Unser Tag in Buenos Aires- Argentinien [13 KB]
Buenos Aires
„Buenos Aires es horrible de fea" -„Buenos Aires ist atemberaubend hässlich", schrieb Jorge Luis Borges, und der Architekt Jose Marfa Pefia antwortete darauf: „Lo que pasa es que Borges eia ciego" - „Fakt ist, dass Barges blind war".
Buenos Aires polarisiert auch die Besucher. Die einen leben auf in der Großstadthektik, genießen die langen Nächte auf der Avenida Corrientes, das riesige kulturelle Angebot mit Konzerten zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die anderen stöhnen über den Lärm und Krach der 18.000 Autobusse, 40.000 Taxis und ungezählten Privatwagen. Und über den Taxifahrer, der stolz erzählt, dass in Buenos Aires der Verkehr am schlimmsten sei, weltweit natürlich. Sie sehen die Polarisierung zwischen Arm und Reich, auch die abbröckelnde Schönheit der Architektur, das oft sehr arme leben auf den Straßen und Plätzen.
Neugierig auf Großstadt muss man schon sein, soll einem die argentinische Hauptstadt gefallen. Dann versteht man auch den Stolz, den die meisten „Portenos" (Hafenstadtbewohner, abgeleitet von Puerto = Hafen) haben - „Buenos Aires ist Argentinien". sagen sie nicht ganz zu Unrecht: Immerhin lebt jeder dritte Argentinier, insgesamt fast 12 Millionen, im Großraum der Hauptstadt, davon 2,8 Millionen Menschen in der eigentlichen Capital Federal Buenos Aires.
Der erste Eindruck verblüfft die meisten Besucher: Wie eine lateiamerikanische Hauptstadt sieht Buenos Aires im Zentrum nicht aus. Man fühlt sich an Südeuropa, aber auch an Paris erinnert; es gibt Plätze mit Denkmälern, Straßencafes, platanengesäumte Straßen, hohe Häuser mit schmiedeeisernen Balkonen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Wie kaum eine andere Stadt Lateinamerikas wurde Buenos Aires von den europäischen Einwanderern geprägt. Die Architektur mischt fröhlich Elemente aus allen europäischen Ländern, genauso wie die Speisekarten vieler Restaurants.
Aber die lateinamerikanische Realität lässt sich nicht verleugnen, auch wenn viele Portehos sie nicht wahrhaben wollen. Heute lebt im Großraum der Stadt fast jeder zweite unterhalb der Armutsgrenze. Im Stadtzentrum fallen sie nicht so stark auf, aber die Hauptstadt ist umgehen von einem ständig wachsenden Ring von Siedlungen, in die sich kein Tourist verirrt, besser auch nicht verirren sollte. Diese
villas miserias bestehen vorwiegend aus Blech- und Bretterhütten, die Häuser besitzen weder Strom noch Wasseranschluss, die meisten Bewohner dort sind arbeitslos oder unterbeschäftigt.
Geschichte
Die erste Gründung von Buenos Aires erfolgte 1536, als eine Expedition Pedro de Mendozas am Küstenstreifen des Rio de la Plataan Land ging, angeblich dort, wo sich heute der Park Lezama befindet. Diese spanische Expedition war sehr groß, 1600 Menschen, und sie war zu spät gekommen Der Zeitpunkt für das Anpflanzen von Getreide war vorüber, und so zwangen die Spanier die dort lebenden Indianer, sie mit Nahrung zu versorgen. Die wehrten sich, Kriege und Hunger rafften bald zwei Drittel der Europäer dahin. Über das harte Leben der ersten Siedler berichtete ein Deutscher. Der Landsknecht Ulrich Schmidlließ seine Erlebnisse nach seiner Rückkehr aufschreiben und drucken:„Die Lage war fürchterlich ... nicht nur, daß wir Ratten, Mäuse, Schlangen oder Insekten essen mußten. Wir mußten unsere Schuhe und Leder und alles mögliche verzehren." Die spanische Expedition rettete sich ins Landesinnere, fuhr den Parana hinauf und ließ die Siedlung 'mit dem prunkvollen Namen Puerto Nuestra Seriora Santa Marfa de Buen Aire zurück, die im Jahr 1541 dann vollständig von Indianern zerstört wurde.
Die zweite Gründung 1580 unter Juan de Garaywar erfolgreicher. die Siedlung musste nicht wieder aufgegeben werden. Sie dümpelte aber die nächsten beiden Jahrhunderte nur so dahin, abgeschnitten von allen Handelswegen, lediglich mit den Portugiesen vom anderen Ufer des Rio de la Plata wurde ein wenig Schmuggel getrieben. Der war auch für das weitere Wachstum der Stadt verantwortlich.
Nachdem Buenos Aires im Jahr 1776 Hauptstadt des Vizekönigreiches Rio de la Plata geworden war, kam es zu einem Aufschwung. Um 1780 hatte die Stadt bereits 25.000 Einwoher, dicht besiedelt war das Gebiet im Umkreis von einem Kilometer uni die Plaza de Mayo, im Süden davon lagen die reichen Viertel, im Westen die armen. Die Stadt wuchs und wuchs und hatte knapp hundert Jahre später mehr als 200.000 Bewohner (1870). Schließlich war ab 1837 die Eisenbahn gebaut worden, die Buenos Aires - seit 1861 auch offiziell Hauptstadt - mit dem Hinterland verband. Mit der Bedeutung des Hafens und der Fleischverarbeitung entstanden neue Stadtviertel:La Bocaam Hafen, Barracasum die Fleischfabriken. 1871 veränderte die Gelbfieberepidemie das Stadtbild: Aus den am stärksten betroffenen Vierteln im Süden zogen die Reichen weg, sie gingen in den Norden, nach Belgrano und Flores. Zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Buenos Aires die größte Stadt Lateinamerikas mit einer Bevölkerung von mehr als einer Million Menschen.
Rinderzucht und -export machten die Stadt reich. Prachtstraßen entstanden nach Plan, ungeplant hingegen wucherten die Industriebauten und die ärmeren Viertel. In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Zentrum modernisiert, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Stadtkern immer mehr Hochhäuser, in den letzten Jahren mehr und mehr schicke Einkaufspassagen gebaut.
10:00 Uhr wir fuhren mit dem Taxi zur Plaza de Mayo und spazierten in der Fußgängerzone der Altstadt
Historisches Zentrum von Buenos Aires is die Plaz de Mayo. Hier befand sich das Zentrum der Siedlung, die Juan Garay 1580 gründete. Damals war das Zentrum nur funktional, erst nach der Unabhängigkeit Argentiniens bekam die Plaza de Mayo, benannt nach dem Mai 1810, als erste "Cabildo" (Rat) den spanischen Vizekönig absetzte, ihren Schmuck. So wurde 1811, zum Jahrestag der Mai-Revolution, die Piramide de Mayo mitten auf dem Platz aufgestellt. Später, 1873, folgte das Denkmal für den Revolutionshelden Manuel Belgrano.
Jeden Donnerstag um 15.30 Uhr trifft sich auf der Plaza de Mayo auch heute noch die bekannteste Menschenrechtsgruppe Argentiniens: Die Madres de Plaza de Mayo hatten mit ihren Demonstrationen bereits in der Hochphase der Militärdiktatur begonnen. Sie prangerten das „Verschwinden" ihrer Kinder und Ehegatten an, ihr couragiertes öffentliches Auftreten schockierte die Militärs damals so sehr, dass sie zwei der Gründerinnen ebenfalls „verschwinden" ließen.
Der öffentliche Auftritt der Mütter auf dem Platz hatte Vorbilder: Die Plaza de Mayo war immer schon das Zentrum von Demonstrationen für oder gegen die Regierung. Hier wurde die Unabhängigkeit von Spanien verkündet,. hier ließ Evita Peron die „Descamisados" (Hemdlosen) gegen die Verhaftung ihres Gatten demonstrieren, hier verkündete Peron seine Regierungsentscheidungen, hier bejubelten die Argentinier 1982 die Falkland-Invasion der Militärs und 1983 die Rückkehr zur Demokratie, die sie 1987 auch gegen neue Putschgerüchte verteidigten.
Kein Wunder, liegt doch am Platz das Gebäude, in dem die wichtigsten politischen Entscheidungen gefällt werden: Die Casa Rosada, der Präsidentenpalast, wurde auf den Resten der alten Stadtbefestigung erbaut, vielfach verändert und hat ihr heutiges Aussehen etwa seit Ende des 19. lahrhunderts. Die rosa Farbe gab dem Haus den Namen; sie geht auf den Präsidenten Sarmiento zurück und soll die Einheit Argentiniens symbolisieren: Sarmiento mischte 1873 für den Anstrich angeblich rote und weiße Farbe, die Symbole der beiden verfeindeten Lager. Die Casa Rosada kann besichtigt werden. Gleichfalls besucht werden kann das Museum der Casa Rosada, dessen Eingang sich an der Seite, der Straße H. Irigoyen, befindet.
Auch der Cabildo, das weiß getünchte Gebäude gegenüber, ist zu besichtigen. Der frühere Sitz des Rates von Buenos Aires - hier wurde die Loslösung von Spanien verkündet -beherbergt heute ein historisches Museum, in dem Möbel, Gemälde und Dokumente aus der Kolonialzeit Argentiniens und „Alto Perus" (Boliviens) gezeigt werden. In seinem Innenhof ist ein kleines Cafe, manchmal findet auch ein Kunsthandwerkermarkt dort statt. Geöffnet ist das Museum Di bis Fr von 10.30-17 Uhr und Sa, So von 11.30-18 Uhr, Führungen finden um 12.30 Uhr statt. Ursprünglich war der Cabildo größer, doch als die Av. de Mayo, die an der Plaza beginnt, gebaut wurde, mussten mehrere der Bögen abgebrochen werden, so dass das Gebäude heute nur noch insgesamt fünf Bögen aufweist.
Zwei weitere wichtige Gebäude stehen an der Plaza de Mayo: Der Banco de la Nacion, unverkennbar ein Geldtempel, mit seiner Vorhalle, die von vier mächtigen Säulen gestützt wird, sowie die Kathedrale der Stadt. Sie ist nicht die erste Kathedrale an diesem Ort, die Vorgängerbauten brachen aber alle zusammen, und 1791 war die jetzige klassizistische Kathedrale nach Plänen von Antonio Masella und Prospero Catelin (für die Fassade) vollendet. Ihr Bauplatz am politischen Zentrum der Stadt dokumentiert den großen Einfluss, den die katholische Kirche in Argentinien hat; noch bis 1994 musste der Staatspräsident Katholik sein. Man betritt die Kathedrale durch einen säulengestützten Portikus an der Calle Rivadavia. Auffallend sind die vielen Seitenaltäre sowie der barocke Hauptaltar, am wichtigsten ist aber die Seitenkapelle im rechten Kirchenschiff. Hier befindet sich das Grab des Generals Jose' de San Martin.
Hinter der Casa Rosada erstreckt sich der Parque Colon, eine kleine Grünanlage, die gerade neu angelegt wird; dahinter waren einst die schmutzigen Hafenanlagen. Buenos Aires war mit dem Rücken zum Wasser erbaut worden, mit Blick ins Land, nicht zum Rio del la Plata. Das änderte sich in den letzten Jahren. Die Stadt wächst wieder zum Fluss - die Lagerhäuser wurden ordentlich herausgeputzt. und nun präsentiert sich hier das neue, schicke Viertel Puerto Madero, teure Büros und einige wenige Wohnungen und Lofts in alten Lagerhäusern, ein gutes Viertel nicht nur fürs abendliche Ausgehen. Entlang der alten Hafenbecken haben sich zahlreiche Restaurants installiert, und an den Kais liegen nicht nur die noblen Boote des Yachtclubs, sondern auch zwei Museumsschiffe: die Fregatte „Sarmiento", zu Beginn des 20. Jahrhunderts Flaggschiff der argentinischen Marine, und die gepanzerte Korvette "Uruguay", die 1903 die Mannschaft der gescheiterten Nordenskjöld-Expedition aus der Antarktis rettete. Stolz sind die Portenos auch auf den Puente de la Mujer (Brücke der Frau), eine originelle Fußgängerzugbrücke, die das Hafenbecken Nr. 3 (an der Verlängerung der Calle Perön) überspannt und von dem berühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde.
An der Plaza de Mayo beginnt die Avenida de Mayo. Sie führt von dort schnurgerade nach Westen bis zur Plaza del Congreso. 1880 wurde die Straße geplant, zwölf Jahre später war sie vollendet: Eine wirkliche Prachtstraße verband nun Regierungspalast und Kongressgebäude.
Von der einstigen Pracht ist der Goldlack ein wenig abgeblättert, aber immer noch lohnt - trotz Verkehr, Lärm und Smog - der Bummel über die Av. de Mayo. Links und rechts ist sie von Bauten gesäumt, die Anfang des 20. Jahrhunderts Buenos Aires' Ruf als das „Paris Südamerikas" begründeten, Einige besonders schöne Gebäude sind das der Tageszeitung „I a Prensa" (Hausnummer 575), das Haus Nr. 1333 und der Palacio Barolo (1370), Bei Hausnummer 1000 überquert man die Av. 9 de Julio, angeblich die breiteste Prachtstraße der Welt, aber eher eine Stadtautobahn als eine wirkliche Prachtstraße. Rechter 1 Hand ist der Obelisk zu sehen, dazu später mehr.
Schon von weitem erkennt man den Kongresspalast, ein Gebäude, das -beeinflusst von der Architektur des Kapitols in Washington - 1906 vollendet wurde. Davor steht das Denkmal für die beiden Kongresse. die 1813 in Buenos Aires und 1816 in Tucuman stattfanden; ein Denkmal, das eher groß als ansehnlich ist. Am schönsten ist der Platz am frühen Abend: Kinder spielen Fußball, andere füttern die Tauben, auf den Bänken sitzen Zeitungsleser, und auf dem Sockel des Rodin-Nachgusses ,„Der Denker" küssen sich die Liebenden. Auf dem Platz steht auch ein Monolith, der Kilometerstein 0: Von hier ab werden alle Entfernungen in Argentinien gemessen.
Mit dem Kongressgebäude im Rücken geht es in die Avenida Callao. Rechts, in dem Gebäude mit der großen Uhr und den beiden Glockenschlägern im Dachgeschoss, befand sich früher die Confiterfa „El Molino", eines der schönsten Kaffeehäuser der Stadt, das leider 1996 geschlossen wurde. Bald ist die Av. Corrienteserreicht, und zwar auf dem Abschnitt, wo abends das Kultur- und Nachtleben tobt. Rechts geht es zum Centro Cultural San Martin, gegenüber liegen einige der besten Buchhandlungen von Buenos Aires, auch lag hier das bekannte „Cafe la Paz", früher eines der „Wohnzimmer" der argentinischen (Kaffeehaus-)Intellektuellen, wie das „Molino" Opfer der Krise. Auch einige Theater und Kinos finden sich auf dieser Straßenseite
Man erreicht erneut den Obelisken: Das 67.5 m hohe Ungetüm wurde am 25. Mai 1936 (25. Mai = Unabhängigkeitstag) zum 400. Jahrestag der Gründung von Buenos Aires dort aufgestellt, wo 1812 erstmalig die argentinische Flagge gehisst wurde. Alles sehr symbolisch, dachten die Stadtväter, doch drei Jahre später fanden sie ihre Idee nicht mehr so gut und beschlossen sogar mit satter Mehrheit den Abriss: Wahrscheinlich waren sie die Witze über das vorgebliche Denkmal für den argentinischen Machismo leid geworden. Aber nicht jeder Beschluss wird in Buenos Aires verwirklicht ...
Wendet man sich am Obelisken nach links und geht die Av. 9 de Julio lang, so gelangt man nach zwei Blocks zum wichtigsten Theater von Buenos Aires: dem Teatro Colon. Der Besuch mit Führung ist ein Muss, wer Glück und Geld und dann noch die passende Abendgarderobe hat, kann eine Karte für eine Vorstellung ergattern. Anders als der Name vermuten lässt, werden hier keine Theateraufführungen gezeigt: Vielmehr handelt es sich um eine Konzert-, Ballett- und Opernbühne. und mitunter mietet auch ein Rockstar das Haus für einen Auftritt. Das 1908 eröffnete Theater, ein Stilgemisch aus italienischer Renaissance und französischem Empire. zählt 7u den bekanntester) Häusern der Welt. Es bietet in seinem großen Zuschauer-, raum 3542 sitzenden und 700 stehenden Menschen Platz, Hier sind alle Berühmtheiten des internationalen Operngeschäfts aufgetreten, kein Wunder bei der tollen Akustik. Bei Führungen lernt man auch die Kellerräume des Theaters kennen, die Magazine, wo Tausende von Perücken und Kostümen gelagert werden, und die Werkstätten, wo gerade die Kulissen für eine neue Premiere entstehen.
Überquert man die Av. 9 de Julio und hält sich rechts, gelangt man in die Calle Lavalle, eine der beiden Fußgängerstraßen der Stadt mit vielen Geschäften. Die Lavalle ist tagsüber meistens gedrängt voll. Wer konsumgefährdet ist, sollte die Lavalle ebenso wie die kreuzende Florida meiden. Geht man die Florida nach links, so liegt, nachdem man die Av. Cordoba überquert hat, rechts die Galeria Pacifico, ein Konsumtempel allererster Güte. In ihr befindet sich auch das „Centro Cultural Borges" (Eingang Viamonte/Fcke San Martin). Etliche Galerien stellen in einigen großen Ausstellungsräumen unterschiedlichste zeitgenössische Künstler vor. Eintritt frei, abends Tango-Shows. Tango•Shows.
Am Ende der Florida liegt die Plaza San Martin, ein untypischer und deshalb vielleicht der schönste Platz der argentinischen Hauptstadt. Fr wirkt parkähnlich, hier verbringen viele Büroangestellte und Verkäuferinnen ihre Mittagspause im Schatten der riesigen Ombu-Bäume.
Zurück geht es wieder durch die Florida. Man passiert dabei noch das eine oder andere sehenswerte Gebäude, wie die traditionsreiche Buchhandlung
„El Ateneo" (Hausnummer 340) oder der „Standard Bank", ehemals „Banco de Boston" an der Ecke zur Calle Juan de Peron. Die Florida endet an der Rivadavia, die nach links wieder zur Kathedrale an der Plaza de Mayo führt.
Die Stadtviertel
Nach und durch San Telmo
Der Weg nach und durch San Telmo beginnt ebenfalls an der Plaza de Mayo und führt von dort in die südliche Diagonalstraße, die Av. Julio A. Roca. Roca sorgte - wie es offiziell heißt - für die „Grenzsicherung" im Süden des Landes, genauer gesagt war er für die Eroberung Patagoniens und die Ausrottung der im Süden lebenden Indianer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verantwortlich.
An der Ecke Bolivar y Alsina steht am Rande der Manzana de las Luces die 1722 eingeweihte Jesuitenkirche San Ignacio de Loyola, die nicht nur die älteste erhaltene Kirche von Buenos Aires, sondern eines der ältesten Gebäude der Stadt überhaupt ist. Die Manzana de las Luces trägt ihren Namen „Häuserblock der Lichter", weil hier seit Kolonialzeiten wichtige wissenschaftliche und schulische Einrichtungen untergebracht waren, heute das Elitegymnasium „Colegio Nacional de Buenos Aires".
Die Kirche San Ignacio de Loyola folgt wie die an der nächsten Straßenecke (Alsina/Ecke Defensa) gelegene Iglesia de San Francisco und die weiter südlich Defensa/Ecke Belgrano stehende Iglesia de Santo Domingo dem gleichen architektonischen Entwurf: eine barock-klassizistische Fassade mit ein oder zwei Türmen, dazu ein kreuzförmiges Kirchschiff mit einer zentralen Kuppel über dem Treffpunkt von Lang- und Querhaus. Alle drei Kirchen haben auch ein gemeinsames Schicksal: Am 16. Juni 1953, während der letzten Monate der ersten Präsidentschaft Perons und großer Spannungen zwischen Regierung und Kirche sowie dem Militär, bombardierten drei Flugzeuge der Luftwaffe Buenos Aires. Gleichzeitig griff Marineinfanterie das Regierungsgebäude an, ohne Peron dort zu finden. Am Nachmittag kam es zu weiteren Bombardierungen, insgesamt wurden 300 Menschen getötet. Am Abend zogen peronistische Gruppen durch die Straßen, sie zerstörten Teile der Kathedrale und viele Kirchen in der südlichen Innenstadt. Drei Monate später wurde Peron endgültig vom .Militär gestürzt.
An der Ecke der Straßen Alsina und Defensa befindet sich auch das Stadtmuseum (Alsina 412). Seine Ausstellungen wechseln monatlich, sie sind häufig sehr kurios, denn ausgestellt wird alles, was irgendeine Verbindung zur Stadtgeschichte hat. Geöffnet ist das Museum täglich 11-19 Uhr. Das verfallene Gebäude gegenüber ist übrigens das älteste noch erhaltene Steinhaus von Buenos Aires. Es wurde 1812 erbaut. In die Apotheke neben dem Stadtmuseum sollte man auch einen Blick werfen.
Die Iglesia de Santo Domingo an der Lcke Defensa/Belgrano ist leicht zu erkennen: In ihrem Vorhof ist ein Mausoleum zu bewundern, in dem die Gebeine des Revolutionshelden Manuel Joaquin del Corazon de Jesus Belgrano, kurz Manuel Belgrano, ruhen. Im Kirchturm erinnern Holzzapfen an die Beschießung der Kirche durch die argentinischen Verteidiger von Buenos Aires. Hierhin hatten sich nämlich die britischen Stadtbesetzer 1806 zurückgezogen. Im Innern erinnern auch noch vier zerfetzte britische Flaggen an diese Epoche der argentinischen Geschichte.
Die Defensa geht es weiter geradeaus. Man überquert die Av. Belgrano und später die Av. Independencia und ist bald an der Plaza Dorrego, dem Zentrum von San Telmo. San Telmo war lange Hafenviertel und Wohnsitz sowohl für Fischer und Sklaven als auch von reichen Kaufleuten und Grundbesitzern. Als 1871 eine Gelbfieberepidemie ausbrach, änderte sich das Viertel. Die Reichen gingen nach Norden und gründeten dort neue Wohnviertel, die meisten anderen zogen in Richtung des heutigen Stadtzentrums. Nach San Telmo kamen und in San Telmo blieben die, die woanders keine Bleibe fanden: die ganz Armen und die neuen europäischen Einwanderer. Heute ist das Viertel wieder sehr beliebt, besonders bei Künstlern und jungen Intellektuellen. Hier ist es ruhiger als anderswo, es gibt kleine Gassen und enge Plätze, man lebt weniger berührt vorn Alltagsstress als in anderen Vierteln der Stadt.
DiePlaza Dorrego sollte man sonntags aufsuchen. Dann ist dort Flohmarkt, es wird ge- und verkauft, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Plaza und die umgebenden Gassen werden zu Bühnen: Zum Teil sehr gute Tangoshows finden statt, jeder, der etwas kann oder glaubt, zu können, zeigt sich. Die Woche über ist es sehr ruhig, der richtige Platz, um ausführlich Zeitung zu lesen. Auch in den Nebenstraßen finden sich schöne Läden und Galerien.
Weiter geht es bis zum Parque Lezama, einer etwas heruntergekommenen Grünanlage, in der jeden Sonntag Kunsthandwerker ihre Produkte verkaufen, ansonsten aber Väter und Söhne Fußball spielen. Hier vermuten einige Stadthistoriker das geschichtliche Zentrum der Stadtgründung, deshalb wurde dort wohl auch 1936 zum 400. Jahrestag der Stadtgründung das Denkmal für Pedro de Mendoza aufgestellt. Im Park steht auch das Museo Historico Nacional, in dem eine nicht sehr kritische Aufarbeitung der Nationalgeschichte präsentiert wird. Geöffnet ist das Museum Di bis So von 11-18 Uhr.
Buenos Aires Altstadt
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12:00 Uhr kurze Fahrt mit dem Bus zum Hafen und einchecken auf der M/S RADIANCE OF THE SEAS
13:00 Uhr wir bezogen unsere Kabine 1508 auf Deck 10
Deck 10 - Kabine 1508
SeaPassCard
15:15 Uhr wir buchten eine Stadtrundfahrt durch Buenos Aires - da wir nur zu zweit waren hatten wir einen PKW mit Fahrer und einer Reiseleiterin für uns alleine.
Die Stadtrundfahrt dauerte ca. 3 Stunden wobei wir einige Sehenswürdigkeiten zu sehen bekamen wie z.B.:
Plaza Mayo, Cabildo, Casa Rosado, Boca Junior Stadion, La Boca, den Friedhof in dem Evita Peron beerdigt ist und vieles mehr.
Cabildo
Casa Rosado
Tangotänzer in der Fußgängerzone
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Straßenmusikanten
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Unterwegs zum Boca Junior Stadion
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La Boca
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MS RADIANCE OF THE SEAS im Hafen von Buenos Aires
19:00 Uhr waren wir wieder zurück am Schiff
20:15 Uhr Seenotrettungsübung
21:00 Uhr Abendessen
21:00 Uhr MS RADIANCE OF THE SEAS verläßt den Hafen von Buenos Aires/Argentinien und nimmt Kurs auf Montevideo/Uruguay
Es liegt eine Strecke von 136 Seemeilen vor uns
22:45 Uhr sahen wir uns noch einen Teil der Welcome Aboard Show im Aurora Theater an
herrliches Wetter ca. 27°C
















