Besichtigung der Felsenreliefs von Naqsh-e Rajab von ca. 11:40 Uhr bis 12:00 Uhr
EINTRITTSKARTE
Naqsh-e Rajab
Eine weitere bedeutende sasanidische Anlage liegt hinter niedrigen Felsen versteckt an der Stelle, wo die Straße nach Naqsh-e Rostam von der Hauptstraße Persepolis-Pasargadae abzweigt.
LANDKARTE
Persepolis und Umgebung
Hier scheint schon in sehr früher Zeit ein heiliger Platz gewesen zu sein. Ardashir I. (224 - 241 n. Chr.) wählte ihn dann aus, um dort ein Investitur-Relief anbringen zu lassen, und andere folgten ihm. Die Beschreibung beginnt mit dem Relief von links und folgt dann den Reliefs nach rechts, so wie sie am Felsen angebracht sind.
Das Relief König Shapurs I. (241 - 272 n. Chr.) und seines Gefolges
Das größte und beeindruckenste Relief an diesem Ort liegt auf der linken Seite. Es zeigt den König, der durch seine Größe hervorgehoben ist, zu Pferde.
KÖNIG SHAPUR I.
König Shapur I. mit seinem Hofstaat auf dem Relief in Naqsh-e Rajab. Der König, hoch zu Pferde, ist durch seine Größe hervorgehoben. Die ihm folgenden Personen werden mit dem Verlaúf des Felsens immer kleiner. Vor dem Oberkörper des Königs erkennt man am Felsen eine rechteckighe Fläche, auf der einst eine Inschrift stand, die aber ausgemeißelt worden ist. Vermutlich hatte schon Ardashir I. dieses Relief anlegen lassen, das dann von seinem Sohne Shapur I. für sich selbst in Anspruch genommen wurde.
Leider ist sein Gesicht zerstört worden. Doch sein Gewand ist sehr schön ausgearbeitet und das Pferd reich geschmückt. Die Würdenträger seines Hofes stehen hinter ihm. Nach links zu fällt der Felsen ab, so daß die letzten von ihnen nur noch mit ihren Oberkörpern wiedergegeben sind. Drei Männer, die direkt hinter dem König stehen. tragen besondere Zeichen auf ihren Kappen. Von diesen können wir allerdings nur eines zuordnen, und zwar dasjenige, das der vorderste trägt, der in voller Größe wiedergegeben ist und von keiner anderen Figur überschnitten wird. Dieses zeigt bereits seine Bedeutung. Es ist daselbe Zeichen, das Kronprinz Shapur auf dem großen Felsenrelief bei Firuzabad trägt, das den Sieg des ersten sasanidischen Königs Ardashir über den parthischen König Artabanos V. wiedergibt. Demnach müßte man annehmen, daß auch hier Shapur gemeint ist. Allerdings nennt die Inschrift auf der Brust des Pferdes und weiter auf dem Fels-Untergrund genau davor den reitenden König als Shapur. Er kann ja aber wohl kaum zweimal dargestellt sein. Es fällt auf, daß die Inschrift sehr ungeschickt angebracht ist, zumal weil vor dem Oberkörper des Königs ein großer Platz auf dem Hintergrund des Reliefs frei bleibt. Es zeichnet sich dort sogar ein rechteckiges Feld ab. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man noch Reste einer Inschrift, die abgemeißelt worden ist. Dort scheinen also Veränderungen vorgenommen worden zu sein. Die naheliegendste Vermutung ist, daß dieses Relief ursprünglich für König Ardashir I. gedacht war und dann von Shapur übernommen und überarbeitet worden ist. Dabei hat er die Inschrift seines Vaters ausmeißeln lassen und seine eigene hinzugefügt. Dieses Relief und dasjenige mit der Investitur des Ardashir in Naqsh-e Rostam sind auch die einzigen, die eine fein polierte Oberfläche zeigen. Das könnte dafür sprechen, daß sie zeitlich nicht zu weit zu trennen sind.
Das Relief des Hohen Priesters Karder
DER HOHE PRIESTER KARDER
Bild und Inschrift des höchsten Magiers des Sasanidenreiches, Karder, am Felsen von Naqsh-e Rajab
Das Porträt des Karder ist demjenigen in Naqhs-e Rostam vergleichbar. Hier ist es links an eines von Ardashir angefügt. Wiederum ist er durch eine Ketten aus dicken Perlen und sein Scherenzeichen auf der Kappe gekennzeichnet. Die Inschrift ist eine Zusammenfassung derjenigen in Naqsh-e Rostam.
Die Investitur König Ardashirs I. (224 - 241 n. Chr.)
Dieses dürfte das erste Relief an diesem Platz gewesen sein. Die Gestalten sind recht gerade und steif wiedergegeben. Hauptfigurern sind Ardashir und der Gott Ahuramazda, in diesem Falle beide stehend. Der König blickt zu dem Gott, der ihm den "Ring der Herrschaft" überreicht.
ARDASHIR UND AHURAMAZDA
Unter den Händen mit dem Ring ist eine kleine Szene mit zwei Figuren abgebildet. Die eine ist unbekleidet und mit einer Keule ausgestattet, soll also offensichtlich den griechischen Halbgott Herakles darstellen. Das mag ein Hinweis darauf sein, daß es sich bei der zweiten kleinen Figur um Bahram, den ältesten Sohn Shapurs und damit den Enkel Ardashirs, handelt. Denn der Name Bahram ist die iranische Entsprechung für Herakles. Kronprinz Shapur ist wohl in dem bärtiugen Mann links zu sehen. Die Oberfläche des Felsens ist leider so stark zerstört, daß man nicht mehr erkennen kann, ob er überhaupt ein und gegebenenfalls welches Zeichen er auf der Kopfbedeckung trug. Rechts trennt ein Pfosten diese Szene von zwei weiteren Figuren. Eine von ihnen trägt eine seltsame Kappe, die in einen Tierkopf ausläuft. Es könnte sich um die Frauen des Königs und des Kronprinzen handeln. Sie wenden der Hauptszene den Rücken zu, was darauf hindeuten mag, daß sie als im Hause befindlich gedacht sind und nicht an der offiziellen Machtübergabe teilnehmen.
Die Investitur König Shapurs I. (241 - 272 n. Chr.)
Das letzte Relief, das rechts nahezu hinter den Felsen verschwindet, zeigt die Investitur Shapurs durch den Gott Ahuramazda, beide zu Pferde.
Der erste Sasanidenkönig, Ardashir I. (links) wird von dem Gott Ahuramazda, beide hoch zu Pferde, mit dem "Ring der Herrschaft" als König eingesetzt. Unter dem Pferd Ardashirs liegt der überwundene letzte parthische König, Artabanos V., während unter den Hufen Ahuramzdas der besiegte Teufel, Ahriman, wiedergegeben ist. Ihm wachsen Schlangen aus den Haaren.
Sie sind in gleicher Weise gekleidet. Der Gott trägt große Lockenbäusche, wie es der sasanidischen Mode entsprach. Das Relief ist nach dem Vorbild der Investitur von Ardashir in Naqsh-e Rostam geschaffen, doch ohne die Angabe der besiegten Gegner.
FELSENRELIEFS VON NAQSH-E RAJAB
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