04:00 Uhr auf dem Pacifik hatten wir ca. 100 Knoten Wind was uns der Kapitän am Morgen mitteilte
09:30 Uhr MS RADIANCE OF THE SEAS liegt vor Anker in Punta Arenas/Chile [20 KB]
Punta Arenas
Auf genau 70 Grad, 54 Minuten westlicher Länge sowie 53 Grad, 10 Minuten südlicher Breite, direkt an der Magellanstraße und Feuerland gegenüber, liegt Punta Arenas, die Hauptstadt der Region de Magallanes v de la Antarctica Chilena. Die südlichste Kontinentalstadt der Welt hat 116.000 Einwohner und ist die schönste Stadt in Patagonien. Am vermeintlichen Ende der Welt gelegen, verblüfft sie mit einer schönen Plaza, einem gepflegten Stadtzentrum, sehenswerten alten Gebäuden, einem hervorragenden Museum und einem Friedhof, der lediglich in Buenos Aires seinesgleichen findet.
Geschichte
Punta Arenas (Sandige Spitze), Mitte des 19. Jahrhunderts als Militärstützpunkt und Strafgefangenenkolonie gegründet, entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Hafenstadt. Denn bis zum Bau des Panama-Kanals (Eröffnung 1914) nahmen alle Schiffe die Route durch die 1520 von Fernando Magellan erstmalig entdeckte Ost-West-Passage. Nicht nur die Handelsschiffe, deren Güter für chilenische oder peruanische Häfen bestimmt waren. machten hier einen Zwischenstopp, auch Auswandererschiffe, deren Passagiere eigentlich ihr Glück bei der Goldsuche in Kalifornien finden wollten, von denen aber ein Teil im chilenischen Süden blieb.
Denn hier gab es auch Gold - „weißes Gold": 1876 hatten die Einwanderer die Erlaubnis zur Schafzucht erhalten. Land war billig und reichlich vorhanden, das Klima bekam den Schafen, und so begann mit der Wolle der Aufschwung der Region: „Alles war Schaf", so lapidar beschreibt der Historiker (Mater) Martinic die goldenen Jahre von Punta Arenas. Die Besitzer der riesigen Schaf-Estanzias der Umgebung ließen sich repräsentative Häuser im Stadtzentrum erbauen. Vom Boom angezogen, kamen Auswanderer fast sämtlicher europäischer Länder als Handwerker und Geschäftsleute in die Stadt: man sieht das heute noch: Schweizerische, kroatische. englische und deutsche Namen finden sich überall auf Tür- und Reklameschildern - die Vorfahren etwa des Elektrohändlers Enrique Schadenherg-Heine oder des Optikers Rudolfo Römer-Koch sind nicht zu verleugnen.
Sehenswertes
Das Zentrum von Punta Arenas ist übersichtlich; am besten erschließt sich das vom Aussichtspunkt La Cruz, vier Blocks westlich der Plaza über eine Treppe an der Ecke Fagnano/Senoret zu erreichen. Hinter der Stadt und dem blauen Band der Magellanstraße zeichnet sich Feuerland ab. Das Zentrum erstreckt sich etwa vier oder fünf Blocks um die zentrale Plaza de Armas, auf der ein bronzener Magellan stolz über zwei ebenfalls bronzenen Indianern thront und in die Ferne (oder eine glänzende Zukunft) schaut. Die Indianer repäsentieren die später ausgerotteten Stämme der Ona und Aonikenk, und die beiden Schwänze der Meerjungfrau stehen für den Atlantischen und den Pazifischen Ozean, die von der Magellanstraße verbunden werden.
Direkt an der Plaza stehen auch die Kathedrale und das Stadtpalais von Sara Braun, in dem heute der Club de la Union seinen Sitz hat sowie ein Nobel-Hotel und ein Puh fungieren. Die Familie Braun gehörte zu den reichsten Viehzüchterfamilien der Stadt, ebenso wie die Familie Menendezund so braucht es nicht zu wundern, dass sich Mauricio Braun und Josefina Menendez nach ihrer Hochzeit ebenfalls ein höchst repräsentatives Haus im Zentrum von Punta Arenas erbauen ließen: Ihr Stadthaus, Magallanes 949, einen halben Block von der Plaza entfernt, beherbergt heute das Regionalmuseum und zeigt, dass die Oberschicht damals alles andere als schlecht lebte: Tapeten aus Frankreich schmücken die Wände, der Waschtisch ist mit Marmor aus Italien gedeckt, die lederbezogenen Sessel kamen aus England, die vergoldeten Kamingitter aus Flandern, und Picassos Vater Ruiz Blasco malte das Bild mit dem Gänsepaar im Salon. Nichts ist aus Patagonien, nicht einmal das Holz des Parkettfußbodens, alles wurde eigens über den Atlantik herbeigeschifft: auf dem Rückweg nahmen die Schiffe dann tonnenweise Schafwolle mit (geöffnet im Sommer Mo bis Sa 10.30-17 Uhr, So 10.30-14 Uhr, im Winter Di bis So 10.30-14 Uhr).
Die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt sind weiter von der Plaza entfernt. Eine ist das Haus von Charles Milburn an der Avenida Espana 959 (nicht zu besichtigen). das Bruce Chatwin in seinem Reportageband „In Patagonien"beschreibt: „Das Haus hatte spitze Giebel und gotische Fenster. Zur Straße hin befand sich ein viereckiger Turm und auf der hinteren Seite ein achteckiger." Eine andere ist der Hafen, wo einem der frische Wind der Magellanstraße um die Nase weht und vielleicht gerade ein hochhausgroßes Kreuzfahrtschiff festgemacht hat. Wenige Schritte weiter südlich werden auf einem kleinen Markt Fisch und Meeresfrüchte feil geboten. Auf der Calle Pedro Montt/Ecke O'Higgins steht das Museo Naval y Maritimo mit einer guten Sammlung zur Seefahrtsgeschichte (Schiffsmodelle, Fotos etc.), darunter auch ein kompletter Nachbau eines kleinen Kriegsschiffes (geöffnet Di bis Sa 9.30-12.30 Uhr und 14-17 Uhr, im Januar und Februar durchgehend).
Hervorragend ist das Museo Salesiano, Av. Bulnes 374 (nahe Sarmiento: Di -So 10-12.30 Uhr und 15-17.30 Uhr) geöffnet. Es zeigt Kultur, Geschichte und Natur Südpatagoniens -ein Sammelsurium ersten Ranges, teilweise hervorragend aufgearbeitet, teils mit Charme durcheinandergeworfen: Da werden die Touren der namensgebenden Brüder dokumentiert, die Wanderschuhe von Padre Agostini stehen neben dem Denkmal für den Ordensgründer, daneben ein ausgestopfter Pinguin. Schauend und schaudernd geht man von Raum zu Raum, überall starren ausgestopfte Kondore, Albatrosse im Sturzflug, Seelöwen und Nandus auf den Besucher herab, dazu gibt es eine große Sammlung fein säuberlich in Formalin eingelegter Abnormitäten aus dem Tierreich: Schweineföten im Glas, zwei Kälber mit nur einem Kopf, am Bauch zusammengewachsen, Enten mit drei oder vier Beinen und Füßen. Gleichzeitig dokumentiert das Museum auch ungeschönt die Eroberung der Region durch die Weißen. Fotos zeigen, wie in weiße Hemden gehüllte Kanu-Nomadinnen unter den strengen Blicken einer Nonne Spitzendeckchen sticken oder sich ein Weißer stolz der Kamera präsentiert: im Arm die erhobene Waffe, den Fuß auf einem toten Indianer.
Zwei Blocks weiler stadtauswärts liegt der Friedhof der Stadt, der inzwischen zum Nationaldenkmal erklärt wurde. Hier lässt sich noch besser als in der Innenstadt der verflossene Reichtum bewundern. Nahe des Eingangs steht das haushohe Mausoleum der Familie Braun-Menendez, ein fester Block aus schwarzem Marmor. Das Mausoleum für Jose Mengridez ist verspielter, es mischt barocke und Jugendstilformen. Schlicht sind die Gräber zahlreicher deutscher Einwanderer. Dass sie nicht zu den ganz Reichen gehörten, beweist die gemeinsame Grabstelle unter einem Kreuz der „Deutschen Kranken Kasse". An die indianischen Ureinwohner erinnert ein schlichtes Denkmal.
11:15 Uhr wir fahren mit dem Tenderboot zum Hafen und unternehmen einen Stadtbummel in Punta Arenas
als erstes besichtigten wir die Plaza mit dem Denkmal von Magellan
Magellan Denkmal und Plaza
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das Stadtpalais von Sara Braun - jetzt ein Nobel-Hotel
Stadtpalais von Sara Braun
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das Haus von Mauricio Braun und Josefina Menendez - jetzt das Museo Regional de Magellanes
Museo Regional de Magellanes
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Fahrt mit dem Taxi zum berühmten Friedhof
Friedhof
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gegen 14:30 Uhr waren wir wieder zurück am Schiff
MS RADIANCE OF THE SEAS auf Reede vor Punta Arenas
19:00 Uhr MS RADIANCE OF THE SEAS verläßt die Reede vor Punta Arenas/Chile und nimmt Kurs auf Puerto Montt/Chile
Es liegt eine Strecke von 1095 Seemeilen vor uns
19:30 Uhr Showtime mit Piano Man
A tribute to the music of Elton John, Billy Joel, Harold Arlen, Stevie Wonder and Barry Manilow
Featuring Grant Martin as "the Piano Man"
21:00 Uhr Abendessen


