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07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch die Ruinen vo

07.Tag - 27.04.2008 - Ein Gang durch Perse - 2.Tei

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07.Tag - 27.04.2008 - Besuch von Naqsh-e Rostam

07.Tag - 27.04.2008 - Besichtigung von Pasargadae

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09.Tag - 29.04.2008 - Fujairah

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13.Tag - 03.05.2008 - Seetag

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16.Tag - 06.05.2008 - Seetag

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Naqsh-e Rostam

Etwa 6 km nördlich von Persepolis liegt ein hoch aufragendes Felsplateau, das nach Süden hin steil abfällt. An dieser Seite sind einige Reliefs in die Felsen gemeißelt.

ÜBERSICHT VON NAQSH-E ROSTAM

Plan der Reliefs in Naqsh-e Rostam (nach I. Trümpelmann): 6.1 Grab Dareios d. Gr. (522 - 486 v. Chr.) 6.2 Grab des Xerxes (?) (486 - 465 v. Chr., Grab II) 6.3 Grab des Artaxerxes I. (?) (465 - 425/24 v. Chr., Grab III) 6.4 Grab des Dareios II. (?) (425/24 - 405/04 v. Chr. Grab IV) 6.5 Die sog. Ka'baye Zardosht 7.1 Relief des Königs Narsek (293 - 302 n. Chr.) 7.2 Doppel-Relief König Bahrams I. (273 - 276 n. Chr.) und Bahrams II. (276 - 293 n. Chr.) 7.3 Triumph-Relief des Königs Shapur I. (241 - 272 n. Chr.) 7.4 Relief des Hohen Priesters Karder (etwa 290 n. Chr.) 7.5 Relief König Hormizds II. (303 - 309 n. Chr.) 7.6 Relief König Hormizds I. (272 - 273 n. Chr.) 7.7 Relief König Bahrams II. (276 - 293 n. Chr.) und das elamische Relief 7.8 Relief König Ardashirs I. (224 - 241 n. Chr.) 7.9 Die sog. Feuer-Altäre am Hosssein Kuh

Von den Einheimischen wird die Stätte "Naqsh-e Rostam" genannt, was "Tafel des Rostam" bedeutet.Rostam ist der berühmteste Held des iranischen Nationalepos, des Shahnameh, des "Buches der Könige". Der Platz war von Dareios als seine Begräbnisstätte ausgewählt worden, und noch in sasanidischer Zeit, vor allem im 3. Jh. n. Chr., war es eine hochverehrte Stelle. Zu jener Zeit wurde es von einer Verteigungsmauer mit sieben halbrunden Türmen eingefaßt, die sich heute als Erdhügel abzeichnet.


Das Grab Dareios d. Gr. (522 - 486 v. Chr.; Grab I) (Nr. 6.1 in der Übersicht)

DAS GRAB DAREIOS D. GR.

Das Grab des Königs Dareios d. Gr. (rechts) und ein weiteres, das nach diesem Vorbild gearbeitet und vielleicht Artaxerxes I. zuzuweisen ist. Zwischen beiden, auf tieferem Niveau, ist das große Siegesrelief König Shapurs I. angebracht.

Mit dieser Art Felsgrabes hat Dareios einen neuen architektonischen Typus geschaffen, für den bisher keine Vorbilder bekannt sind, und mit dem Bildprogramm sich und seiner Dynastie ein ewiges Gedächtnis gestiftet. Die aus dem Felsen herausgearbeitete Fassade ist in Kreuzform gestaltet und nahezu 23 m hoch. Im mittleren Teil ist eine Gebäudefassade wiedergegeben, der obere und untere Teil sind 10,90 m breit.

DAS GRAB VON DAREIOS D.GR.

Blicken wir zunächst auf das Relief in der Mitte: Vier Säulen mit Stierkapitellen tragen ein Gebälk, das aus einem dreifach abgestuften glatten Architrav und Zahnschnitt besteht. An beiden Seiten springen Wände vor (antae). Die Zwischenräume zwischen den Säulen sind frei, keine Fenster sind dort angegeben. Eine Tür in der Mitte führt in einen Korridor, der parallel zur Fassade gehöhlt ist. Eine Grabkammer liegt genau dem Eingang gegenüber, zwei weitere folgen nach links hin, während im rechten Teil die Arbeiten abgebrochen sind. Vielleicht ist man dort auf eine Fehlstelle im Felsen gestoßen, so daß man nicht weiter vordringen konnte.
Jede Kammer enthält drei aus dem Felsen gemeißelte Grablegen. Von den Deckeln haben sich nur kleine Fragmente erhalten, doch können sie zeigen, daß ihre Form unterschiedlich war. Die in der dem Eingang gegenüberliegenden Kammer sind oben leicht gerundet, während die anderen dachförmig gestaltet sind. Dies könnte darauf hinweisen, daß nicht alle zur selben Zeit gefertigt worden sind. Die gerundete Deckelform findet sich auch in all den anderen Gräbern der Nachfolger des Dareios. Desgleichen ist sie bei früh-achämenidischen Sarkophagen in der Gegend von
Sardes,der Hauptstadt der Satrapie Lydien in Kleinasien, zu finden. Insofern passen die drei in der dem Eingang gegenüberliegenden Kammer sehr gut zur achämenidischen Zeit. Es erhebt sich aber die Frage, ob die beiden anderen Kammern in der Grabstätte des Dareios gleichzeitig oder erst später hinzugefügt worden sind; dabei ist es allerdings schwer, einen Zeitpunkt zu bestimmen. Es ist vorgeschlagen worden, daß sie sogar erst aus sasadinischer Zeit (3. Jh. n. Chr.) stammen.
Der Mittelteil des Felsreliefs gibt ganz genau die Fassade des Dareios-Palastes in Persepolis wieder. Die Maße stimmen bis auf den Zentimeter überein. Die Fenster sind zwar nicht angegeben, doch hat die Eingangstür dieselben Maße wie die des Palastes (lediglich das Gesims über dem Türsturz zeigt hier 38 stilisierte Blätter, während es beim Palast nur 26 sind). Mit Hilfe der Grabfassade ist es also möglich, das frühere Aussehen des Palastes zu rekonstruieren , bei dem heutzutage die Säulen der Portkus fehlen. Man wird den Palast in Persepolis als "Büro" des Königs bezeichnen können, von dem aus er seine Amtsgeschäfte erledigt und das gesamte Großreich regiert hat. Die Wiedergabe dieses Palastes auf dem Grab in Naqsh-e Rostam soll wohl für alle Zeiten an die Werke und Taten des Königs erinnern.
Dieser Gedanke wird auch in einer langen Inschrift zum Ausdruck gebracht, die zwischen den Säulen eingemeißelt ist. Dort gibt der König sozusagen einen Rechenschaftsbericht über seine Regierung. Die altpersische Version steht in dem
Interkolumnium links der mittleren Tür, die elamische rechts und die babylonische im östlichen Feld (in seleukidischer Zeit ist eine aramäische Inschrift unter dem Elamischen angebracht worden). Die Inschrift hat man auch das "Testament des König Dareios" genannt. Sie ist sehr wichtig, aber zu lang und teilweise auch zu schlecht erhalten, um sie hier wiederzugeben. Überrschend sind einige Aussagen des Königs, Lebensregeln wie etwa:
Halte nicht das für das Beste, was dir jemand ins Ohr flüstert; höre lieber auf das, was öffentlich gesagt wird. Du, junger Mann, halte nicht das für vortrefflich, was der Mächtige tut, was der Schwache erreicht, auch darauf achte!
In vergleichbarer Weise veranschaulichen auch die Reliefs im oberen Teil ein politisches Programm. Dort steht der König (etwa 2,7 m groß) auf einem thronartigen Gestell, dessen Füße von Löwengreifen bekrönt sind. Sie lassen sich mit denjenigen der Kapitelle in der Ost-Portikus des Apadana vergleichen. Der Thron wird von den Vetretern aller Völker des Reiches gestützt, insgesamt 30. Auf diese Weise ist deutlich zum Ausdruck gebracht, daß sie als Stützpfeiler der Regierung des Königs galten. Dieses Programm ist also in derselben Absícht geschaffen wie das der Reliefs an den Apadana-Treppen, auf denen die Abgeordneten der Völker herbeikommen und dem König ihre Gaben überbringen. Wie dürfen also wohl annehmen, daß sowohl der Apadana und der Dareios-Palast auf der Terrasse von Persepolis wie auch das Grab des Königs in Naqsh-e Rostem etwa zu derselben Zeit geplant und begonnen worden sind. Denn man hätte nicht die Palastfassade auf dem Grab abbilden können, wenn sie nicht zumindest in Planung vorgelegen hätte.
Der König steht auf einer abgestuften Basis, hält sinen Bogen in der linken Hand und erhebt grüßend die rechte, hin zu dem Symbol des Gottes Ahuramazda, das über der ganzen Szene schwebt.

GRABRELIEF VON DAREIOS

Ganz oben auf den Grabreliefs ist der König dargestellt, wie er auif einem Podest steht und die Hand zum Symbol des Gottes Ahuramazda hin erhoben hat. Der Gott hält den "Ring der Herrschaft", den er dem König überreichen und ihn damit als Herrscher auf Erden einsetzen will. In einiger Entfernung vor dem König brennt ein Feuer auf einem Altar, der auf einem eigenen Podest steht.

Der Gott überrecicht dem König den "Ring der Herrschaft". Ein Altar, auf dem zum Zeichen der Verehrung des Gottes ein hohes Feuer lodert, steht auf einer weiteren Basis vor dem König . In der rechten oberen Ecke ist eine Scheibe wiedergegeben, in deren unterem Teil sich eine Mondsichel befindet, also vermutlich eine kombinierte Darstellung von Sonne und Mond.
Eine weitere lange Inschrift, die noch einmal alle Völker aufzählt, die zu seinem Reich gehörten, ist im Rücken des Königs in den Felsen gemeißelt. Wiederum betont er, daß er nur nach dem Willen und mit der Hilfe Ahuramazdas an die Macht gekommen sei, und bittet den Gott, ihn auch weiterhin zu schützen, und er ermahnt jeden, immer dem Befehl Ahuramazdas zu gehorchen.
Links von der Inschrift wird die Szene von drei Wachsoldaten gerahmt. Der oberste ist durch eine Inschrift als
Gaubarva, ein Pateischorier, Lanzenträger des Königs Dareios, identifiziert. Gaubarva, der im Griechiscxhen als Gobryas überliefert ist, war einer der sechs Gefährten, die Dareios zur Herrschaft verholfen hatten, indem sie den Usurpator Gaumats töteten. Die Pateischorier gehörten, nach Auskunft des griechischen Geographen Strabo, zu den Stämmen, die in der Persis wohnten. Unter Gaubarva folgt mit einer eigenen dreisprachigen Beischrift ein weiterer der sechs treuen Genossen: Aspacana (griech. Aspathines), Gewandträger, hält den Bogenkasten des Königs Dareios. Dieser Bogenkasten (gorytos) ist über seiner linken Schulter sichtbar. Sein Kurzschwert, das vom Gürtel herabhängt, ist größtenteils zerstört. Diese beiden Männer sind auch auf den Sieges-Relief in Bistoun im Rücken des Königs zu sehen. Der unterste Soldat am Grab ist nicht näher bezeichnet. Er wird zur Leibwache des Königs gehört haben, von der noch weitere auf der linken Seitenwand wiedergegeben sind, zwei oben und jeweils einer in den beiden Feldern darunter. Die ihnen entsprechennden Wachen auf der rechten Seitenwand halten ein Tuch vor den Mund, was vielleicht in diesem Kontext als Trauergeste gedeutet werden kann.
Die nachfolgenden Achamänidenkönige kopierten diese Grabfassade immer wieder für ihre eigenen Gräber, dreimal in Naqsh-e Rostam und dann in Persepolis. Keines dieser Gräber trägt jedoch eine Inschrift, mit deren Hilfe man es einem bestimmten König zuweisen könnte. Daher kann man nur vermuten, in welcher Reihenfolge sie vielleicht ausgeführt worden sind. Meistens wird angenommen, daß das Grab rechts von demjenigen des Dareios, auf der nach Westen ausgerichteten Felswand angebracht, seinem Sohn Xerxes gehört haben könnte. Die beiden Gräber zur linken Seite hin wären dann wohl für Artaxerxes I. und Dareios II. bestimmt gewesen.


Das Grab des Xerxes (?) (486 - 465 v. Chr.: Grab II) (nr. 6.2 in der Übersicht)

Dieses Grab liegt etwa 100 m Ost-Nordost von demjenigen des Dareios und ist nach Westen gerichtet.

DAS GRAB DES XERXES (?)

Es zeigt die am besten erhaltenen Reliefs. Für die Beschreibung kann auf das Dareios-Grab verwiesen werden. Inschriften sind beim Grab des Xerxes allerdings nicht vorhanden.
Im Innern sind ein Vorraum und nur eine gewölbte Kammer mit drei Grablegen aus dem Felsen gearbeitet. Das könnte dafür sprechen, daß auch in dem Grab des Dareios ursprünglich nur eine einzige Kammer vorhanden war. Die Deckel der Grablegen haben einen flachen Boden und sind oben gewölbt.


Das Grab des Artaxerxes I. (?) (465 - 425/24 v. Chr.; Grab III) (Nr. 6.3 in der Übersicht
)

Das Grab liegt etwa 37 m westlich vom Grab des Dareios. Für die Beschreibung der Reliefs kann wiederum auf das Dareios-Grab verwiesen werden. Der innere Virraum ist so schlecht ausgerichtet, daß er nach links auf die äußere Fassade hin zuläuft und diese in der Südwest-Ecke sogar durchbricht. Drei Kammern sind aus dem Felsen gearbeitet, doch hat jede nur eine Grablege. Nur in der östlichen ist ein Deckel erhalten, eine rechteckoge Platte mit geradem unteren Abschluß, die an beiden Seiten nach oben abgerundet ist.

DAS GRAB DES ARTAXERXES I. (?)

Das Grab des Dareios II (?) (425/24 - 405/04 v. Chr.; Grab IV) (Nr. 6.4 in der Übersicht)

Dieses Grab liegt etwa 33 m südwestlich des zuvor betrachteten.. Seine Fassade und die inneren Kammern entsprechen jenem Grab, doch sind sie sorgfältiger gearbeitet. Alle drei oben gerundeten Deckel der Grablegen sind erhalten.

DAS GRAB DES DAREIOS II. (?)

Die "Ka'baye Zardosht" (Nr. 6.5 in der Übersicht)

Ka'baye Zardosht

Die "Ka'baye Zardosht in Naqsh-e Rostam. Ein eigentümlicher Bau, der nach einem gleichen in Pasargadae kopiert und vermutlich schon von Dareios an diesem Platz erbaut worden ist. Vielleicht diiente er - zumindest in sasadinischer Zeit (3. - 7. Jh. n. Chr.) - zur Aufbewahriung der heilkigen Schriften des Awesta.

Ein ungewöhnliches Gebäude erhebt sich vor der Felsenfassade in einem gewissen Abstand von dem, letztgenannten Grab. Von den Einheimischen wird es "Ka'baye Zardosht", die Ka'ba (das Gebäude um den den Moslems heiligen Stein in Mekka) des Zarathustra", bezeichnet. Das antike Niveau lag mehrere Meter tiefer, so daß das Gebäude heute in einer Vertiefung zu stehen scheint. Dieser Befund vermag auch einen Hinweis darauf zu geben, um wieviel höher und entfernter die Reliefs der Königsgräber für einen Besucher zur Achämenidenzeit gelegen habe. Das turmartige Gebäude ist nach eienm gleichartigen in Pasargadae kopiert worden.
Der Grundriß ist quadratisch (7,3 m) mit vorspringenden Pfeilern an den Ecken. Die Höhe beträgt 12,77 m, und zusammmen mirt dem flachen, pyramidenförmigen Dach muß es einstmals etwa 14 m hoch gewesen sein. Drei Paare von Scheinfenstern in dunklem Stein erwecken den Eindruck, daß drei Stockwerke vorhanden seien. Alle vier Seiten sind in einer ungewöhnlichen Art und Weise verziert, nämlich mit rechteckigen Vertiefungen, die gleichmäßig gegeneinander verschoben sind. Sie sollten wohl auf etwas Bestimmtes anspielen, ein anderes Gebäude oder einen Gegenstand zitieren, doch ist bisher nicht klar, was das Vorbild war. Denkbar wäre auch, daß dort Einlagen aus Keramik oder Metall angebracht waren, doch haben sich keinerlei Reste von solchen gefunden. Eine steile Treppe führt zu der einzigen Tür, die hoch oben am Gebäude angebracht ist. Sie (ursprünglich 1,75 m hoch) scheint aus Stein bestanden zu haben und versperrte einen einzigen Raum im Innern (3,72 m mal 3,74 m, 5,54 m hoch).
Die Funktion sowohl der "Ka'baye Zardosht" wie des schlechter erhaltenen, aber früher entstandenen Turmes in Pasargadae ist nicht bekannt. Man hat vorgeschlagen, daß es sich um ein Grab gehandelt habe. Doch dann bleibt die Frage offen, wann es erbaut und vor allem, für wen es bestimmt gewesen sein könnte. Andere Forscher haben an einen Feuertempel gedacht. Doch ist nicht geklärt, wie man ein Feuer in diesem hochgelegenen und fensterlosen Raum am Brennen hätte halten können, und es sind keinerlei Spuren von Rauch oder anderen Einwirkungen eines Feuers zu erkennen.
In sasanidischer Zeit hat König Shapur I. (241 - 272 n. Chr.) eine lange Inschrift anbringen lassen, die die unteren Teile des Gebäudes bedeckt, die vorher glatt belassen waren. Wie achämenidischen Inschriften ist auch sie in drei Sprachen verfaßt, nun allerdings in Mittelpersisch (Pahlavi; Ostdeite), Parthisch (Westseite) und Griechisch (Südseite). Darin berichtet der König von seinen militärischen Taten wie auch religiösen Verdiensten. Insofern hat diese Inschrift eine große historische Bedeutung. Gegen Ende des 3. Jhs. n. Chr. hat dann Karder, oberster Priester der zoroastrischen Staatskirche und ein äußerst mächtiger Mann, seine eigene Inschrift unter der mittelpersischen Version auf der Ostseite anbringen lassen. Sie entspricht denen auf den Fels-Reliefs, doch nennt er das Gebäude, die "Ka'baye Zardosht", hier bun-chanak, zu übersetzen als "Fundamenthaus".
Als "Fundamnet" wird auch das Awesta, die heilige Schrift der
Zoroastrier, bezeichnet. Es könnte daher sein, daß in diesem Gebäude eine Urschrift des Awesta aufbewahrt worden ist, zumindest zu Zeit der Sasaniden. Ob es bereits zur Zeit des Kyros eine solche Schrift gegeben hat, für die er in Pasagardae speziell einen Bau errichten ließ, bleibt fraglich. Schriftliche Nachrichten aus jener Zeit sind nicht bekannt, und die altpersische Schrift hat ja erst Dareios erfinden lassen. Es mag sich also vielleicht auch um ein anderes, für die Herrschaft der Achämeniden grundlegend wichtiges Symbol gehandelt haben, das Dareios nach Gründung von Persepolis in seinem neu geschaffenen Zentrum haben wollte. Er ließ daher das Gebäude kopieren und in der Nähe seiner Grabstätte neu errichten. Die "Ka'baye Zardosht" ist also wahrscheinlich in die frühe achämenidische Zeit zu datieren.


Sasanidische Reliefs in Naqsh-e Rostam


Dieser Ort mit den achämenidischen Gräbern wurde noch von den sasanidischen Königen für eine verehrungswürdige Stätte gehalten. Nachdem sie die parthischen Könige besiegt hatten, die für Jahrhunderte über Iran geherrscht hatten (3. Jh. v. Chr. - 3 Jh. n. Chr.) versuchten sie, ihre Herrschaft dadurch zu legitimieren, daß sie sich als Nachkommen der Achämeniden bezeichneten. Somit hatte die Begräbnisstätte ihrer "Vorfahren" eine ganz besondere Bedeutung. Zudem lag ihre Hauptstadt Istakhr in Sichtweite von Naqsh-e Rostam. Während des 3. Jhs. n. Chr. wurde eine ganze Reihe von Reliefs an den Felswänden unter und in der Nähe der alten Gräber angebracht.
Sie werden im folgenden in der Reihenfolge angeführt, in der der Besucher an ihnen entlanggehen kann.


Das Relief des Königs Narseh (293 - 301 n. Chr.) (Nr. 7.1 in der Übersicht)

Das Relief zur rechten Seite des Dareios Grabes ist das letzte, das an diesem Ort ausgeführt worden ist. Eine Inschrift ist nicht vorhanden, doch kann man den König an seiner Krone erkennen. Jeder sasanidischer Herrscher besaß eine persönliche Krone, die sich von der seiner Vorgänger und Nachfolger unterschied. Ihr jeweiliges Aussehen ist in der Regel durch die Münzen mit ihren Legenden gut bekannt.
Das Relief zeigt die Investitur (Amtseinsetzung) des Königs Narseh, des jüngsten Sohnes von Shapur I., durch die Göttin Anahita, die rechts steht. Sie überreicht ihm den "Ring der Herrschaft", so wie ihn in achämenidischer Zeit Gott Ahuramazda König Dareios darbot.

INVESTITUR VON KÖNIG NARSEH DURCH D.GÖTTIN ANAHITA

Es ist das einzige erhaltene Beispiel, bei dem die Göttin Anahita einen König einsetzt; auf den anderen Reliefs der frühen sasanidischen Könige geschieht dies immer - wie in der Achämenidenzeit - durch Ahuramazda, der nunmehr aber in rein menschlicher Gestalt auftritt.
Eine kleinere Figur, in derselben Weise wie der König gekleidet, steht zwischen ihm und der Göttin. Vielleicht handelt es sich dabei um den Kronprinzen. Hinter dem Herrscher folgt ein Mann mit einer eigenartigen Kappe, die wohl seinen Rang wiedergibt. Er erhebt die Hand und zeigt mit dem gebogenen Zeigefinger in Richtung von König und Göttin. Diese Geste ist immer wieder auf den sasanidischen Reliefs zu finden, sie scheint eher eine Refernz gegenüber Höhergestellten zu sein. Bereits in assyrischer Zeit ist sie als Gebetsgestus von Göttern belegt. Auf der linken Seite ist das Relief unvollendet geblieben. Man erkennt die Figur eines weiteren Mannes, der aber nicht vollständig ausgearbeitet worden ist.
Rechts von dem Relief ist eine große, rechteckige Fläche aus dem Felsen gemeißelt, doch weder Relief noch Inschrift ausgeführt. Eine Datierung ist daher nicht möglich.


Das Doppel-Relief
König Bahrams I.(273 - 276 n. Chr.) und König Bahrams II. (276 - 293 n. Chr.) (Nr. 7.2 in der Übersicht)

Zwei Reliefs, eins über dem anderen, finden sich unter dem Grab des Dareis d. Gr. Auf beiden ist ein Kampf zwischen zwei reitenden Königen dargestellt. Der Sieger kommt immer von links. Hinter diesem steht jeweils ein Knappe mit einer Standarte. Der König auf dem oberen Relief ist durch seine Krone als Bahram II. zu erkenen. Das Relief überschneidet den oberen Teil des darunterliegenden, das somit älter zu sein scheint. Es könnte also dem Vater dieses Königs, Bahram I. , gehört haben. Auf beiden Darstellungen ist der Feind. der zusammen mit seinem Pferd kopfüber zu Boden stürzt, in keiner Weise besonders charakterisiert. Er kann also in beiden Fällen nicht benannt werden. Das Motiv ist von dem wohl frühesten erhaltenen sasanidischen Relief übernommen, das nahe bei Firuzabad in die Felsen gemeißelt ist und den Sieg des Sasaniden Ardashir I. über den letzten parthischen König, Artabanos V. ( 213 - 224 n. Chr.) zeigt.


Das Triumph-Relief König Shapurs I. (241 - 272 n. Chr.) (Nr. 7.3 in der Übersicht)

Limks vom Grab des Dareios zeigt ein monumentales Relief den Triumph König Shapurs I. über zwei römische Kaiser.



DAS TRIUMPH-RELIEF KÖNIG SHAPURS I.

Der König, der weit überlebensgroß wiedergegeben ist, kann durch seine Krone mit großem Bausch, der sogar noch über die Oberkante des Reliefs hinaufragt, identifiziert werden. König Shapur, hoch zu Pferde, wendet sich nach links und ergreift mit seiner Rechten die rechte Hand eines stehenden römischen Kaisers. Ein zweiter Kaiser ist vor ihm in die Knie gesunken und streckt flehentlich seine Arme aus. Diese beiden müssen die Kaiser Philippus Arabs, mit dem er im Jahre 244 n. Chr. einen Friedensvertrag abschloß, und Valerian sein, den er 260 n. Chr. gefangennahm. Allerdings ist noch immer umstritten, welcher Kaiser mit welcher Figur gleichzusetzen ist, da die beiden nicht klar genug charakterisiert sind.


Das Relief des Hohen Priesters Karder (ca. 290 n. Chr.) (Nr. 7.4 in der Übersicht)

Eine Porträtbüste und eine lange Inschrift des höchsten Magiers des Sasanidenreiches, Karder, ist im Rücken des Königs an das Relief von Shapur I. angefügt. Der oberste Priester trägt ein Halsband aus dicken Perlen und eine hohe Kappe, auf der ein Scherensymbol angegeben ist. Dieses Symbol mag sich auf seinen Namen beziehen, denn man könnte ihn als "Schneider" deuten. Er erhebt seine Hand in der sasanidischen Verehrungsgeste zum Biild des Königs hin. Doch hat er sein Relief erst zu einem Zeitpunkt an das des Königs angefügt, als dieser schon viele jahre gestorben war. Das können wir sagen, nicht nur, weil es wenig respektvoll erschiene, sein eigenes Relief unmittelbar an das des Königs anzuschließen, sondern auch, weil Karder in seiner Inschrift seine gesamte Laufbahn und die damit verbundene ständige Machtzunahme beschreibt. Unter Shapur hatte er noch keinen so ungewöhnlich hohen Rang. Insgesamt diente er unter sieben sasanidischen Königen. - Eine kürzere Version dieser Inschrift findet sich auf der "Ka'baye Zardosht" und eine Zusammenfassung in Naqsh-e Rajab.


Das Relief
König Hormizds II. (303 - 309 n. Chr.) (Nr. 7.5 in der Übersicht)

Ein weiteres Relief mit der Darstellung eines Reiterkampfes vergleichbar dem Doppel-Releif, ist unterhalb des achämenidischen Grabes III angebracht. Auch hier kann der König durch seine Krone bestimmt werden. Sie ist geflügelt und über der Stirn mit einem Vogelkopf versehen, der im Schnabel eine tropfenförmige Perle hält. Demnach muß es sich um Hormizd II. handeln.
Oberhalb des Releifs sieht man noch Reste eines weiteren Beispiels, das etwas nach rechts verschoben war. Es ist aber so stark verwittert, daß man die Darstellung nicht mehr erkennen kann.


Das Relief König Hormizds I. (272 - 273 n. Chr.) (Nr. 7.6 in der Übersicht)

Wie auf dem vorhergehenden Relief und dem Doppel-Relief ist auch hier ein Reiterkampf wiedergegeben. Doch im Gegensatz zu jenen sitzt hier der Gegner noch fest im Sattel und greift seinen Feind an. Nur die Richtung, aus der der König kommt, und die Tatsache, daß er im Vordergrund wiedergegeben ist, die anderen Figuren überschneidend, zeigen, wer als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird. Der König trägt eine eigenartige Kappe mit vorn und hinten weit herausragenden Zipfeln und dazwischen einem Ball. Außerdem hat er einen Ball auf jeder Schulter. Diese Bälle waren vermutlich aus Metall gearbeitet und glitzerten in der Sonne. Shapur I. trägt sie auf dem Relief Ardashirs in
Firuzabad. Dort war Shapur noch der Kronprinz. Aufgrund dieser Parallele kann man das Relief in Naqsh-e Rostam vielleicht Hormizd I. zuschreiben, dem Sohn Shapurs und seiner Tochtert Adur-Anahid, der nur weinige Monate regierte.
Folgt man dem Weg am Fuß der Felsen weiter nach Westen, so kommt man an mehreren kleineren Felsabarbeitungen vorbei, rechteckigen Feldern, die vorbereitet, aber niemals mit einem Relief versehen worden sind.


Das Relief König Bahrams II. (276 - 293 n. Chr.) und das elamische Relief (Nr. 7.7 in der Übersicht)

Hier steht der König, der an der geflügelten Krone zu erkennen ist, aufrecht in der Mitte. Zur Rechten folgen Mitglieder seiner Familie, vermutlich seine beiden Söhne und seine Gattin. Hochrangige Würdenträger, die durch ihre Kappen gekennzeichnet sind, stehen zur Linken. Doch sind sie nicht eindeutig zu identifizieren. Der Hohe Priester Karder mit dem Scherensymbol auf der Kappe ist zu seiner rechten, ganz links auf dem Relief wiedergegeben, also auf der Seite der Familie. Karders Scherensymbol ist noch einmal in der linken oberen Ecke des Reliefs abgebildet. Vielleicht bedeutet dieses Zeichen, daß er das gesamte Relief zu Ehren des Königs Bahram II. in Auftrag gegeben und finanziert hat.
Die Form des Reliefs ist sehr ungewöhnlich. Nur der König ist in voller Größe wiedergegeben. Alle anderen Personen erscheinen wie hinter einer Brüstung, nur die Oberkörper sind zu sehen.
Auf der rechten Seite bricht der Felsen nach hinten um, und dort ist eine weitere Figur abgebildet, die aber in Größe und Ausführung von den anderen sehr verschieden ist. Sie trägt eine gerundete Kappe mit einer Spitze über der Stirn. Solche Kopfbedeckungen wurden von den Elamern in der zweiten Hälfte des 2 Jts. v. Chr. getragen. Die Figur gehört also zu einem sehr viel älteren Relief, dem ältesten, das überhaupt an diesem Orte ausgeführt worden ist (vermutlich im 12 Jh. v. Chr.).Nur wenige weitere Teile dieses Reliefs sind noch zu erkennen. Unter den Würdenträgern Bahrams II. auf der rechten Seite sind Spuren von zwei elamischen Schlangenthronen zu erkennen. Sie hatten einstmals als Sitze für zwei Götter gedient, wahrscheinlich eines göttlichen Paares. Auf der linken Seite steht eine kleine Figur mit einer Zinnenkrone. Sie mag später an das elamische Relief angefügt worden sein, vielleicht im 9. Jh. v. Chr.



Das Relief
König Ardashirs I. (224 - 241 n. Chr.)

Ganz am Ende des Felsabhanges findet sich ein schön ausgeführtes Relief, das noch große Teile seiner fein polierten Oberfläche bewahrt hat.


RELIEF VON KÖNIG ARDASHIR

Der ertste Sasanidenkönig, Ardashir I. (limks), wird von dem Gott Ahuramzda, beide hoch zu Pferde, mit dem "Ring der Herrschaft" als König eingesetzt. Unter dem Pferd Ardashirs liegt der überwundene letzte parthische König, Artabanos V., während unter den Hufen Ahuramzdas der besiegte Teufel, Ahriman, wiedergegeben ist. Ihm wachsen Schlangen aus den Haaren.

DOPPELRELIEF DER KÖNIGE BAHRAMS I. UND II.

RELIEF DES kÖNIGS hORMIZD I.

Es zeigt die Investitur König Ardashirs, des Begründers der Sasaniden-Dynastie, durch den Gott Ahuramazda. Beide sind zu Pferde. Der Gott ist nach sasanidischer Mode wiedergegeben mit einem großen Lockenbausch auf dem Kopf und weiteren Lockenmengen, die auf seine Schultern herabfallen. Er überreicht dem König den "Ring der Herrschaft". Unter den Füßen seines Pferdes liegt ein überwundener Gegner. Schlangen kommen aus seinen Haaren hervor. Es ist Ahriman, die Personifikation des Bösen, unserem Teufel vergleichbar. Der König nähert sich dem Gott mit der Geste der Verehrung. Auch sein Haar bildet auf dem Kopf einen hohen Bausch, der aber mit einem feinen Tuch bedeckt ist. Unter seinem Pferd liegt der letzte Partherkönig, Artabanos V., der 224 n. Chr. von Ardashir besiegt worden ist. Er ist an dem Symbol auf seiner Kappe zu erkennen. Beide Pferde tragen eine Inschrift in Mittelpersisch, Parthisch und Griechisch, die genau angibt, um wen es sich bei der Darstellung handelt. Diejenige von Ardashir lautet:
Dieses ist das Bild seiner zoroastischen Majestät Ardashir, König der Könige von Iran, dessen Abkunft von den Göttern ist. Sohn seiner Majestät, des Königs Papak.


Die sogeannnten Feuer-Altäre am Hossein Kuh


DIE SOGENANNTEN FEUER-ALTÄRE AM HOSSEIN KUH

Bei den beiden aus dem anstehenden Fels gearbeiteten sog. "Feuer-Altären" handelt es sich vermutlich um Graburnen

Links vom Relief des Königs Ardashir bricht der Felsen scharf nach Norden um. Folgt man der Straße, die an seinem Fuß entlangführt, kommt man an einem alten Steinbruch vorbei. Einige Schritte weiter sind zwei Blöcke zu sehen, die mitsamt ihren Basen aus dem anstehenden Felsen gearbeitet sind. Beide tragen an den Ecken hervortretende Säulen, auf denen auf allen vier Seiten schlichte Arkaden ruhen. Um den oberen Abschluß läuft ein grober Eierstab. In beide Blöcke ist auf der Oberseite eine schalenförmige Vertiefung eingearbeitet. In der Regel werden sie als Feueraltäre bezeichnet. Doch im Vergleich mit ähnlichen, allerdings säulenartigen Monumenten, die in anderen Gebieten erhalten sind, ist es wahrscheinlicher, daß es sich hier um eine Art Graburnen aus sasanidischer Zeit handelt. Es war Sitte, die Leichen zunächst den Aasgeiern auszusetzen und dann die übriggebliebenen Knochen zu sammeln; sie wurden dann entweder in Felsnischen oder in kleinen freistehenden Monumenten beigesetzt, die auf der Oberseite eine Vertiefung hatten. Ursprünglich waren sie mit Deckeln verschlossen, die gerundet gewesen sein dürften; sie sind bei den Graburnen von Hossein Kuh allerdings nicht bewahrt.

NAQSH-E ROSTAM

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