyryk in Sibirien gefunden worden ist.

EIN ACHÄMENIDISCHER TEPPICH

Der in einem Fürstengrab in Sibirien gefundene Teppich zeigt ganz ähnliche Ornamente und Muster wie sie für die Thron-Auflage vorgezeichnet waren. Die sternförmigen Muster im Mittelteil entsprechen dem Stern auf der iranischen Standarte, wie sie z.B. in sasanidischer Zeit auf Münzen wiedergegeben wird.

Auf dem Relief steht der Kronprinz hinter dem Thron seines Vaters, in Wirklichkeit wohl an seiner Seite. Doch sollte auch er vollständig und ohne Überschneidungen wiedergegeben werden. Obwohl er steht, ist er nicht größer als sein sitzender Vater. Andererseits überragt er alle anderen Personen. Leider ist sein Bild stark zerstört (besser erhalten ist die Kopie des Xerxes von den nördlichen Apadanatreppen die sich jetzt in Teheran befindet; sie ziehe man auch zur Betrachtung der beiden folgenden Personen heran). Das Gewand entspricht dem seines Vaters.
Als nächstes folgt der Leib-Kammerherr des Königs. Er trägt ebenfalls das achämenidische Hofgewand, dazu aber einen Baschlik, der sonst zum iranischen Reiterkostüm gehört. Es scheint, daß alle Bediensteten, die direkten Zugang zum Herrscher hatten, solch einen Baschlik tragen mußten, um damit ihren Mund zu bedecken, so daß sie den König nicht mit ihrem Atem belästigten. Der Kammerherr hat seine rechte Hand über die linke gelegt, eine Geste, die wir bereits auf den Reliefs im Dareios-Palast gesehen haben; außerdem hält er ein Handtuch. Er hat keinen Bart, er war entweder sehr jung oder ein Eunuch.
Hinter ihm steht der königliche Waffenträger im iranischen Reiterkostüm, zu dem er eine runde Fellkappe trägt.

KÖNIGLICHER WAFFENTRÄGER

Der Waffenträger des Königs Dareios auf dem "Schatzhaus-Relkief". Er trägt das iranische Reiterkostüm mit runder Fellkappe. Mit der Rechten hält er den Gorytos (Bogenkasten) des Königs, der hinter seinem Kopf hoch aufragt.

Über seiner rechten Schulter hängt der Bogenkasten des Königs (goytos), und mit der Linken hält er die Kampf-Axt. Diese Axt ebenso wie das Kurzschwert (akinakes), das an der rechten Seite des Körpers herabhängt und daher hier nicht sichtbar ist, sind auf dem in anderer Seitenrichtung wiedergegebenen Relief (jetzt im Museum von Teheran) ausgesprochen fein ausgearbeitet. Im Rücken des Waffenträgers sind der Pfosten des Baldachins sowie die untersten Troddeln seines Himmels, die die ganze Szene überdeckte, zu sehen. Zwei Steinblöcke, auf denen der Baldachin-Himmel mit Reihen von Löwen, die auf eine geflügelte Sonne in der Mitte zuschreiten, abgebildet war, sind für die Treppenstufen von Palast G wiederverwendet und dort gefunden worden. Außerhalb des Baldachins stehen noch zwei Wachsoldaten, der erste hält eine Lanze, der zweite ein aufgerichtetes Banner.

ZWEI WAFFENTRÄGER

Zwei Angehörige der Garden, die den auf seinem Thron sitzenden König bewachen. Sehr eindriucksvoll sind ihre scharf geschnittenen Gesichter mit den betonten Augen. Beide tragen einen breiten Reifen auf dem Kopf, der vermutlich aus Goid bestand. Reste von eingeritzten Vorzeichnungen zeigen, daß die Reliefs flechtenartige Muster hatten

Von links tritt vor den König ein Mann im iranischen Reiterkostüm mit einer gerundeten Kappe; von der ein Tierschwanz herabhängt. Er beugt sich vorwärts und hält die Hand vor den Mund, um den König nicht mit seinem Atem zu belästigen, obwohl beide noch durch zwei große Weihrauchständer voneinander getrennt sind.

WEIHRAUCHGEFÄSSE

GroŽße Weihrauchständer trennen den Hofmarschall vom König. Die hohen Füße mit ihren Querriffelungen wie auch die überfallenden Blattkränze an ihrem oberen Rand sind typisch achämenidisch. Die mehrfach gestuften Deckel, auf deren Spitze ein Blüte sitzt, haben schlitzförmige Öffnungen, durch die der Weihrauchduft austreten konnte. Damit die Deckel nicht verloren gingen, sind sie mit einer Kette gesichert, die oben an der Blüte und am Ständer, unter dem Blattkranz, mit einem Entenkopf befestigt ist. Bei den beiden Exemplaren sind die Kettenglieder unterschiedlich gestaltet.

Diese sind sehr fein ausgearbeitet. Vergleichbare Stücke hat man auch im Original gefunden.

WEIHRAUCHGEFÄSS IM ORIGINAL

Ein ganz ähnliches Weihrauchgefäß wie diejenigen auf dem "Schatzhaus-Relief" ist in einem Grab in der Satrapie Lydien gefunden worden. Es ist aus Silber gearbeitet. Auf der Spitze des Deckels sitzt allerdings ein Hahn. Auch die Höhe ist geringer (17,9 cm), also eher dem Gefäß zu vergleichen, das ein Diener im Dareios-Palast in der Hand hält.

Die hohen Füße tragen in achämenidischer Weise Querriefelungen, oben hängen Blätter herab. Die Schalen, in denen Holzkohle und Weihrauch verbrannt wurden, sind mit hohen Deckeln versehen, in denen sich pfeilförmige Schlitze befinden. Eine kleine Lotosblüte sitzt bei beiden an der Spitze. Die Deckel sind mit langen Ketten, die in unterschiedlicher Weise ausgearbeitet sind, mit den Ständern verbunden, damit sie nicht verloren gehen können. Kleine Entenköpfe dienen als Befestigung am Fuß.
Der herantretende Mann könnte der "Hofmarschall" gewesen sein, der höchste Beamte nach dem König. Zur Zeit des Dareios war dieses viele Jahre lang ein Mann namens
Farnaka. Noch zur Zeit des iranischen Herrscherhauses der Safaviden (16./17. Jh,) war ein silberner Stab das Dienstabzeichen des Hofmarschalls. Seine hohe Stellung wird auch durch die großen Ohrringe mit Anhänger zum Ausdruck gebracht. Wir können uns vorstellen, daß die Vertreter aller Völker des Reiches angekommen sind, um dem König ihre Geschenke zu überbringen.
Auf der linken Seite, außerhalb des Baldachins steht ein Lanzenträger , der dem auf der rechten Seite entspricht. Ein Diener, der eine Hand über die andere gelegt hat, hält ein Eimerchen, in dem sich vermutlich Holzkohle für die Weihrauchständer befindet. Die gesamte Szene wird von Rosettenbändern gerahmt.


Der "Hundert-Säulen-Saal (Thron-Saal) (Nr. 4.15 im Grundriß)

GRUNDRISS VOM HUNDERT-SÄULEN-SAAL

Plan des "Hundert-Säulen-Saales" mit dem "Unvollendeten Tor" und den Nebengebäuden im Osten (nachF. Krefter)

BLICK AUF DEN HUNDERT-SÄULEN-SAAL

Blick vom ansteigenden Berg im Osten auf den "Hundert-Säulen-Saal". Unten im Bild sind die Nebengebäude zu erkennen, in der Mitte der Saal, bei dem nur noch Basen und kleine Trommeln von den einst 100 Säulen übriggebleben sind. Direkt dahinter überdeckt das große Schutzdach die Reliefs des Tripylions (links) und das Apadana, dessen Säulen über das Dach hinaus aufragen. Hinter dem Tripylon sind die Türeinfassungen und Fenster des Dareios-Palastes zu sehen. Hinter diesen ist in der Ebene das große Festzelt zu erkennen, das der letzte Schah aus Anlaß der 2500-Jahr-Feier (1971) hatte errichten lassen.

Wenn man vom Schatzhaus kommt, betritt man das Gebäude an seiner Rückseite. Der Bau war von Xerxes (486 - 465 v. Chr.) geplant und begonnen worden und wurde von seinem Sohn Artaxerxes I. (465 - 424 v. Chr.) beendet. Eine Gründungsinschrift ist in der Süd-Ost-Ecke der Haupthalle gefunden worden, allerdings nur in der babylonischer Fassung:
Es kündet Artaxerxes, der König: Dieses Haus, Xerxes, der König, mein Vater, legte seine Grundsteine unter dem Schutze Ahuramazdas. Ich, Artaxerxes, der König, baute es und brachte (es) zu Ende.
Über die Funktion dieses Gebäudes wissen wir nichts. Es ist unklar, ob und wozu diese neue Halle gebraucht wurde oder ob Xerxes lediglich ein schönes Bauwerk errichten wollte, das mit der Empfangshalle seines Vater, dem Apadana, wetteifern konnte. Da der zur Verfügung stehende Platz auf der Terrasse inzwischen begrenzt war, wurde nur eine Portikus angelegt. Sie war nach Norden ausgerichtet, zu dem neuen Haupteingang hin, der auf die Terrasse führte. An beiden Seiten wird die Portikus durch vorgezogene Wände begrenzt, die mit riesigen Stieren geschmückt waren (der Kopf des östlichen befindet sich jetzt im Oriental Institute Museum, Chicago)

Stierskulptur

Die Vorhalle des "Hundert-Säulen-Saales wurde an beiden Seiten von großen Stierskulpturen begrenzt, die denen der Torgebäude vergleichbar waren.

Stierskulpturen in dieser Art sind sonst nur von Torgebäuden bekannt. es hat den Anschein, daß hier beide Typen der Architektur, als Portikus und Torgebäude, miteinander kombiniert werden sollten. Die Kapitelle der Portikus (2 mal 8) waren aus menschenköpfigen Stieren gebildet, wie aus verstreuten Fragmenten rekonstruiert werden konnte.


MENSCHENKÖPFUIGE STIERE AM PORTKUS

Persepolis Recreated

Zwei Bronze-Plättchen mit Rosetten und 21 Nägel mit goldenen Köpfen wurden in der Portikus gefunden. Die naheliegenste Vermutung wäre, daß damit hölzerne Türen verziert waren, doch hat man seltsamerweise keinerlei Steine für die Türangeln gefunden. Die Rückwand der Portikus war mit sieben Fenstern durchbrochen, durch die Licht in die zentrale Halle fallen konnte. Ihre anderen Wände waren lediglich durch Nischen gegliedert, neun auf jeder Seite.
Die große innere Halle, der eigentliche "Hundert-Säulen-Saal". ist quadratisch mit 68,5 m Seitenlänge. Das ergibt eine Fläche von 4700 qm, während der Apadana 3660,25 qm umfaßt. Ein Besucher, der hier eintreten durfte, wird verwirrt gewesen sein von den 100 hochaufragenden Säulen, die dem Gebäude seinen Namen gegeben haben. Die Halle schien sich endlos fortzusetzen mit immer neuen Säulen. Doch fällt auf, daß diese nicht so fein ausgearbeitet sind. Sie tragen nur 36
Kanneluren, diejenigen des Apadana hingegen 48 (eines sogar 52). Ihre Höhe betrug 12,96 m, die der Apadana-Säulen 19,10 m bis 19,27 m.

BLICK IN DEN HUNDERT-SÄULEN-SAAL

Persepolis Recreated

Die Gewände der Ost- und West-Türen der Halle sind mit Kampfszenen geschmückt, wie sie uns schon vom Dareios-Palast bekannt sind, jedoch in weit größerem Maßstab und größerer Anzahl. Auf beiden Seiten ist in den nördlichen Türen das Ringen eines königlichen Helden mit einem aus verschiedenen Tieren zusammengesetzten Monster wiedergegeben. In den südlichen findet sich der Kampf gegen einen Löwen bzw. gegen einen Stier.


KÄMPFENDER HELD

Ein königlicher Held packt einen sich aufrichtenden Stier an den Hörnern und stößt ihm gleichzeitig seinen Dolch in die Eingeweide (auf dieser Seite der Tür mit der linken Hand), Damit er mehr Bewegungsfreiheit hat, ist der weite Ärmel über der Schulter zusammengefaltet und das Gewand hochgenommen und in den Gürtel gesteckt. So wird der unbekleidete Oberkörper des Helden sichjtbar.

Ganz ungewöhnlich ist das Schnabelmonster in der Nordtür der Westseite.

SCHNABELMONSTER

Detailaufnahme des Schnalemonsters, das Eigenarten der Löwengreifen aufnimmt, aber statt des Felles eine Fiederung zeigt.

SZENE DER TÜR IN DER SÜDSEITE

Es zeigt dieselbe Mischung aus einem Vogel und einem Löwen wie das Muster auf dem Schwert des Königs, das auf dem Relief von der Norseite der Apadana-Treppen sehr schön ausgeführt ist.
Diese Türen, ebenso wie die an der Südseite, führen lediglich in schmale Korridore, die das Gebäude an drei Seiten umlaufen. An der Ostseite sind sie in zwei Räume unterteilt. Deutlich wird, daß diese Gelasse keine offizielle Funktion haben konnten, sodern allenfalls als Verbindungswege für das Personal oder dergleichen dienten. Somit sind die Reliefs in den Türgewänden lediglich als Schmuck der inneren Halle aufzufassen.
Betont sind die Eingangstüren der Nordseite. Auf ihren Reliefs erscheint im oberen Teil eine Szene, die von den zentralen Reliefs der Apadana-Treppen übernommen ist. Der König sitzt auf seinem Thron während der Hofmarschall vor ihn hintritt. Doch fehlt der Kronprinz.




Der König auf seinem Thron, nur von einem Diener mit Fliegenwedel begleitet (Südtür des "Hundert-Säulen-Saales"). Abgeordnete der Völker des Reiches stützen ein hockerartiges Gestell, auf dem diese Szene wiedergegeben ist. Hier sind in dem Entwurf des Xerxes Elemente der zentralen Apadana-Reliefs und der Grabfassade ausgewählt und in neuer Weise zusammengefügt worden

An seine Stelle ist der Kammerdiener getreten, der Fliegenwedel und Handtuch trägt. Diese Änderung gibt uns einen Hinweis darauf, daß es in der tat Xerxes war, der die zentralen Reliefs der Treppenanlage hat versetzen lassen. Unter der Thronszene sind in fünf Registern königliche Wachen wiedergegeben. Alle vier Türgewände der nördlichen Türen sind in der gleichen Weise geschmückt. Dabei sind die Reliefs immer auf den eintretenden Besucher hin ausgerichtet.
Die Thron-Szene findet sich auch auf den Türen der Südseitem aber noch stärker gekürzt. Nur der König und der Diener mit dem Fliegenwedel sind dort dargestellt. Doch thront er hier auf einem hockerartigen Gestell, das von den Völkern des Reiches gestützt wird, ein Motiiv, das erstmals auf dem Grab des Dareios vorkommt.
Da die Türgewände im Verhältnis sehr schmal sind, werden die Vertrer der Völker jeweils auf die westlichen und östlichen Gewände verteilt. Ausgerichtet sind die Reliefs zum Innenraum hin. Es ist nicht anzunehmen, daß ein Besucher durch diese Türen gehen sollte; lediglich der König oder die Bediensteten konnten wohl durch die schmale Tür im Süd-Westen hinausschlüpfen, die direkt zu den Palästen führt.





PORTIKUS DES HUNDERT-SÄULEN-SAALES

Der Portikus mit sechzehn Säulen und zwei Wachbullen vor dem Hundert-Säulen-Saal - Persepolis Recreated

Die Räume östlich des "Hundert-Säulen-Saales" und der Tunnel (Nr. 16 im Grundriß)

Im Osten wird der offene Hof, der vor dem "Hundert-Säulen-Saal" liegt, von einer Protikus mit zwei Reihen von je acht Säulen begrenzt. Teile von drei Doppel-Stier-Kapitellen haben sich erhalten. Zwei Türen führen in einen großen Raum mit 4 mal 8 Säulen. Viele von ihren fein ausgearbeiteten Basen sind nicht am ursprünglichen Platz. Im Norden und Süden schließen an diese Halle Komplexe mit kleineren Räumen an. Von denen, die im Osten des "Hudert-Säulen-Saales" liegen, führt eine Treppe nach unten in das Tunnelsystem (im Gesamtplan C.) Sie ist mit sehr exakt gearbeiteten Steinblöcken überwölbt.




DER EINGANG ZUM TUNNEL

Überwölbte Treppe, die zu dem Tunnelsystem unter den Bauten der Terrasse führt. Exakt gearbeitete Steinblöcke bilden die Wölbung und stützen die Seiten, während die Gänge teilweise aus dem Felsen gehauen sind. Sie sind gut mannshoch, so daß man sie ohne weiters betreten und bequem reinigen konnte.

Der aus den Felsen geschlagene Tunnel hat eine Höhe von 1,75 m bis 2,10 m und eine durchschnittliche Breite von 1,15 m. man konnte also das Tunnelsystem betreten und die dort befindlichen Wasserkanäle reinigen. Die Oberkante des Tunnels lag etwa 1,5 m unter dem niedrigtsen Niveau der Terrasse.


Das "Unvollendete Tor" (Nr. 4.17 im Grundriß)




DAS UNVOLLENDETE TOR

An dem "Unvollendeten Tor" kann man gut nachvollziehen, wie die Steinmetzen arbeiteten. Zunächst sind riesige Steinblöcke aufeinandergesetzt worden, und dann erst hat man begonnen, die Stierskulpturen auszuarbeiten.

REKONSTRUKTION DES UNVOLLENDETEN TORES

Persepolis Recreated

Vermutlich in spät-achämenidischer Zeit hatte man mit dem Bau eines riesigen Tores gegenüber dem Eingang zum "Hundert-Säulen-Saal" begonnen, das niemals beendet worden ist. Es ist ausgerichtet auf dieses Gebäude und mag vielleicht im Zusammenhang gesehen werden mit der Errichtung einer Lehmziegelmauer, die die Fläche nördlich und östlich des Apadana von dem "Hundert-Säulen-Saal" trennte.
Obwohl das Tor nicht fertiggestellt worden ist, sollte man es sich doch näher ansehen, da man dort verschiedene Phasen der Ausarbeitung erkennen kann. So sind beispielsweise riesige Steinblöcke aufeinandergesetzt worden, und erst an Ort und Stelle hat man damit begonnen, sie zu Stierskulpturen zu gestalten. Auf eine bereits ausgearbeitete Säulenbasis ist die unterste Trommel der Säule gesetzt worden. Sie zeigt noch eine ganz rauhe Oberfläche, nur im untersten Teil, wo sie direkt mit der Basis zusammenpassen mußte, ist sie bereits fein geglättet. Auf vier Seiten der Basis sind verschiedene Zeichen zu sehen, beispielsweise in der Form eines Pfeiles oder ein Ring auf einem Stock, denen genau dieselben Zeichen auf der Säulentrommel entsprechen. Es waren also Steinmetzzeichen, die helfen sollten, die beiden Teile exakt miteinander zu verbinden. Normalerweise wurden sie nach der Fertigstellung entfernt, doch dazu ist es hier nicht mehr gekommen.
Das fein ausgearbeitete Stierkapitell, das neben dem "Unvollendeten Tor" liegt, gehört zu den Säulen des Apadana, vermutlich zu der Nord-Portikus. Für die Säulen im Innern des Tores waren wohl Greifen-Kapitelle vorbereitet worden.


Die Greifen-Kapitelle (Nr. 4.18 im Grundriß)

In zwei kleineren Räumen nördlich des Weges, der zum Tor aller Länder zurückführt, sind zwei Greifen-Kapitelle in exzellenter Ausführung aufgestellt.



GREIFEN-KAPITELLE

Es sind die einzigen dieser Art; sie waren wohl für das niemals fertiggestellte "Unvollendete Tor" vor dem "Hundert-Säulen-Saal" bestimmt. Genaue Messungen und Rekonstruktionszeichnungen müßten allerdings sichern, ob der obere Durchmesser der Säulen - nach ihrer Fertigstellung - mit dem der Auflagerfläche der Kapitelle übereingestimmt haben könnte.



DIE GREIFEN-KAPITELLE