FUJAIRAH - RAS AL KHAIMAH - AJMAN - SHARJAH
09:00 Uhr Abfahrt über Ras al Khaimah, Ajman nach Sharjah
09:10 Uhr Besichtigung der ältesten Moschee in den Arabischen Emiraten die Al Bidiyah - Moschee bis gegen 09:20 Uhr
10:15 Uhr Fahrt zur Altstadt von Fujairah und Besichtigung des Fort von Fujairah bis gegen 10:30 Uhr
Fahrt über Diftah, Manana nach Ras al Khaimah
13:00 Uhr Besichtigung des Museums von Ras al Khaimah
15:15 Uhr Fotostopp am Dhau-Hafen
15:30 Uhr Weiterfahrt nach Sharjah
17:00 Uhr im Hotel Holiday International Sharjah
19:00 Uhr Abfahrt zum Abendessen in Dubai auf einem Dhau-Restaurantschiff mit Rundfahrt auf dem Creek
23:15 Uhr zurück im Hotel
Der Ort Badiyah (Bidiyah)
Der Ort Bidiyah (Badiyah), an dessen Eingang, rechts der Straße, ein kleines nistorisches Gebäude steht - die wohl älteste Moschee der Emirate, entstanden in dem Zeitraum zwischen 1446 und 1668.
MOSCHEE AL BIDIYAH
Ungewöhnlich ist ihre Architektur, denn die vier kleinen Kuppeln, die von einer Säule in der Mitte des Gebetsraumes gestützt werden, tragen je einen "Zipfel". Das hat keine andere Moschee in den Emiraten. Die meisten alten Gebetshäuser hatten kein Minarett, aber zumindest wurde für Fenster und Türsturz Holz als Baumaterial verwendet. Die Moschee in Bidiyah ist dagegen nur aus Steinen und getrockneten Lehmziegeln errichtet, und in die dicken Mauern waren winzige Alabasterfenster eingelassen. Erst vor wenigen Jahren begann die aufwändige Umgestaltung: Die Moschee bekam einen hellen Anstrich, gepflasterte Wege wurden angelegt, ein paar Pflanzen aufgestellt und ein kleiner Laden mit Erfrischungsgetränken und sauberen Toiletten eröffnet. Die Schuhe müssen vor Betreten der Moschee ausgezogen werden (leider ist sie nicht mehr zu besichtigen).
Für einen Panora,blick von oben nicht nur auf das kleine Gebetshaus, sondern auf die Plantagen des Hinterlandes und den Indischen Ozean, lohnt ein "Aufstieg" (es sind nur wenige Meter) zu den beiden restaurierten Wachtürmen,
BLICK INS HINTERLAND
EINER DER TÜRME
UND DER ANDERE
die auf einem Felsrücken errichtet wurden - wahrscheinlich von den Portugiesen. Dazu gehörte in der Vergangenheit wohl auch eine Festung, aber die hat leider der Zahn der Zeit zunichte gemacht.
MOSCHEE AL BIDIYAH
Geschichte des Emirats Fujairah
Bis auf ein paar kurze Küstenabschnitte im Norden bei Dibba, in der Mitte bei Khor Fakkan und im Süden bei Kalba darf der Herrscher von Fujairah,Scheich Hamed bin Mohammed al Sharqi, diesen Landstrich sein Eigen nennen. Das Emirat ist knapp 1200 qkm groß, und die 120 000 Einwohner blicken auf den Golf von Oman, der sich vor ihrer Küste erstreckt. Er ist ein Teil des Indischen Ozeans. Seine Gewässer sind kälter als die des Persischen Golfes und damit zu kalt für wertvolle Perlenmuscheln.
Gab es früher keine Perlen, so gibt es heute kein Öl, weshalb die Wirtschaft sehr stark von den Zuwendungen aus Abu Dhabi, der Landwirtschaft und der Fischerei abhängig ist. Letztere hat sich in den letzten Jahren zu einem florierenden Geschäft entwickelt, denn der Golf von Oman zählt zu den artenreichsten Gewässren überhaupt. Allerdings haben die hohen Fangquoten zu einem ernsten Problem geführt: Die wenigsten Boote fahren auf die hohe See hinaus, meist wird im Küstenbereich gefischt, wo sich laut Forschungsberichten hauptsächlich Mutterfische mit Jungtieren aufhalten. Deshalb sind bei einigen Arten die Bestände gefährdet, und im Nachbarland Oman wurden schon Fangqoten eingeführt.
Immer wieder stößt man, sehr zur Freude der Archäologen, auch in Fujairah auf die Spuren früher Besiedelung. Vor allem aus der im 2. Jahrtausend v. Chr. beginnenden Eisenzeit gibt es zahlreiche Fundstellen, sowohl in den Bergtälern als auch an der Küste. Erst im Januar 2005 meldete die einheimische Presse, dass französische Archäologen bei Bitnah, etwa 13 km westlich von Fujairah-Stadt, die Reste eines Tempels freigelegt haben, der zu einer religiösen Kultstätte aus der Eisenzeit (ca. 1250 - 350 v. Chr.) gehörte. Seit Jahren wird in der Umgebung des Ortes geforscht, und die aufregendste Entdeckung war bisher ein Grab, das in jener Zeit angelegt, aber über mehrere Jahrhunderte genutzt wurde. Das belegen zumindest die Beigaben verschiedener Epochen, die heute im Museum von Fujairah zu sehen sind. Aufgrund seiner eigenwilligen Form (es sieht aus wie ein "T") und der ungewöhnlichen Bauweise, die man so noch nicht gesehen hatte, erhielt es den Namen "Bitnah-Grab".
1997 entdeckte man in Meraishid, ein Grab in der seltenen Form eines großen "U".
Für Turbulenzen in der Geschichte sorgten fremde Eroberer. Schon in vorchristlicher Zeit ließen sich die Perser hin und wieder blicken, eroberten einen Küstenabschnitt, bauten eine Festung und wurden wieder vertrieben.
633 n.Chr. wurden in der Schlacht von Dibba einheimische Stämme, die Mohammeds Nachfolger Abu Bekr keinen Tribut zahlen und sich wieder vom Islam abwenden wollten, durch Araber aus Mekka und Medina besiegt.
Im 16. Jahrundert nutzten portugisische Soldaten die bisweilen gut erhaltenen persischen Anlagen und erweiterten sie oder bauten ein neues Fort. Doch scheinen sie schlechte Architekten gehabt zu haben, jedenfalls ist bis auf ein paar Wachtürme kaum etwas von ihrer Bautätigkeit geblieben, bis ein ausführliches Buch und eine Landkarte aus dem Jahr 1635. Diese hatte allerdings der spanische König Philip IV. in Auftrag gegeben, der zugleich König von Portugal war und mehr über "seine" Kolonien wissen wollte. Nur dank jenem Buch und der Karte hat man heute eine Vorstellung, welche Ausmaße z.B. die Burg in Dibba hatte, die immerhin zu den größten an dieser Küste gehörte. Das Buch trägt den schönen Titel "Livro das Plantas de todas as Fortelezas, Cidades e povoacões do Estado da India Oriental" und wird in Portugal in der Bibliothek von Évora aufbewahrt.
Die Holländer schickten im 17. und 18. Jh. hin und wieder ein Erkundungsschiff vorbei, aber es waren die Briten, die sich im 19. Jh. auch in diesem Teil der Erde durchsetzten.
Ein wichtiges Datum in der Geschichte des Emirates ist 1952, in diesem Jahr wurde es offiziell unabhängig. Seit 1903 hatte der Stamm der Sharqiyyin, dem heute noch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Emirat Fujairah angehört, darum gekämpft. Seit 1971 ist Fujairah fest integriertes Föderationsmitglied. Das zweite wichtige Datum ist das Jahr 1976, als die erste Asphaltstraße durch die Berge gen Westen fertig gestellt wurde, auf der auch heute noch die Anreise erfolgt.
Das Fort von Fujairah
Auf einem kleine Hügel thront die etwa 360 Jahre alte Festung. Sie wurde durch englischen Kanonenbeschuß ziemlich ramponiert und dämmerte lange verlassen vor sich hin. Dann unternahm man einen völlig missglückten Restaurationsversuch, indem man auf die alten Lehmmauern Betonziegel setzte, doch das sah so furchtbar aus, dass man sich fast wünschte, die englischen Kanonen hätten noch ein paar Treffer mehr gelandet und die Festung ganz dem Erdboden gleichgemacht.
FUJAIRAH FORT
Inzwischen hat man dazugelernt und baut sie mit den ursprünglichen Materialien wieder auf. Nach der Fertigstellung soll hier das Nationalmuseum untergebracht sein.
FUJAIRAH FORT
Um den Burghügel herum lag früher die Altstadt, bis vor kurzem ein trauriges Ruinenfeld. Nach und nach werden die Häuser jedoch wieder aufgebaut und sollen in Zukunft als Freilichtmuseum mit Grünanlagen und Cafeterias die Besucher erfreuen.
DIE ALTSTADT
DIE ALTSTADT
FAHRT VON FUJAIRAH NACH SHARJAH
Zwischenstopp in Ras Al Khaimah
Emirat Ras Al Khaimah
Der dienstälteste Scheich, Saqr bin Mohammed al Qasimi,regiert das größte der drei nördlichen Emirate, Ras al Khaimah, schon seit 1948. Allerdings steht sein Nachfolger schon fest, sein Sohn Scheich Saud bin Saqr al Qasimi, der seit 2003 auch die Regierungsgeschäfte leitet. Das "Kap des Zeltes" (das etwa bedeutet der Landesname) überblickt 1700 qkm und 190 000 Einwohner leben darin. Woher der Name kommt, ist nicht so genau überliefert, aber er wird mit den bis zu 1900 Meter hohen Gipfeln des nahe gelegenen Hajjargebirge in Verbindung gebracht. Überhaupt gehört dieser Teil der VAE zu den landschaftlich abwechslungsreichsten und schönsten. Da ist zum einen die lang gestreckte Küstenregion (die im Norden etwas öde wirkl), dann die bereits erwähnten Berge, durch die sich stellenweise wunderbare Felsschluchten ziehen, die man mit einem Geländewagen erkunden kann. Dazwischen breitet sich eine weite Ebene aus, in der dank reichlich Grundwasser viel Landwirtschaft betrieben wird, unter anderem auch Rinderhaltung. Die Tiere fühlen sich wohl in ihren klimatisierten Ställen, die relativ hohen Niederschläge sichern das Nachwachsen von Viehfutter sowie das Gedeihen von Obst, Gemüse und Datteln.
Ras al Kaimah hat Glück gehabt: Seine Grenzen wurden so gezogen, dass es ein Stück vom Ölkuchen abbekam, leider jedoch nur ein klitzekleines, das schwer zu finden war. Erst seit Mitte der 80er Jahre spült es ein paar Dollar in des Emirs Schatulle. Deshalb lebt es wie seit eh und je auch von der Fischerei, deren Flotte in der großen Bucht, an der auch die Stadt Ras al Kaimah liegt, einen natürlichen Hafen hat.
Seit "sehr unvordenklicher Vergangenheit", wie auf der Webseite des Emirates zu lesen ist, leben Menschen in diesem Gebiet, unterstützt wird die Aussage von den zahlreichen Gräbern und Artefakten aus Ras al Kaimahs Erde. Seit 5500 v. Chr. ist eine durchgehende Besiedlung, wenn auch an verschiedenen Orten, nachgewiesen. Zu den bekanntesten Siedliungen der Antike gehört zweifelsohne der historische Hafen Julfar, der ein paar Kilometer östlich der heutigen Stadt seine Schiffe in die entferntesten Länder der damals bekannten Welt entsandte. Seine Anfänge liegen im 2. oder 3. Jh., seine Blütezeit erreichte er zwischen dem 14. und 17. Jh. Nach Persien, Indien, China oder Ostafrika machten sich die Händler auf, und berühmte Reisende wie Marco Polo, Al Idrisioder Ibn Battutabesuchten Julfas und hielten ihre Eindrücke von der reichen und schönen Stadt für die Nachwelt fest. In Julfar wechselte nicht nur chinesisches Porzellan den Besitzer, im Hinterland stellte man selber Töpferwaren her, die ihren eigenen markanten Stil hatten und als "Julfar-Ware" bezeichnet werden. Als Julfar längst Geschichte war, töpferten die Menschen trotzdem fleißig für den Eigengebrauch weiter, und die letzten Brennöfen sind erst vor wenigen Jahren erloschen.
Der berühmte arabische Navigator Ahmed bin Majid, der den Beinamen"Löwe der Meere" trug, erblickte 1435 hier das Licht der Welt. Im Lauf der Jahrhunderte gaben sich des öfteren die Perser, nur kurz Portugiesen und Holländer und später langfristig die Briten ein Stelldichein. Sie beschossen und eroberten Julfar, bauten ihre Festungen und wurden wieder vertrieben. Doch von all dem ist wenig erhalten, so reich und schön die Stadt war, so verschwunden ist sie heute, denn kaum ein Stein ist auf dem anderen geblieben.
Noch vor dem Ende Julfars entstand eine neue Stadt, das heutige Ras al Khaimah, in der bald die Al-Qasimi-Familie das Sagen hatte. Ihr erfolgreichster Ahn war Scheich Sultan bin Saqr, der von 1804 bis zu seinem Tod 1866 herrschte, auch über das heutige Sharjah. Nach seinem Ableben gab es jedoch einige interfamiliäre Turbulenzen um die Frage, welcher Sohn wo regieren sollte. 1908 einigte man sich, und die beiden Emirate wurden voneinander unabhängig.
Nationalmuseum
Nachdem sich der Pulverdampf englischer Kanonen 1820 gelichtet hatte, war von der alten Festung nicht mehr viel übrig. Also baute sie der damalige Scheich Sultan bis Saqr - mit Englands Genehmigung - wieder auf: als Familienresidenz der herrschenden Al-Qasimi-Familie. Später diente siE als Polizeihauptquartier, und heute ist hier das Nationalmuseum untergebracht.
NATIONALMUSEUM VON RAS AL KHAIMAH
Letzteres genießt eine sehr guten Ruf, der zwar nicht unbedingt die Anreise aus Sharjah oder Dubai rechtfertigt, aber wer sich für Historie interessiert und gerade auf der Durchreise ist, sollte einen Besuch erwägen . Ausgestellt sind die üblichen Dinge des täglichen Lebens, von der Kleidung über Waffen und Silberschmuck bis zum Kochlöffel.
WASSERSACK AUS LEDER
Interessant sind vor allem die Fundstücke aus den archäologischen Ausgrabungen, sie belegen die weitreichenden Handelsbeziehungen Julfars (Münzen, Tonscherben aus Mesopotamien und China) und den damit einhergehenden Wohlstand (Schmuckstücke aus Silber und Gold).
NATIONALMUSEUM
RAS AL KHAIMAH
AM DHAUHAFEN
UNTERWEGS NACH SHARJAH
SHARJAH
BLICK VOM HOTELZIMMER AUF SHARJAH
Um 19.00 Uhr startete unser Bus zu einem Abendessen auf einem Dhau-Restaurant in Dubai auf dem Creek.
ABENDESSENTOUR AUF DEM CREEK IN DUBAI
ABENDESSENTOUR AUF DEM CREEK IN DUBAI